Alben





Bild Informationen
Bandname: Majesty
Titel: Hellforces
Musikstil: True Metal
Label:Massacre (Soulfood Music)
Homepage:http://www.majestymetal.de
Review-Autor:Thulsadoom
Punkte: 9 / 10

Die aktuellste Scheibe (Anmerkung: Review geschrieben Mai 2006) der deutschen True-Metal-Gruppe Majesty nennt sich Hellforces. Bei dem Titel erwartet man natürlich wieder True Metal-Kost vom Feinsten und genau das bekommt man auch. Das Album ist mehr als nur gelungen, sondern ein kleines Meisterwerk, auch wenn er knapp nicht an "Keep It True" heran kommt, welche für mich bis dato die beste Majesty-Auskopplung ist.

Majesty entwickelt sich aber weiter, und so klingt Hellforces schon viel besser als noch "Reign In Glory" welches natürlich auch alles andere als schlecht war. Das lässt auf die hoffenden Alben hoffen. Was man Majesty auch vorwerfen will, mangelnder Wille zur Weiterentwicklung zählt definitv nicht dazu.

Aber beginnen wir mal mit der Zerpflückung der Songs

The Blessing:
Kein wirklicher Song, sondern nur ein epischer Intro der das Album einleitet. Kommt recht gut rüber, und wird nicht umsonst auch als Opener für die kommenden Live-Auftritte verwendet werden.

Hellforces:
Der Titelsong prescht gleich ordentlich nach vorne. Macht wirklich Stimmung und der Refrain verleitet zum Mitsingen. Auch die hohe Stimme im Hintergrund beim Refrain stört überhaupt nicht, sondern ergänzt das Ganze perfekt. Zwischendurch wird ein kleines aber feines Gitarren-Solo eingestreut. Textlich bewegt sich der Song wie die meisten nicht gerade auf Pulizer-Niveau. Das liegt nicht nur daran dass es nur um Sword, Blood, Warrior, etc. geht, denn das gehört zu True Metal wie bei Manowar auch, nur bei Majesty wirkt das Ganze etwas unbeholfen. Generell werden die einzelnen Passagen fast krampfhaft gereimt. Aber ich würd mir auch schwer tun englische Texte zu schreiben und ausserdem find ich ansprechende Texte bei Songs zwar gut, aber erst in zweiter Linie. Ausgezeichneter Metal-Song. Daumen hoch.

Dance with the Demon:
Ein wie bei Majesty häufig im Mid-Tempo-Bereich angesiedelter Song. Beim Refrain beweist Tarek sein stimmliches Talent. Zwar kann er sich nach wie vor nicht mit Eric Adams messen, aber das sollte man ja gar nicht, da sie eine eigenständige Band sind. Der Song macht Laune. Ich bin zwar kein Englisch-Experte aber meiner Meinung nach hat Tarek mit der Wahl der Texte hier besonders ins Fettnäpfchen gelangt.

"Into the Reich of darkness we will go". Also so weit ich weiss verwenden dass die Amerikaner/Engländer nur in Verbindung mit dem Dritten Reich und damit wollte man doch sicher keine Verbindung herstellen. Bietet Skeptikern nur Gelegenheit der Band rechtes Gedankengut zu unterstellen. Hier hätte man vielleicht sorgsamer wählen sollen.
Für die letzte Strophe übernimmt erstmals Johanna Mott das Mikro. Den Übergang finde ich sehr gelungen und ihre Stimme konnte mich von Anfang an überzeugen. Manch einer mag hier vielleicht ein billiges Imitat von Ex-Nightwish Tarja wittern, aber mir gefällts so ganz gut. Nach der Strophe kommt ein Schrei mit dämonischem Gelächter. Noch ein kleines Solo und die letzen Refrains und der Song gleitet langsam aus.

Sons Of A New Millenium:
Eine typische Majesty Ballade. Wer sich hier noch ruhig halten kann, und nicht mitsingen will, wird wohl nie Gefallen an der Band finden. Es wird auch hier wieder kräftig Einsatz von den Backing-Vocals-Chören Gebrauch gemacht, was ja schon bei "Bring Metal To The Stadiums" ausgezeichnet funktioniert hat. Das obligatorische Solo passt auch, was will man mehr. Sonst gibt es nicht viel zu dem Song zu sagen.

Heavy Metal Desire:
Bis zu dieser Stelle der härsteste Song des Albums. Brettert ordentlich mit schnell gespielten Riffs los, dem sich auch noch Trommelgehämmer hinzugesellt. Und wie es anfängt so geht es auch weiter. Tarek besingt wie schon des öfteren die Begierde nach Heavy Metal. Die Screams zwischendurch passen gut, und wirken schon viel besser als bei früheren Platten.

