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Bild Informationen
Bandname: Cirith Ungol
Titel: Frost and Fire
Musikstil: Epic Doom Metal
Label:Metal Blad (SPV)
Homepage:http://www.cirith-ungol.dragonight.de
Review-Autor:Thulsadoom
Punkte: 9 / 10

Cirith Ungol... eine 80er US-Metal-Band die nicht gerade zu den bekanntesten zählt. Die meisten werden mit diesem Namen wohl nur die Strasse zu Kankras Lauer aus "Herr der Ringe" verbinden (in Sindarin bedeutet Cirith Ungol "Spinnenpass"). Auch ich kannte die Band nur vom Hören/Sagen und hatte kein wirkliches Interesse daran irgendetwas zu ändern und etwas von den Jungs zu hören. Ein Fehler wie sich im Nachhinein herausstellte! Aber Gott sei Dank kam es anders.

Am Community Treffen überreichte mir Dark Avenger die vorher von mir gewünschte Solemnity-CD. Zusätzlich hatte er noch 2-3 andere Songs auf die Scheibe gebrannt. Und diese habe ich mir natürlich auch angehört. Darunter fand sich auch ein Song namens "Chaos Rising" von eben diesen ominösen Cirith Ungol. Der Song hat mir von Anfang an sehr gut gefallen, und so musste mehr her.

Und so habe ich mir letzten Endes das Erstlingswerk der Band besorgt, Frost and Fire, über welches mein Review hier handelt. Schon das erste Durchhören war vielversprechend. Nicht dass ich sofort hell auf von allen Songs begeistert gewesen wäre. Das Gefühl war ähnlich als ich das erste Mal die alten Manowar-Scheiben gehört habe. Es findet zwar nicht sofort den Weg zum Ohrwurm, aber man merkt dass da mehr dahintersteckt. Diese magische Aura. Schwer zu beschreiben ;-).Ausserdem gefällt mir auch das Cover sehr gut. Allgemein finde ich die Cover der Band sehr gelungen.

Nach einigem Durchhören denke ich das es jetzt an der Zeit ist dieses Review zu verfassen.

Zu den einzelnen Songs:

Frost and Fire: Der Titeltrack eröffnet auch gleich das Album. Melodische Gitarrenriffs begleiten Tim Baker, der zumindest nach meiner bescheidenen Meinung gewisse Ähnlichkeit zu Axl Rose hat (also stimmlich, nicht von den Texten). Inhaltlich behandelt der Song soweit ich das beurteilen kann die Ambivalenz verschiedener Dinge. Also zwei Gegensätze vereint. Der Frost bewahrt und erhält während das Feuer zerstört, aber beides brennt in ihm. Man muss an dieser Stelle anmerken dass die Stimme von Baker ebenso wie die des Herren Rose gewöhungsbedürftig ist weil sie doch sehr "schrill" klingt. Es als wirklichen Gesang zu bezeichnen wäre auch übertrieben, aber mir gefällt es ganz gut. Aber ich bin ja auch Guns'n'Roses-Fan ;-)

I'm alive: Definitv einer meiner absoluten Favouriten auf der Scheibe. Eine wunderschöne Durchhaltenummer. Nach dem Motto "Ich habe schon so viel erlebt, und bin noch immmer am Leben, ich lasse mich nicht unterkriegen". Auch musikalisch hält er einiges her. Das ruhige Gitarrenriff welches von Baker unterbrochen wird. Und das energisch "gesungene" I'm alive! Sehr stimmig. In diesem Sinne: "But I've still got strength, I've still got life And that will never change".

A little Fire: Erstklassiger Metal-Song an dem es wirklich nichts zu meckern gibt. Ausser dass die doch sehr rockige Melodie nicht unbedingt zum balladesken Text passt. Dieser handelt nämlich von Einsamkeit und innerer Kälte, die man erwärmen möchte (durch das fire). Aber trotzdem hört sich das durch aus gut an. Gitarren und Drums passen sich perfekt Bakers Gesang an.

What does it take: Inhaltlich geht es hier um unerwiderte Liebe. Was braucht es um zu dir durchzudringen? Musikalisch fällt hier die Keyboardbegleitung auf (zumindest halte ich es dafür). Erinnert mich irgendwie an trashige Fantasy-Games aus alten Tagen. Passt aber ganz gut.

Edge Of A Knife: Verdammt die Texte gefallen mir immer besser! Sehr melancholisch, fast depressiv. Rübergebracht wird das durch rotzig-freche Gitarrenriffs und einen Refrain der einem sofort gefällt. Auch das kurze Solo im Zwischenteil passt gut dazu. Erste Sahne!

Better Of dead: Der Song welcher mich am wenigsten von allem angesprochen hat. Weshalb er aber noch lange nicht schlecht ist. Die Texte sind wieder eher nachdenklich gehalten, wie man am Titel schon erraten kann. Musikalisch fallen hier die dumpfen Bass-Riffs auf (zumindest glaube ich dass es der Bass ist). Hört sich nicht schlecht an, auch wenn mich andere Songs mehr ansprechen konnten. Ich frage mich nur ob Tim Baker diese Texte frei erfindet oder auf seine eigene Person bezieht. Aber irgendwie kennt doch jeder diese Gedanken wenn man grad eine beschissene Zeit durch macht.

Maybe that's why: Hier kann man nicht viel dazu sagen. Einfach nur dass es ein wunderschönes Instrumental ist. Vor allem der Anfangspart zaubert eine wunderschöne Fantasywelt in die Gedanken. Sehr stimmungsvoll. Vermutlich hätte Gesang hier nur die Atmosphäre zerstört. Sehr gelungen.

Cirith Ungol: Fast jede Band hat einen Song mit dem eigenen Namen als Titel und da machen Cirith Ungol auch keine Ausnahme. Ich bin mir nicht sicher ob dieser Song schon im Original von 1980 dabei war, oder erst beim Re-Release hinzugefügt wurde, denn die Studioversion des Songs findet sich erst auf dem Nachfolgealbum "King of the Dead". Wer jetzt schlau kombiniert weiss schon dass es sich hierbei um eine Live-Version handelt. Musikalisch fällt das nicht wirklich ins Gewicht, da auch die restlichen Stücke nicht so klingen als ob sie 1000 mal wiederholt worden wären bis alles gepasst hat. Ist aber auch gar nicht notwendig. So hat die Scheibe diesen rohen, dreckigen Touch denn viele Debut-Alben haben. Das schon fast gegrowlte "Cirith Ungol, the tower of firrrre" passt sehr gut. Ziemlich schleppend treiben die Gitarren den Song vorwärts. Klingt sehr episch. Später folgt dann ein ausgedehntes Gitarren- und Drumsolo. Vor allem das Drum-Solo finde ich schon zu lange. Aber das ist Geschmackssache.

Fazit: Ein Wahnsinnsalbum dass mich auf jeden Fall davon überzeugt hat mir noch mehr zu besorgen. Denn immerhin soll der Nachfolger "King Of The Dead" die beste Scheibe der Gruppe sein. Meiner Meinung ist die Band zu Unrecht derart unbekannt. Da sich die Jungs schon vor etlichen Jährchen getrennt haben (zumindest soweit ich weiss), werde ich wohl nicht in den Genuss weiterer Alben oder gar einer Tour kommen, aber man kann halt nicht alles haben. Kanns jedem ohne Vorbehalte empfehlen. Reinhören lohnt sich!