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 Wie komme ich aus der Depression raus?
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Bingo




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PostPosted: 11.03.2012, 12:54    Wie komme ich aus der Depression raus? Reply with quoteBack to top

Hallo Liebe Freunde,

ich benötige dringend Hilfe und weiss nicht mehr weiter. Seit meinem letzten Job leide ich stark an Depressionen, an Versagungsängsten, Zukunftsangst und vielem mehr, ich bin total am Ende. Mein Arbeitgeber ist nun in die Insolvenz gegangen, mittlerweile der dritte Job für mich, ich kann einfach nicht mehr. Meine Arbeit bisher war nur auf Leistung hinaus, ausserdem halte ich mich nicht für den Klügsten, gelernt habe ich den Beruf Industriekaufmann, bin jetzt bald auch 36 Jahre alt, erreicht habe ich garnichts. Ich habe seit 8 Jahren eine feste Freundin, eigentlich sollte es mir echt gut gehen, alle reden auf mich ein, es wird schon wieder. Mein Freundeskreis hat gut reden, die fahren alle dicke Autos und waren noch nie in einer solchen Situation, ich habe den falschen Beruf gelernt, mag nichts mehr kaufmännischen machen, was soll ich machen? Gabelstaplerschein machen etc, ich weiss es nicht. Momentan weine ich sogar ohne Grund, versuche das vor allen zu verstecken, bringen mich um die Nachtruhe, eines Nachts war es so schlimm, ich hatte mich angezogen und wollte auf die Bahngleise, wie komme ich aus der Situation wieder raus? Bitte verspottet mich hier nicht, es geht mir echt schlecht, nach aussen tue ich immer so, als wäre alles okey, innerlich bin ich schon so gut wie Tod. Zur Arbeitslosigkeit kommt noch das wenige Geld, dass ich besitze.. also es geht mir ganz mies, vernünftige Jobs gibt es hier in Hildesheim auch nicht, ein Leben in Armut, seit ich Kaufmann bin. Fühle mich total nutzlos, dumm, hilflos, überfordert. Ich mag einfach nicht mehr, aber ich möchte es nicht meiner Freundin, meinen Eltern antun, denn das wäre normalerweise Egoistisch. Hoffe auf euren Rat.

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LeviathanX




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PostPosted: 11.03.2012, 13:34    (No subject) Reply with quoteBack to top

Mei, Kopf hoch... Wenn man sich selbst verliert, verliert man alles.

Kaufmann ist leider heut zu Tage ein total überfüllter Beruf. Für eine Umschulung ist es denke ich noch nicht zu spät. Überlege einfach woran Du sonst noch Interesse hast/haben könntest und schau ob Du da irgendwo einen Fuß in die Tür bekommen kannst. Wenn bei Dir die Joblage nicht so rosig ist, dann zieh um. Bewerbe Dich außerhalb und wenn Du die Stelle hast, dann zieh um. Dadurch kannst Du die Umzugskosten bei der Steuer absetzen; somit auch weniger finanziellen Verlust.

