Alben





Bild Informationen
Bandname: Velvet Revolver
Titel: Contraband
Musikstil: Hard Rock
Label:RCA/BMG
Homepage:http://www.velvetrevolver.com
Review-Autor:Thulsadoom
Punkte: 6 / 10

So da liegt nun also Contraband - das Debutalbum der Gruppe Velvet Revolver - vor mir. Die Erwartungen wurden zwar bewusst nach unten geschraubt, aber die Vorfreude lässt sich doch kaum bändigen. Was haben die Ex-Gunner Saul "Slash" Hudson (Guitar), Duff Rose McKagan(Bass) und Matt Sorum (Drums) zusammen mit Ex-Suicidal Tendencies-Gitarrist Dave Kushner und vor allem mit dem ehemaligen Sänger der Stone Temple Pilots Scott Weiland da vollbracht? Nun, dass es kein zweites "Appetite for Destruction" werden würde war mir von Anfang klar. Das würde auch Axl Rose nicht mehr hinbekommen.

Zunächst mal mag einem auffallen das es das Album mit 3 verschiedenen Covers gibt. Die unterscheiden sich aber nicht im geringsten (bis auf das Cover eben *g*).

Zugegeben nach dem ersten Hören war ich etwas enttäuscht, aber weil ich bei Rock/Metal-Alben immer eine längere Eingewöhnungsphase brauche hab ich etwas gewartet und immer wieder zwischendurch gehört und ich denke nun ist der Moment erreicht wo ich mir eine Meinung bilden konnte.

Mit "Sucker Train Blues" prescht die Platte ja mal ziemlich nach vorne. Die Lyrics sind etwas merkwürdig und ergeben kaum Sinn, aber ohne zu viel veraten zu wollen: die Inhalte sind bei Contraband eher Nebensache. Hauptaugenmerk liegt auf fetten Gitarrensounds und schönen Solos. Und der erste Song ist meiner Meinung nach ein Paradebeispiel für das Potential der Jungs. Einer meiner Favourites.

"Do it for the kids" rockt noch immer ist aber schon etwas schwächer auch wenn Slashs Solo mir hier eine Spur besser gefällt und der Song wie sagt man ...gleitet perfekt aus.

"Big Machine": hmmpf... Inhaltlich behandelt das Ganze Weilands noch immer existierende Drogensucht. Schön und gut aber musikalisch ist der Song in meinen Augen eher schwach. Zu eintönig das Ganze. "It's a big machine It's a big machine We're all slaves to the big machine...". Auch das für Slash-Verhältnisse eher mässige Solo kann den Song nicht mehr wirklich aus der Mittelklasse herausreissen.

Bei "Illegal I" welches gekonnt von Sorum eingeläutet (oder besser gesagt eingehämmert) wird,zeigt Weiland seine stimmlichen Qualitäten. Von ruhig bis agressiv wechselt er gekonnt.
Der Song selbst ist guter Rock aber irgendwie nichts besonderes. Bei Appetitte wärs wohl nur als Füller durchgegangen.

Zu "Spectactle" möchte ich wenig sagen, denn der Song sagt mir nicht im geringsten zu, was daran liegen könnte dass er meiner Meinung nach doch sehr grunge-angehaucht ist. In meinen Augen der schlechteste Song des Albums.

Bei "Fall to pieces" handelt es sich um eine grossartige Ballade. Aber das zweite "November Rain" welches Slash immer angekündigt hat, ist es aber wirklich nicht. Bei aller Liebe. Weiland singt voller Emotionen über seinen emotionalen Fall und Slash's Solo macht aus dem Song ein kleines Meisterwerk. Geiler Song!

"Headspace" erweckt mit dem heftigen Intro durch Duff und Matt (zumindest meint mein Laienohr das zu erkennen *g*) den Eindruck eines agressiv/frech/rotzigen RockSongs. Aber nach der ersten halben Minuten gehts verhältnismässig ruhig weiter. Hätte man meiner Meinung nach mehr draus machen können, ist aber trotzallem kein schlechter Song.

"Superhuman": Tja mehr als durchschnittlich ist das für mich nicht wirklich. Alles schon mal gehört. Schön langsam wirds eng mit dem genialen Rockalbum dass überall angepriesen wurde....

"Set me free": Werden die meisten welche einen Kauf in Erwägung ziehen schon kennen und war ja auch am Hulk-Soundtrack. Der Song ist einfach Weltklasse. Vom Anfangsriff über die "Set me Free"-Schreie des Herrn Weiland bis zum melodischen Ausklang.
Da kann man nichts dran kritisieren.

