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Bild Informationen
Bandname: Iced Earth
Titel: The Glorious Burden
Musikstil: Power Metal
Label:Steamhammer
Homepage:http://www.icedearth.com
Review-Autor:son-of-odin
Punkte: 8 / 10

Historische Themen in Verbindung mit Metal

Nachdem Sänger Matt Barlow die Iced Earth 2003 verließ um dem Rockstarimage zu entfliehen und einer Karriere als Heimatschützer nachzugehen, sprang noch im selben Jahr Tim „Ripper“ Owens (Ex-Judas Priest) ein, um auf dem 2004 erschienenen Album „The Glorious Burden“ seine gesanglichen Künste zum besten zu geben. Musikalisch ist „The Glorious Burden“ nicht schlecht produziert und kann überzeugen, doch es fällt schon schwer sich an die neue Stimme von Owens zu gewöhnen. Aus meiner Sicht war Barlow genau der richtige Sänger für Iced Earth, wobei Owens Stimme eher nicht zu ihnen passt und er besser bei Judas Priest aufgehoben war. Textlich behandelt „The Glorious Buden“ hauptsächlich kriegerische Thematiken wie die Schlacht von Waterloo, den Roten Baron (einem deutschen Jadtflieger im ersten Weltkrieg) oder auch Attila dem König der Hunnen.

Zum Review ...

Den Anfang macht die amerikanische Nationalhymne „The Star-Spangled Banner“, die von Owens und co. ein neues Styling verpasst bekommt und ganz im Metalstil daher kommt. Krachende Drumms und ein heiteres Gitarrenspiel zeichnen sich hier aus und lassen den Hörer in die verrückte Welt der Amis abtauchen =) Zur Melodie kann ich hier nur sagen, dass sie wahrscheinlich jeder kennen wird, aber so wie die Hymne überarbeitet wurde klingt sie wirklich schon besser als das Original.

Ohne eine Pause wird hier direkt ins nächste Lied übergegangen und es ertönt „Declaration Day“, ein Song der von der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und über die Kämpfe um die Loslösung der 13 amerikanischen Kolonien von Großbritannien handelt. Der Song beginnt mit einzelnen Riffs und ruhigem Trommeln, dass in einen eingängigen Rhythmus und eine schöne Melodie übergeht. Owens beginnt in einer Mischung aus hohem, aber stellenweise auch krächzendem Gesang loszulegen und nachdem er einige Strophen vollendet hat folgt der vom Chor begleitete Refrain, der ausgesprochen gut in diesen Song hineinpasst und den Hörer schnell begeistert. Auch ein schönes Solo, dass circa in der Mitte des Songs beginnt und wieder einmal beweist, dass Jon Schaffer ausgesprochen gute Gitarrenarbeit leistet, wird dem Hörer hier geboten. Anspieltipp!

Die Ballade „When The Eagle Cries“, die textlich auf der Katastrophe vom 11. September 2001 basiert, wird zu Beginn mit einer Akustikgitarre gespielt. Owens Stimme kann mich hier wenigstens einmal voll überzeugen und man merkt ihm die Betroffenheit und Trauer an, die ihn immer noch nicht losgelassen hat. Im Gegensatz zu Manowar, die ihre Ballade „The Fight For Freedom“ schon vor dem 11. September geschrieben hatten und sie später als Lied für alle Opfer und Angehörigen dieser Katastrophe veröffentlichen, wurde hier gezielt eine Ballade für 9/11 komponiert. Auch bei einem Blick ins Booklet der CD wird symbolisch auf die Attacke des 11. Septembers durch einen weinenden Adler und das im hintergrundstehende World Trade Center hingedeutet. Hier ist der Refrain packend und emotional zugleich und weißt ein weiteres mal auf dieses Verbrechen an den Amerikanern hin „When the eagle cries, blood will flow, when the eagle cries, for freedom´s fight, when the eagle cries, we love her so, when the eagle cries, we will sacrifice.“

Weiter geht es mit dem wohl bekanntesten Song der Scheibe „The Reckoning“. Hierzu gibt es auch ein Musikvideo, dass vor ca. zwei Jahren auf verschiedensten Musikprogrammen zu sehen war. Für mich ist es aber kein wirkliches Highlight der Platte und das Video, dass im TV lief hat mich damals auch nicht so wirklich angesprochen. Okay, man muss vielleicht zugeben, dass das Riffing in diesem Lied besonders gut ist und das Tempo sehr hoch, aber wenn Owens hier anfängt zu dudeln könnten Blumen verwelken. Dieses Lied ist mal wieder ein Beispiel dafür was der Unterschied zwischen einem Matthew Barlow und einem Tim Owens ist. Im Mittelteil bricht für kurze Zeit das schnelle Tempo ab und es wird leise am Bass gezupft und danach kommen einige verzweifelte Screamversuche von Owens. „Verzweifelt“ ist hier glaube ich der richtige Audruck, denn wenn ich mir dazu die Screams von anderen Größen wie zum Beispiel Eric Adams anhöre sieht es schlecht aus für Owens. Dieses Lied ist nicht unbedingt mein Fall.