March for Victory:
Dieser Song hat meiner Meinung nach das Zeug zu einem Majesty Klassiker!! Eine nahezu perfekte Hymne. Hier stimmt einfach alles. Hier konnte ich ihm Auto nicht anders, als so weit mir möglich (Textschwächen ;-)) den Großteil des Songs mitzusingen. Vor allem der Refrain hat es in sich. Tareks Stimme hat mich hier echt überzeugt. Der Mann entwickelt sich immer mehr zu einem richtig guten Metal-Sänger.
Wenn der Refrain dann nur von der Gitarre gespielt wird, kommt auch extrem gut rüber, wo ich auch nicht anders konnte als mitsummen. Gleich danach noch mal mit frischer Energie der Refrain nachgeworfen.
Ride Over The Mountains! Hail to Majesty! sag ich da nur :-D.

Like A Raptor:
Dazu möchte ich nicht allzu viel sagen. Standard-Metal-Song der mich bisher nicht wirklich überzeugen konnte. Und textlich gehört es wohl zu dem schlechtesten was die Band je produziert hat.
Kleiner Auszug:"It's late at night in Central Park, and you want to see me, but it's much to dark, and I just crave who you are". Wems gefällt.. meines ist es nicht.

Guardians Of The Dragongrail:
Gehört für mich ebenfalls zu den besten Songs dieser Platte, sowie auch aller Majesty-Songs so far. Der Song beginnt mit Windgeräuschen und eine akustische Gitarre stimmt den wunderschönen Refrain an.
Danach wird ein kurzer Teil desselben angestimmt. Dieser Wechseln von ruhig auf schnell passt einfach perfekt. Die einzelnen Strophen wissen auch zu überzeugen. Aber der Refrain ist wieder mal einfach göttlich, und auch hier konnte ich nicht anders als im Auto lautstark mitzugröhlen. Ja sogar jetzt beim erneuten Hören kann ich nicht anders *g*. Auch hier zeigt Tarek wieder dass er dazugelernt hat.
Gegen Ende kommt nach einem kurzen Solo noch einmal Johanna Mott zum Einsatz und singt eine wunderschöne Strophe über den Drachen. Darauf gibt noch einmal Tarek diesen zum Besten, und für den letzten Anlauf singen beide im Duett. Einfach wunderschön.

Freedom Heart:
Nach so einem Wahnsinns-Song rechnet man eigentlich jetzt eher mit schwächeren Songs, aber Freedom Heart kann sehr gut Konkurrenz liefern. Einfach eine wunderschöne Ballade die sich der Thematik widmet, dass man alles schaffen kann wenn man sich nur dazu aufrafft. Zwischendurch werden Trommeln verwendet wie sie meines Wissens die französischen/englischen Truppen während der Kolonialzeit hatten.
Tarek zeigt wie auch bei Aria Of Bravery dass er auch wunderschöne Balladen singen kann.

Fight Forever:
Der Song fängt zwar vielversprechend mit harten Riffs und Tarek-Screams an, kann mich aber nicht hunderprozentig überzeugen. Kein schlechter Song aber irgendwie auch nicht mehr.


Nowhere Man:
Mir erschliesst sich zwar noch die Bedeutung was ein "Nowhere Man" überhaupt sein soll, aber dem restlichen Text gehts wohl darum wie großartig Tarek nicht ist. Er lebt schnell, so ist er, er wird nie so ein nirgends-mann sein.
Aber davon abgesehen ist der Song ziemlich gelungen. Schöne Riffs. Guter Gesang. Nur dieses komische computergenerierte Geräusch im Hintergrund hätte man sich sparen können. Das hört sich eher so an als ob man sich mit einem Staubsauger richtung Ohr fährt :-D Im Anbetracht der restlichen Songs nur Durchschnitt, aber sicher alles andere als schlecht.

Metal Law 2006:
Tja was will man da sagen. Ich kannte den Song ja von der Metal Law Box Set, aber hier hat mans wirklich mit dem Verbessern übertrieben. Weniger war hier eindeutig mehr. Die erhöhte Stimme im Hintergrund zu Tareks Stimme klingt einfach nur unnötig. Stört das Ambiente. Auch beim Metal Law Chor wird diese Stimme dazugemischt. Schrecklich. Und der wunderschöne Mittelteil bei dem Tarek Teile des Refrains nur gesummt hatte, wurde durch zusätzliche "Metal Law! Metal Law"-Rufe ergänzt und auch diese grässliche Stimme kommt zum Einsatz. Versteht mich nicht falsch. Der Song ist richtig geil, sogar in dieser Version rockt er noch ordentlich, aber wenn man die Box-Set-Version kennt, muss man sich da schon etwas wundern.

Fazit: Ich freue mich bereits auf die nächsten Alben der Truppe. Auch wenn mir bisher keine so gut gefallen hat wie das Debut Hellforces, so muss ich der Band doch meine Bewunderung aussprechen, weil man von keinem Album sagen könnte, dass es wie das andere klingt. Da wurde immer weiter entwickelt. Bleibt nur abzuwarten wohin die Reise als nächstes geht. Potential haben sie auf jeden Fall.