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Bild Informationen
Bandname: Savage Circus
Titel: Dreamland Manor
Musikstil: Power Metal
Label:Dockyard 1 (Soulfood Music)
Homepage:http://www.savage-circus.de
Review-Autor:son-of-odin
Punkte: 8 / 10

Blind Guardian in längst vergangenen Tagen!

Was soll man zu diesem Album sagen? Mein erster Gedanke als ich die Scheibe in den Player schmiss war: „Das ist doch Hansi der da singt!“ Doch Hansi konnte es wohl nicht sein, dafür aber Jens Carlsson, dessen Stimme Hansi Kürschs aber verblüffend ähnelt. Nicht nur die Vocals erinnern hier stark an Blind Guardian sondern, auch der gesamte Sound, das Riffing, das ausgeglichene Trommeln, einfach alles.
Thomen Stauch, der 2005 Blind Guardian verließ, stieg bei Savage Circus ein um dort fortan die Drummsticks zu schwingen. „Dreamland Manor“ heißt ihr erstes Werk, dass es vermag, so manchen BG Liebhaber in alte Zeiten zurück zu versetzten.

Zum Review ...

Schon zu Beginn wird hier ein ordentliches Tempo angeführt und Thomen lässt das Schlagzeug bei „Evil Eyes“ richtig qualmen. Dieser Song ist gleich eines der vielen Highlights des Albums und überzeugt den Hörer mit einem eingängigen Refrain, tollen Riffs, ausgelassenen Gitarrensoli und abwechselndem Tempo. Trotz der schnellen Geschwindigkeit verliert das Lied nicht an Melodie. Gesanglich bewegt sich der Song auf höchstem Niveau und der raue, bekannte Gesang kann überzeugen, auch wenn er vielleicht nicht ganz an Hansis Gesangskünste heranreicht. Textlich ist der Song sehr Fantasy behaftet, wie eigentlich alle Savage Circus und auch BG Songs.

„Between The Devil & The Seas“ heißt das nächste Lied, dass mit vereinzelten Riffs und krachenden Trommeln beginnt und schnell in einen handfesten Rhythmus übergeht. Der Gesang setzt nach kurzer Zeit ein, der von schredernen Gitarren und harten Drumms begleitet wird. Der Refrain passt einwandfrei in den Song und harmoniert sehr gut mit der Melodie des Liedes. “Between the devil and the seas, in my agony in the silence screams, between the devil and the seas, when walls collide they´re breaking dreams”. Zu Ende des Songs kommt noch ein geniales Solo hinzu, welches voller Energie und Dynamik den Hörer zu begeistern weiß.

Jetzt kommt „Waltz Of The Demon“, das mit einer Akustikgitarre und schönem Gesang eingeleitet wird und nach circa einer Minute schlagartig das Tempo wechselt. Nach den ersten Strophen beginnt der Refrain, der in manchen Parts von einem zweiten Vocalist übernommen wird und einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Das Tempo ist hier gleichbleibend und ein Solo darf natürlich auch nicht fehlen. In der Mitte des Liedes wechselt der Song kurzzeitig den Rhythmus aber kehrt später wieder zum Ausgangsrhythmus zurück. Einige letzte Strophen folgen noch und mit einem mal ist das Lied vorbei.

Nun folgt ein weiteres Highlight „Tomorrowland“. Ein Midtemposong auf höchstem Level mit einem einzigartigen Refrain, bei dem sich eine Gänsehaut kaum vermeiden lässt. Hier passt von vornherein alles zusammen und nach kurzer Zeit ertönt ein heftiges Trommeln, dass von schnittigen Riffs und Carlssons rauer Stimme begleitet wird. Der Refrain fällt wie ein Sturm über den Song und lässt keinen Zweifel mehr offen. „On the tale of a falling star, on the quest for tomorrowland, I close my eys and I make a wish, bring me home to tomorrowland”. Auch wenn dieser Refrain textlich vielleicht etwas plump wirken mag, gesanglich wird er auf diesem Album nicht mehr übertrumpft. Super!