Kommen wir nun zu einem, wie ich finde auch etwas misslungenem Stück. Auch hier stört mich an vielen Stellen wieder Owens Stimme. Zunächst habe ich mir von diesem Song auch mehr versprochen und auch der Anfang hört sich mit seinen harten und sehr heavy Riffs sehr viel versprechend an. Hier werde ich sogar zu Anfang an die alten Iced Earth erinnert und selbst die Stimme ist in den ersten Strophen noch annehmbar aber spätestens beim Refrain wird die Stimme schrecklich. Von den musikalischen Aspekten bekommt das Lied eine 2, aber für die Stimme würde ich im besten Fall eine 5 aussprechen.

Schön das mich da das nächste Lied mehr überzeugen kann. „Attila“ heißt dieses und handelt wie der Name schon sagt über den Hunnenkönig Attila. Sehr starkes Riffing und genial gespielte Drumms zeichnen diesen Song aus. Das beste aber an diesem Song ist ohne Frage der Refrain, der mich hier zu 100 Prozent überzeugen kann. Einfach nur geil, vor allem wenn man die Melodie dazu kennt „Hell awaits behind Gaul´s gate, the romans stand only to fall, they will die by his sword, the barbarian lord, Attila hear´s victory call”. Um noch mehr zum Text zu sagen, es geht hier vermutlich um die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern, die 451 zwischen Hunnen, sowie Römern und Westgoten, die Attilas Armee schwächten aber sie nicht vollständig besiegen konnten, ausgetragen wurde. Hier sieht man mal, dass Musik besser ist als jeder Geschichtsunterricht =)

Das nächste Lied „Red Baron/ Blue Max“ handelt vom berühmten deutschen Jadtflieger des ersten Weltkrieges Manfred Von Richthofen, der als Beiname Roter Baron oder im englischen eben auch Red Baron genannt wurde. Er erzielte die höchste Anzahl von Luftsiegen, die im ersten Weltkrieg von einem einzelnen Pilot erreicht wurden. Er starb am 21. April 1918 in einem Luftkampf. Zu Beginn des Liedes hört man schnell gespielte Riffs nachdem Bobby Jarzombek ein gewaltiges Trommelgewitter auffährt und der Song nach einiger Zeit zu einem Midtempotrack mutiert. Der Refrain wird zum Teil von Owens und zum Teil von Backingvocals übernommen. Riffs sind auch hier wieder massenweise vertreten und runden den Song richtig ab, während das Tempo zum Schluss noch einmal auf höchstes Level steigt und ein kurzes aber schönes Solo begleitet von einigen letzten Strophen das Ende ankündigt.

„Hollow Man“ heißt der nächste Song, der leise beginnt und genau wie bei „When The Eagle Cries“ mit einer Akustikgitarre beginnt. In leisen Stücken wie diesem kann Owens Gesang mich überzeugen. Soweit ich den Inhalt des Lied interpretieren kann geht es hier um einen Soldaten der völlig am Ende und niedergeschlagen dem Weg zur Freiheit und Frieden sucht. Im Refrain gewinnt der Song an Geschwindigkeit aber auch hier bleibt der Gesang zufriedenstellend. Die schönsten Stellen des Songs aber, befinden sich am Ende des Liedes und reißen wirklich mit. Schöner Song, alle Instrumente stehen in perfekter Harmonie zueinander. Bravo!

Jetzt wird es aber noch einmal besser, denn jetzt kommt „Valley Forge“. Valley Forge war der Name des Lagers in dem George Washington im Winter 1777-1778 während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges campierte. Im Lied ist nur von einem Soldaten die rede („Close your eyes and imagine, the soldier at Valley Forge.“) Ich gehe aber davon aus, dass mit einem Soldaten, alle Soldaten gemeint sein sollen, die in diesem Krieg für die Unabhängigkeit Amerikas kämpften. Im diesem Song werden nämlich genau diese Soldaten besungen und verehrt. Beispiel: “... And to the one´s that kept our freedom free – Words can´t express all that you´ve done!” (Gleichzeitig meine Lieblingsstelle in diesem Song) Musikalisch ist dieser Song perfekt und es fehlt hier einfach nichts. Es gibt schnellere und ruhigere Parts und ein göttliches Solo zur Mitte des Songs, kommt noch oben drauf und versüßt dem Hörer diesen Song.

