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Bild Informationen
Bandname: Finntroll
Titel: Nattfödd
Musikstil: Folk-/ Black Metal
Label:Century Media
Homepage:http://www.finntroll.net/
Review-Autor:son-of-odin
Punkte: 7 / 10

Die Trolle und ihr viertes Werk!

Wenn man Finntroll einem genauen Genre zuordnen will gibt es häufig Probleme. Der genaue Name lautet laut metal-archives.com „Humppa- Influenced Folk- Black Metal“. Man muss sagen, dass der Black Metal zusammen mit den Folk und Humppa- Einflüssen zwar noch dunkel und böse wirkt, aber die Lieder dadurch auch zu echten Stimmungsmachern werden, denn finnische Instrumente treffen auf Schlagzeug, E- Gitarre und Bass. Die düstere Stimme des Frontmanns Mathias Lillman, der die Texte ausschließlich in schwedisch verfasst, gibt der Musik einen zusätzlichen Schub Dunkelheit. Ich muss sagen, dass ich selbst kein Black Metal Freund bin und Bands wie Mayhem, Dark Funeral, Darkthrone usw. überhaupt nicht in meinem Geschmacksbild passen. Wie man sieht, können Finntroll auch Fans anderer Genres begeistern, denn ich bin wirklich sehr positiv überrascht. Im folgenden Review geht es um ihre letzte Scheibe „Nattfödd“, die nun aber auch schon zwei Jahre zurückliegt.

Zum Review ...

Der erste Song heißt „Vinfärd/ Manniskopesten“ der mit einem Rauschen, dass wohl einen Sturm darstellen soll, und einer schreienden Stimme beginnt, dann gesellen sich Riffs hinzu und es geht sofort mit gehobenem Tempo los. Der Rhythmus wird nach einigen Stophen dann klar und deutlich erkennbar. Nach einiger Zeit kommen dann die ersten einheimischen Instrumente dazu, die dem Lied Melodie und und Dynamik geben. Zu den Lyrics kann ich nicht so viel sagen, da sie wie gesagt auf schwedisch sind. Sie handeln häufig von Trollen, Wäldern oder den Hass auf Christen.

Es geht weiter mit „Eliytres“, dass mit einem Akkordeon beginnt. Das Tempo ist auch hier wieder sehr schnell, was aber durch Einfluss der finnischen Instrumente, dem Hörer wieder sehr schmackhaft gemacht wird. In manchen Stellen in diesem Song, wird das Tempo noch einemal erhöht und im Hintergrund ist vereinzelt ein leiser Chor zu hören. Rhythmus und Melodie sind meist, gut aufeinander abgestimmt und machen Spaß. Schöner Song!

Jetzt kommt „Fiskarens Fiende“, das erste Lied das ich eher im Midtempo- Bereich einordnen würde. Obwohl man den Refrain ohne schwedische Kenntnisse nicht versteht wird er schnell zu einem Ohrwurm und eine immer wiederkehrende Melodie von Föten und Ziehorgeln lassen hier Freude aufkommen =) Das Riffing ist hier ebenfalls sehr gut und kann überzeugen. Ein leises Wasserrauschen, kündigt das Ende des Liedes an.

Nun ist es Zeit für den wohl bekanntesten Song der Scheibe. „Trollhammaren“ ist einfach die beste Mischung zwischen Metal und Folk die es gibt. Das Tempo ist hier für Finntroll- Verhältnisse auch eher langsam bis Midtempo, dafür werden hier die tollsten Melodien und Rhythmen geboten und der Refrain macht einfach gute Laune und kann aufgrund seiner Schlichtheit super mitgesungen werden. Es wird einfach der Titel des Songs wiederholt. „Trollhammaren, Trollhammaren!“ (auf deutsch kann man den Titel schon erahnen: Trollhammer) Zu diesem Song wurde auch ein Video gedreht. Gute Laune ist hier garantiert! Für alle die diese Scheibe noch nicht kennen ist „Trollhammaren“ der erste Anspieltipp!