Der nächste Song trägt den ungewöhnlichen Titel „It – The Gathering“, bei dem schon zu Anfang Melodie und Rhythmus ganz groß geschrieben werden. Jedoch ändert der Rhythmus doch noch und das Tempo wird drastisch angehoben. Riffs donnern wie wild umher und das aggressive Drumming bläst den Staub aus den Boxen. Auch hier kommt Stellenweise ein Backgroundsänger zum Einsatz. Ein mittellanges Gitarrensolo, dass wie fast jedes Solo wieder sehr stark an Blind Guardian erinnert, gesellt sich noch hinzu. Das Lied endet mit einer Dämonenstimme, die ein leises Stöhnen von sich gibt und dann wieder verschwindet.

Kommen wir zu einer Ballade. „Beyond Reality“ heißt diese, die schon zu Beginn mit schönem Gesang und ruhigen Melodien, begleitet von einem Klavier zu überzeugen weiß. Es bleibt auch sehr ruhig und das Klavier wird an manchen Stellen wieder aufgegriffen. Der Refrain ist hier auch wieder einmal das höchste der Gefühle und ein emotionales Solo, dass zwar kurz aber dafür sehr intensiv gespielt wird, setzt dem Song noch das Sahnehäupchen auf. Für meinen Geschmack wird der Refrain dann aber doch zu oft aufgegriffen, was nach einiger Zeit dann doch etwas eintönig wirkt. Auch zum Schluss ertönt wieder das Klavier und das Lied klingt langsam aus.

Jetzt erwacht die Hölle! „When Hell Awakes“ heißt dieses Lied, dass schon zu Beginn das Tempo ganz oben ansetzt. Die Riffs klingen sehr düster als wenn sie gerade dem Fegefeuer entsprungen werden und es wird eine finstere Stimmung aufgebaut. Thomen trommelt wie wild auf sein Schlagzeug, während Gitarrist Emil Norberg seine Gitarre auf Touren bringt. Ein aggressiver Refrain gibt dem Lied noch seinen letzten Schliff und fügt sich perfekt ins Gesamtbild des Songs. „Crimson eyes are burning in the darkness of the woods, I must bring deliverance, Oh if I only could!” Es ist schwer etwas genaueres zum Text zu sagen da er wie viele andere sehr fantasylastig aufgebaut ist und Zusammenhänge der Strophen häufig kaum zu deuten sind. Musikalisch aber wirklich Top!

Jetzt folgt „Ghost Story“, ein Song der mit tollem Riffing und vereinzelten Trommelschlägen beginnt. Carlssons Stimme schwangt zwischen leisem Flüstern und emotionalen Schreien, während im Hintergrund ein schlichter Rhythmus aufgebaut wird, der nach einiger Zeit aber wieder wechselt und in einen vielseitigen und schnelleren Rhythmus übergeht. Auch hier wieder ein schönes Riffing und klirrende Trommeln. Ein gelungenes Solo darf auch hier nicht fehlen und ein ausgelassener Scream zum guten Schluss des Liedes auch nicht.

Nun sind wir fast am Ende angekommen – aber nur fast, denn ein letztes Highlight bleibt natürlich nicht aus. „Born Again By The Night“ heißt dieser Song, der mit majestätischen Riffs und wilden Drumms noch einmal alles gute vereint. Der Refrain ist ein wirklicher Ohrwurm, dem man nicht entkommen kann. „I´m by your side, you shall not fear this time, the final judgement now at hand, forged by fire, the awakening awaits, follow the light – born again by the night!” Fetzige Soli schießen hier wild umher und Carlsson lässt seine Stimmbänder glühen. Wie bei „It – The Gathering“ ertönt wieder eine Dämonenstimme, die ein kurzes, böses Lachen von sich gibt. Laute Trommeln, in kurzen Abständen lssen das Album ausklingen.

Insgesamt muss man sagen, dass „Dreamland Manor“ den Kauf auf jeden Fall wert ist und diese Scheibe besonders für alle großen Blind Guardian Liebhaber ein Leckerbissen sein dürfte.

Punkte 8/10


Tracklist:

1. Evil Eyes
2. Between the Devil & the Seas
3. Waltz Of The Demon
4. Tomorrowland
5. It - The Gathering
6. Beyond Reality
7. When Hell Awakes
8. Ghost Story
9. Born Again By The Night