Nun folgt „Waterloo“. Hier kann man auch wieder von einem Highlight sprechen. Von Beginn an treffen hier melodische Riffs auf harte Drumms und das ganze im typischen Galloprhythmus Iced Earth´s. Dieses Lied basiert auf der großen Schlacht von Waterloo. Eine ganze Schlacht wird hier in ein Lied gesteckt und es wirkt dabei nicht einmal textlich überlastet sondern einfach nur großartig. Nochdazu kommt, dass der Rhythmus eingängig ist und mich persönlich sehr überwältigt. Die ganzen Text kann und will ich hier nicht wiedergeben weil ich dann heute Nacht noch an diesem Review säße. Wer dieses Album hat kann sich ja einfach mal den Songtext durchlesen, wenn er es nicht schon getan hat. Ein toller Refrain setzt dem Song noch die Krone auf ... Geil!

Zum guten Schluss befindet sich noch ein Bonustrack auf diesem Album. Leider nur eine unplugged Version von „When The Eagle Cries“, die aber fast an das Original heranreicht. Aber eben nur fast.

Da „The Glorious Burden“ eine Bonus CD enthält wird diese auch noch kurz von mir beschrieben.

So und nun kommen wir zur zweiten CD des Albums. Diese Scheibe beschäftigt sich textlich ausschließlich mit der Schlacht von Gettysburg 1863 und deswegen trägt sie auch genau diesen Namen „Gettysburg 1863“.

Der erste Song hier lautet „The Devil To Pay“ ist das erste Lied der zweiten CD und beginnt ähnlich wie die erste CD auch mit der amerikanischen Nationalhymne, nur das diese hier auf traditionelle Art und Weise gespielt wird. Es ist der Beginn einer großen Schlacht und nun hageln Bomben auf das Schlachtfeld nieder. Die Bombengeräusche weichen und eine Gitarre fängt an zu spielen, die aber immer noch von einem Trommeln begleitet wird. Owens beginnt ruhig zu singen und nach und nach mutiert das Lied in einen Midtempotrack, aber es kommt hier ab und zu trotzdem noch zu den verschiedensten Tempowechseln. Hierzu sei noch gesagt, dass alle Lieder auf dieser zweiten Bonus CD über zehn Minuten lang sind und alle sehr gut gelungen sind. Super!

Nun kommt „Hold At All Costs“. Dieses Lied beginnt auch wieder mit einer Akustikgitarre und einem unwahrscheinlich genialem Gesang von Owens. Für mich ist dieser DAS Highlight überhaupt. Eingängige Strophen und textlich Hochwertige Lyrics werden hier in Verbindung mit schnellen Riffs und schöner Melodie gebracht. Der Refrain hat es in sich: „We know what we´re made of, when up against all odds, we hold our line, for the cause that we so love – We must hold at all costs!” In der Mitte des Songs darf hier natürlich auch kein Gitarrensolo fehlen. Einfach nur zu empfehlen dieses Lied. Mein Respekt!

Der letzte Song heißt „High Water Mark“ der mit tobenden Trommeln beginnt. Man kann hier förmlich den Krieg spüren und das Schießpulver riechen. Nach diesem gewaltigen Trommelngewitter fängt Owens wieder ruhig an zu singen und wie in jeden Lied dieser Scheibe wird sein Gesang wieder von einer Gitarre begleitet. In diesem Lied fällt auf, dass Owens verschiedene Stimmlagen benutzt um in verschiedene Rollen zu springen. Solange hier seine Stimme nicht aggressiver wird stört sie mich auch nicht wie in manchen Liedern der ersten CD. Im Mittelpart kommen hier noch einmal die Bombengeräusche vom Beginn des Songs zum Enisatz. Dieses Teil überwältigt mich nicht so wie zum Beispiel „High Water Mark“ oder „Hold At All Costs“ aber ist trotzdem sehr gelungen.

Wenn man sich nun das Werk im Gesamtbild betrachtet wird man merken, dass es einige schlappere, aber in der Mehrzahl viele gute bis sehr gute Songs gibt. Ich finde, dass das Album wirklich sehr abwechslungsreich und muss sagen, dass mir die Gitarrensoli wirklich sehr gut gefallen. Es gibt sicherlich mehr positive als negative Aspekte die man nennen könnte. Der Gesang wäre der größte Minuspunkt, aber da er an manchen Stellen auch wirklich wieder super klingt, kann ich ihn insgesamt auch nicht als „zu schlecht“ werten.

Also dann werde ich mich mal an die Punktevergabe machen ...
Ich gebe „The Glorious Buren“ zusammen mit der Bonus CD ...

8/10 Punkten

Tracklist:

DISC I

1. The Star-Spangled Banner
2. Declaration Day
3. When The Eagle Cries
4. The Reckoning
5. Greenface
6. Attila
7. Red Baron/Blue Max
8. Hollow Man
9. Valley Forge
10. Waterloo
11. When The Eagle Cries (Unplugged)

DISC II (Gettysburg 1863)

1. The Devil To Pay
2. Hold At All Costs
3. High Water Mark