Mit "You got no right" kommt die zweite Ballade daher, welche mir besser gefällt als "Fall to pieces". Gefühlvoll besingt Scott hier ... ja was besingt er hier eigentlich? aus den lyrics wurde ich nie wirklich schlau... vermutlich liegts an mir.
Die Lyrics von Axl Rose fand ich immer verständlicher.

"Slither" - Die erste Single-Auskopplung des Albums. Ein Hammer-Song mit geilem Intro und fetten Riffs. Scotts Gesang gefällt mir hier besser als bei den meisten Songs. Live haut der Song meiner Meinung nach noch mehr
rein. Die Entscheidung für diesen Song als Single kann ich nur gutheissen.

"Dirty Little Things" ist etwas strange. Was daran liegt dass die ersten Sekunden und Riffs positiv an die
"Scheiss drauf"-Stimmung der Appetite-Songs erinnern. Und dann... hört man Weilands Stimme *g*. Nach einem
erstmaligen Schock gewöhnt man sich aber dran und der Song rockt ordentlich. Zwar kein Kracher wie "Set me Free", "Slither"
oder "Sucker Train Blues", aber nicht zu verachten.

"Loving the Alien": Das Album wird mit einer Ballade beendet, welches hier auch gut platziert ist. Und
mit "Loving the Alien" ist den Jungs ein kleines Meisterwerk gelungen. Der Song kann sich noch am ehesten mit
November Rain und Co. messen auch wenn er noch immer Meilen davon entfernt ist. Aber Slash und Scott
machen aus diesem Song etwas das man so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Neben "Set me Free" mein Lieblingssongs der Scheibe.


So ein zweites Appetite wars nun wirklich nicht aber damit hat ja auch keiner wirklich gerechnet.
Slash,Duff und Matt beweisen dass sie noch immer geile Musik machen können. Zu Kushner kann ich irgendwie
wenig sagen. Meiner Meinung nach passt der am wenigsten zur Band aber er hat ja keinen wichtigen Part. Scott Weiland ist ein Fall für sich. Die leicht feminine Art von William Axl Rose ist auch ihm zu eigen, was aber irgendwie mehrere Rockinterpreten haben (rein subjektive Meinung). Auch das Bad-Boy-Image fehlt dem (gerade wieder mal Ex-)Junkie nicht. Seine Stimme ist aber gewöhnungsbedürftig, aber gut das war Axl's auch.

Alles in allem bin ich doch etwas enttäuscht von Contraband. Großteils gute Rocksongs und einige geniale Stücke, aber irgend etwas fehlt. Schön langsam muss ich mir eingestehen dass wohl doch Axl Rose großteils an den genialen Werken der Gunner federführend war.
Eine weitere Möglichkeit besteht auch darin dass Slash sich zu wenig einbringen konnte, denn Weiland liess ja mal in einem Interview durchblicken dass er bei STP zu viel auf die Wünsche der anderen Bandmitglieder eingegangen ist und das aber nicht mit seinen Vorstellungen vereinbaren konnte.
Keine Frage es wurden Meisterwerke unter Drogeneinfluss geschrieben, aber Scott Weiland scheint diese Gabe nicht zu besitzen.

Auch die Lyrics sind äusserst dürftig und nichtsagend. Was das angeht war und ist in meinen Augen Axl Rose ein Genie.

Bleibt nur zu hoffen dass der einzig verbliebene Ur-Gunner in Guns n' Roses seine Probleme bald auf die Reihe bekommt und "Chinese Democracy" veröffentlicht. Wer nur "My God" vom "End of Days"-Soundtrack kennt mag der Meinung sein dass er mittlerweile auch nicht mehr dazu in der Lage wäre Klassiker mit dem Format eines November Rains zu schaffen.

Er hat bei seinen Live-Auftritten bereits bewiesen dass er es noch immer kann. Das Titelstück zum neuen Album, oder "The Blues" aber vor allem "Madagascar" zeigen dass es doch gerechtfertigt war den Namen "Guns n' Roses" weiterzuführen, auch wenn ein eigener Name anständiger gewesen wäre.

Aber zurück zu Velvet Revolver. Das Debut-Album lässt auf mehr hoffen und bei der kommenden Live-Tour werden die Mannen zeigen wozu sie in der Lage sind und diesmal mit mehr Songs im Gepäck. Bleibt zu hoffen dass sie ihre Wurzeln nicht vergessen und doch einmal den ein oder anderen Song der vergangenen Tage zum besten geben....