„Nattfödd“ heißt der nächste Song, der auch gleichzeitig der Titel des Albums ist. Er kann ohne Probleme mit „Trollhammaren“ mithalten, auch wenn dieser Song etwas dunkeler gehalten ist. Das Riffing ist einfach klasse und die Melodien reißen mit. Nachdem der Refrain das erste Mal gesungen wird, wird das Tempo für einige Zeit gesenkt und eine Akustikgitarre begleitet von Trommeln und dem Gesang von Mathias Lillman ist zu hören. Dann macht das Lied wieder eine Kehrtwendung und kehrt zum alten Tempo zurück. Am Ende des wird noch mal reichtig Gas gegeben.

Der nächste Song ist nun wieder ein Launemacher. „Ursvamp“ heißt dieser, der mit einem Akkordeon, begleitet von tobenden Trommeln eingeleitet wird. Die Stophen werden sehr aggressiv gesungen und der Gesang ist hier dreckig wie noch nie. Der Song ist dafür leider mit ca. zwei Minuten etwas zu kurz und wenn der Rhythmus gerade super Spaß macht ist leider schon wieder Ende.

Es geht weiter mit „Marknadsvisan“. Hier hört man zu Beginn Gesänge auch einem Kloster oder einer Kirche. Es ertönt Trollgestöhne und man wird Zeuge davon wie die Trolle das Kloster stürmen. Dann beginnt der Song erst richtig und ballert den Staub aus den Boxen. Ein gewaltiges Trommelgewitter bricht an. Von der Geschwindigkeit her der schnellste Song der Scheibe. Dafür ist nach ca. zwei Minuten oder weniger, auch schon wieder Schluss. Musikalisch ist der Song aber der schlechteste der Platte, da nur stumpf auf die Instrumente eingehämmert wird. Nur die Einleitung des Songs kann hier noch was retten.

Jetzt kommt „Det Iskalla Trollblodet“. Dieser Song überzeugt von Beginn an mit schweren, schleppenden Gitarren. Nach ca. einer Minute wechselt dann der Rhythmus und die Melodie des Songs, aber die schweren Gitarren bleiben bestehen. Auch hier wird wieder ein Akkordeon und sogar einige Flöten verwendet. Ich hätte vorher auch nicht gedacht, dass solche Instrumente sich im Metal gut machen – aber da hab ich mich geirrt.

„Grottans Barn“ ist ein weiteres Highlight der Scheibe. Schon der Anfang wird eine tolle Melodie angestimmt, dann kommen harte Gitarren, ein heavy Schlagzeug und der ein hammer Gesang dazu. Von der Geschwindigkeit her, kann man hier von Midtempo sprechen. Alle Instrumente passen hier wie die Faust aufs Auge zusammen und harmonieren wunderbar. Eine Melodie ist schöner als die andere und jeder zeigt hier was er kann. Die beiden Gitarristen Samuli Ponsimaa und Mikael Karlbom geben hier hundert Prozent und Drummer Samu Ruotsalainen leistet einen hervorragenden Job. Super Song & Anspieltipp!

Der letzte Song „Rök“ ist eine schöne Ballade, die ausschließlich mit einer Akustikgitarre gespielt wird. Die Melodie ist aber wirklich sehr gut und der Song, wenn er auch ein wenig einafach erscheint ist doch noch ein klasse Outro für diese Scheibe. Die Gitarre wird immer leiser und leiser bis die CD schließlich endet.

Wer auf schöne, aber auch anspruchvolle Melodien steht und auch ausländische, ungewohntere Instrumente mag, für den sollte „Nattfödd“ ein wirklicher Leckerbissen sein. Allerdings gibt es auch etwas zu bemängeln. Einige Songs sind wirklich nur sehr kurz gehalten und enden wenn sie gerade erst anfangen Spaß zu machen. Außerdem ist die Gesamtspielzeit der Scheibe nicht gerade umwerfend. Bei einer Spielzeit von 35 Minuten müsste wirklich jedes Lied ein Renner sein. Trotzdem ist es eine tolle Scheibe und vor allem ist es auch nicht leicht mich mit Black Metal zu überzeugen ... Finntroll schaffen das!


Tracklist:

1. Vinfärd/ Manniskopesten
2. Eliytres
3. Fiskarens Fiende
4. Trollhammaren
5. Nattfödd
6. Ursvamp
7. Marknadsvisan
8. Det Iskalla Trollblodet
9. Grottans Barn
10. Rök