Ich pers. habe so ähnliche Situationen die letzten Jahre durchgemacht. Nachdem ich endlich den ersten Teil meiner Existenz auf nimmer wieder sehen hinter mir gelassen habe, bin ich erst einmal die nächsten 2-2.5 Jahre durch nen Trip gegangen. So gut wie kein Geld für mich, nur Rechnungen bezahlt, mit Schmarotzern in ner WG (die nie gezahlt haben; ich aber auch nicht rauswerfen konnte), Tage bis Wochen nichts gegessen etc pp. Hatte zwar Leute und Freunde die mich hin und wieder (auch gern) unterstützt haben, aber denen wollte ich so gut wie nie zur "Last" fallen; Geld habe ich nur im äußersten Notfall geliehen. Dies aber auch nur für Rechnungen. Mein Studium habe ich grad so fertig machen können; Noten waren zwar fast unter aller Sau - aber irgendwie war "nicht auf der Straße" landen doch höhere Priorität. Studium abbrechen war ein NO-GO! Ich habe in der Zeit so gut wie alles was an Kleinjobs zu machen ging gemacht... Von stundenlanger Gartenarbeit für wenig Geld bis Wegkratzen von Taubenexkrementen aus Steinwolle auf einem Dachboden im Sommer (ohne Lüftung und inkl. Geruch von verwesten Tauben; sogut wie keine "Schutzbekleidung")...
Essen war ja wie gesagt für mich keine Priorität... entweder gab's gar nichts, meist auch vergammeltes (hab nen harten Magen) oder wenn ich doch mal etwas mehr zusammenkratzen konnte hab ich mir sogar frisches Essen kaufen können.
Nach Studiumende bin ich noch Monate auf Stellensuche gewesen... Selbst nachdem ich einen Job zusagt bekommen hatte konnte ich mich nicht so richtig freuen. Da ich gar kein Geld hatte musste ich erst einmal über Umwege in ein anderes Bundesland kommen. Irgendwie hab ich das auch noch gemanaged; sogar eine Zwischenwohnung bekommen!
Jedenfalls auch mit Job, war noch so wenig übrig im Monat dass es kaum für Essen gelangt hat. Dank "toller Nachbarn" bin ich noch aus der Zwischenwohnung geflogen und fast ohne Wohnung da gestanden; per Zufall bekam ein paar Tage bevor ich da rausmusste endlich einen Rückruf von einem Vermieter und am Tag meines Auszuges auch gleichzeitig die Schlüssel für meine eigene Wohnung.
Bis Ende zum Jahr, in dem ich meinen neuen Job angetreten hatte, habe ich wenigstens meine Kumpels abgezahlt gehabt und mein Konto fast stabilisiert; es hat sogar für regelmäßig Essen gelangt! Kurz später ging das nächste Schlamassel los -> fährt mir einer ins Auto... Kredit auf sehr hohe Raten (war Absicht) für neues (gebrauchtes) Auto, wieder zwei Jahre: minimales Leben... Meine Wohnung habe ich bis dato nur über Nebenkosten- und Steuerrückzahlungen finanziert... Über ein Jahr keine Möbel (ebenso Küche)... fast zwei Jahre keine Waschmaschine (immer 100km gefahren zum Waschen, oder in der Dusche im Eimer und per Hand, wenn's net viel war), über 9 Monate kein Kühlschrank etc pp...

Es ging ewig bergab, aber mittlerweile habe ich das alles hinter mir und es geht wieder aufwärts... zwei Jahre habe ich gebraucht um die Last wegzuwerfen; 23000 Eur abgezahlt ausgehend von nichts - gespart und verzichtet für mein Ziel. Seit letzten November kann ich diesbezüglich durchatmen. Ich konnte eine große Last von meinen Schultern werfen.

Jetzt bin ich wieder an einem Scheideweg, weil mir meine jetzige Arbeit seit einem Jahr keine Freude mehr gemacht hat. Ab April beginne ich einen neuen Job und habe wieder die nächsten sechs Monate "relative Ungewissheit"; ich weiß ich kann die Leute gut von meinem Können überzeugen, aber ein Restrisiko ist immer vorhanden. Spätestens im November kann ich dann final durchatmen oder totale Panik schieben. Die nächsten sechs Monate wird jedenfalls wieder auf ein Minimum runtergefahren; rein zur Sicherheit.

Warum schreibe ich Dir das alles?! Ganz einfach um Dir eine Aussage geben zu wollen: So lange man nicht aufgibt kann man alles erreichen! Man muss nur durchhalten, egal wie schlecht es wird! Freunde zu haben, die zu einem halten das gibt Rückhalt. Aber das wichtigste ist es sich nicht selbst zu verlieren.

Ich zitiere mal ganz frei (ich habe Originallaut, Autor und Herkunft nicht mehr ganz im Kopf):
Selbst wenn du auf dem Weg des Lebens einen langen und schweren Pfad durchschreitest, so kann doch hinter der nächsten Kurve das Glück auf Dich warten. Gehe immer weiter bis Du den rechten Pfad gefunden und das Glück erreicht hast.

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Bingo




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PostPosted: 11.03.2012, 14:37    (No subject) Reply with quoteBack to top

Ich gebe Dir recht, man sollte nie den Kopf hängen lassen, aber bei mir ist es total aus. Keine Energie, warum habe ich nur Industriekaufmann gelernt, wenn ich sowieso in Sprachen große Probleme habe. Selber bin ich eigentlich nur noch für die Produktion geeignet, als Lagermitarbeiter etc.. Ich muss sehen, was genau ich in Zukunft noch leisten kann, ansonsten ende ich als Sozialempfänger. Aus und vorbei..
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ela




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PostPosted: 11.03.2012, 16:07    (No subject) Reply with quoteBack to top

Hallo,
hoffe es geht dir heute beser. Bei mir das oft tages- und sogar wetterabhängig. Klar die berufliche Situation ist beschissen, aber es steckt mehr dahinter, wenn man da gar nicht mehr raus sieht - oder sehen will! Ich wollte immer kämpfen und stark sein, aber manchmal muß man sich auch helfen lassen. Es ist schon ein erster Schritt, daß du dich hier an uns wendest. Metal hat mir sehr geholfen, auf jedem Manowar-Konzert schöpf ich Kraft zum Weitermachen. Aber ich war auch 3 Monate in einer Klinik, mache eine Gesprächstherapie und hab Tabletten genommen. Sein bitte nicht zu stolz, dir Hilfe zu suchen, aber gib nicht auf!

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Bingo




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PostPosted: 11.03.2012, 18:35    (No subject) Reply with quoteBack to top

Nein, leider geht es mir heute nicht viel besser. Werde wohl ein Arzt besuchen, ein Leben ohne beruflichen Erfolg, wie mies. Dabei will man doch nur Leben und sich ein wenig gönnen.
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ela




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PostPosted: 11.03.2012, 18:57    (No subject) Reply with quoteBack to top

Wenn du darüber reden möchtest geb ich dir meine e-mail
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Bingo




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PostPosted: 11.03.2012, 18:59    (No subject) Reply with quoteBack to top

Das würde ich zu gerne, danke für das Angebot, bitte um Deine Emailadresse.
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ela




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PostPosted: 11.03.2012, 19:20    (No subject) Reply with quoteBack to top

michaela.augustin@gmx.de
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Audacter
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PostPosted: 11.03.2012, 19:24    (No subject) Reply with quoteBack to top

« Bingo » wrote:
Ich gebe Dir recht, man sollte nie den Kopf hängen lassen, aber bei mir ist es total aus. Keine Energie, warum habe ich nur Industriekaufmann gelernt, wenn ich sowieso in Sprachen große Probleme habe. Selber bin ich eigentlich nur noch für die Produktion geeignet, als Lagermitarbeiter etc.. Ich muss sehen, was genau ich in Zukunft noch leisten kann, ansonsten ende ich als Sozialempfänger. Aus und vorbei..


Ich bin auch Kaufmann und es ist tatsächlich für den Arsch. Ich war lange Zeit arbeitslos, man fühlt sich nur noch mies. Ich habe dann in der Tat einen Staplerschein gemacht, bin dann ins Zentrallager einer größeren deutschen Lebensmittelkette gewechselt und ich muss sagen: Zu Anfangs ist es ungewohnt, aber mit der Zeit bin ich dort hineingewachsen und als Schubmastfahrer verdient man auch nicht wirklich schlecht. Auch wenn es kein Traumberuf ist, Spaß macht es trotzdem irgendwo und heute geht es mir auch wieder richtig gut. Es ist keine platte Aussage wenn es heisst: Ein Ende ist ein Anfang. Denn das ist es wirklich. Man muss nur aufhören, sich unter Druck zu setzen. Das eine zieht das andere mit sich. Du musst nur DURCHHALTEN!

Es gibt in meinem Umfeld Ingenieure, Webdesigner, bekannte Fotografen usw. Aber daran orientiere ich mich nicht mehr. Es kann nicht nur (gefühlte) Elitäre Plätze geben. Wichtig ist, dass man nicht aufhört, seinen Platz im Leben zu suchen. Auch wenn es nicht der, eines Managers mit 5000 Euro Netto ist.

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Plill
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PostPosted: 11.03.2012, 20:04    (No subject) Reply with quoteBack to top

Um mal einen anderen Lösungsansatz zu präsentieren:
Man kann damit auch zum Arzt.

Ich habe in meinem Freundeskreis gleich zwei Bekannte die unter Depressionen leiden.
Beide befinden sich mittlerweile in Behandlung.
Man geht zu einem Psychiater und der diagnostiziert die Krankheit. Daraufhin zahlt's dann auch die Krankenkasse.

Depressionen sind eine anerkannte Krankheit und man kann sie auch behandeln. Es gibt sogar Medikamente dagegen.

Die eine Bekannte muss jetzt zb 1 - 2x pro Monat zum Psychiater und nimmt 2 oder 3 Tabletten am Tag. So hat sich ihre Stimmung eingependelt und sie hat ihr Leben wieder in den Griff bekommen.

Die andere befindet sich erst am Anfang der Therapie und möchte keine Medikamente nehmen, darum muss sie öfter zum Arzt.
Ist eigentlich alles möglich, man muss sich halt nur Hilfe holen und nicht alleine im Zimmer trauern.

Also wenn du wirklich leidest und du das Gefühl hast dass dein Leben den Bach ab geht, dann hol dir Hilfe.
Kannst ja einfach mal per Google nach Psychiatern in deiner Umgebung suchen und dich per Mail erkundigen.

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Audacter
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PostPosted: 11.03.2012, 20:48    (No subject) Reply with quoteBack to top

Viellecht reichen ja auch ein paar Sitzungen beim Psychologen, statt direkt medikamentös zu beginnen. Das muss in der Regel eh erstmal abgeklärt werden. Zur Not kannst du auch fürs erste ein paar leichte Tabletten (aber keine Homöopathischen bitte) vom Hausarzt bekommen. Das kann er nämlich tun, bevor du zum ersten Mal zum Psychologen musst.
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Plill
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PostPosted: 11.03.2012, 21:48    (No subject) Reply with quoteBack to top

Klar zuerst mal abklären.
Kein seriöser Psychiater drückt dir einfach ein paar Pillen in die Hand. Der braucht schon ein paar Sitzungen bis er weiss wo der Schuh drückt.

Vielleicht sind Pillen ja nicht mal nötig.

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Potrix




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PostPosted: 11.03.2012, 22:55    (No subject) Reply with quoteBack to top

Kann da nur zustimmen, am besten einfach mal einen Termin mit einem Psychiater (oder wenn dir das lieber ist mit dem Hausarzt, der verweist dich dann schon weiter) ausmachen. Das wird ein bis zwei Sitzungen brauchen, bis der eine Diagnose für dich hat und dann kann man zusammen schauen, was genau man machen möchte. Gibt ja nicht nur Therapie und Pillen, da gibt es noch genügend andere Möglichkeiten Smile
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Richard the Lionheart




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PostPosted: 12.03.2012, 06:30    (No subject) Reply with quoteBack to top

Mich lässt das alles hier auch nicht kalt und ich wollte dir, Bingo, gerne etwas Konkretes auf Deinen Hilferuf schreiben - hast es jetzt aber als PM bekommen, weil es hier etwas den Rahmen sprengen würde.

Last edited by Richard the Lionheart on 17.03.2014, 21:19; edited 1 time in total

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