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Bild Informationen
Bandname: Motörhead
Titel: Sacrifice
Musikstil: Heavy Metal
Label:Steamhamme (SPV)
Homepage:http://www.imotorhead.com
Review-Autor:son-of-odin
Punkte: 8 / 10

Lemmy in Topform!

Wenn man an Motörhead denkt, dann denkt man an gepflegten Hard Rock – Genau das hat „Sacrifice“, ihr dreizehntes Studioalbum, zu bieten. Ich habe mir dieses Album ganz bewusst ausgesucht, da es bei mir im Moment am häufigsten den CD-Player von innen sieht. Wie jeder weiß sind Lemmy und seine Jungs (Phillip „Wizzo“ Campbell: Gitarre, Mikkey Dee: Schlagzeug) nicht mehr die Jüngsten, trotzdem bekommen wir auch heute noch ausgereiften, fetzigen Hard Rock zu hören. Auch dieses Jahr werden alle Motörheads wieder fröhlich und ausgelassen feiern, denn „Kiss Of Death“, ein neues Studioalbum, steht schon vor der Tür. Kaum zu glauben, dass sich Lemmy trotz seinem stets heiteren Alkoholkonsums und jahrzehntelangem Kettenrauchen immer noch einer fabelhaften Gesundheit erfreut und noch vor ein paar Tagen auf dem Wacken Open Air als Headliner sein Können zum Besten gab. Eine ganze Tour die Motörhead durch England, Deutschland, Belgien, Holland und Frankreich führt hat auch bereits begonnen. Alle deutschen Fans können sich freuen, denn vom 28. November bis zum 12. Dezember werden Motörhead erneut durch ganz Deutschland touren!

Aber nun zum Review ...

Der erste Song der Scheibe trägt den gleichnamigen Albumtitel „Sacrifice“. Gleich zu Anfang schon ein echtes Highlight! Dieser Song kann voll und ganz überzeugen. Das Lied schießt los wie ein vorbeifahrender ICE- Zug und hält das hohe Tempo den ganzen Song über. Das klirrende Schalgzeug klingt typisch nach Motörhead und gibt den fetzigen Rhythmus vor. Dann ertönt zum ersten Mal Lemmys raue, gewohnte Stimme und schon die ersten Stophen machen Spaß und lassen erahnen, dass die Scheibe noch einiges mehr zu bieten hat. Der ganze Song klingt einfach dreckig und der Refrain tritt Ärsche! „Sacrifice, sacrifice, sacrifice, pay the price, blood like ice, sacrifice!“ Dann entfernt sich der Song für kurze Zeit vom Rhythmus, einige Riffs werden eingebaut bis das Lied wieder zur eigentlichen Melodie und Rhythmus zurückfindet. Absolut zu empfehlen!

Jetzt kommt „Sex & Death“. Dieser Song scheppert auch direkt los und besticht schon zu Anfang mit schweren Riffs und Lemmys genialer Stimme, die einfach super hier hineinpasst. Das Thema des Songs sollte jedem, schon allein am Titel deutlich werden. „Running Down The Highway and we ain´t tired yet – Sex & Death!” In der mitte des Songs wartet noch ein kleines aber feines Gitarrensolo, dass von Lemmy mit den Worten „Show em´ your guitar!“, angekündigt wird. Der einzige Schwachpunkt des Liedes ist, dass es mit zwei Minuten etwas zu kurz ist, was man aber gerne verzeiht.

Nun ist es Zeit für „Over Your Shoulder“, ein weiteres Highlight der Platte. Schwere Riffs leiten den Song ein, dann kommen noch Bass und Schlagzeug dazu. Der Rhythmus ist klar und deutlich und es ist schwer die Füße ruhig zu halten =) Der Refrain setzt dem ganzen Spektakel schließlich noch die Krone auf und macht das Lied zu einem echten Kracher. „Over Your Shoulder Honey, You don´t wanna turn around, bring the night closer, we are gonna bring you down, it’s the time that we live in, erosions of the mind, easy to be cruel, hard to be kind!” Ziemlich zu Ende des Songs wartet noch ein Gitarrensolo und nach ein paar letzten Strophen endet das Lied. Schöner Song!

Das nächste Lied heißt „War For War“ und wie man erahnen kann handelt es über den Krieg. Hier geht es offenbar auch sehr brutal zu Sache – textlich sowie musikalisch. Um mal eine Zeile zu nennen: „We did it the best we could, over the fields of corpses, Over the broken and maimed, over the enemies banners, beaten and trampled and shamed.” Zu Beginn des Liedes, ist nichts zu hören , dann, in verschieden Abstufungen, wird der Song immer lauter und lauter, bis er seine volle Lautstärke erreicht und dann schleppend fortfährt. Der Nachteil ist hier, dass Lemmys Stimme unter dem Geräuschpegel des Songs etwas verschindet und nicht mehr so deutlich zu hören ist. Dazu kommt noch dazu, dass Lemmy Stimme ja sowieso sehr rau und manchmal undeutlich klingt, was in diesem Lied schnell dazu führt, dass man den Text nicht mehr richtig verstehen kann. Dafür bietet der Song das bis jetzt wohl technisch perfekteste Gitarrensolo und macht negativen Aspekt damit schon fast wieder ungeschehen =)

Mit donnernden Riffs und schleppenden Tempo beginnt der nächste Song, der anscheinend einen Doppelnamen besitzt „Order/ Fade To Black“. Lemmys Stimme ist hier so rau und kratzig wie noch nie, was ich aber nicht als schlecht sondern eher als sehr gut bewerte. Dann macht das Lied eine Kehrtwendung und gewinnt schlagartig an Tempo. Hier wird richtig Gas gegeben, bis der Song wieder umschwingt und dann erneut an Tempo gewinnt. Ein Gitarrensolo darf hier natürlich auch nicht fehlen. Der Hörer wird regelrecht von Melodie und Rhythmus mitgerissen und klingen die glühenden Gitarren langsam aus.

Jetzt kommt „Dog Face Boy“, dass ich persönlich auch als ein weiteres top Highlight bewerte. Der Rhythmus ist direkt eingängig und das Riffing sucht nach seines gleichen. Der Refrain macht wieder einmal Laune: „Dog- face boy! Dog-face boy! Werewolf hero, pride and joy, dog- face boy, dog- face boy, fullmoon- weirdo, dog-face boy! Auch wenn keiner es
vermutet hätte, Gitarrensoli werden hier von Lied zu Lied immer besser und so lässt Phillip Campbell seine Gitarre richtig qualmen. Zum Ende hin setzt noch ein zweites Solo an, dass ebenfalls einiges zu bieten hat. Wer also auf schöne Soli und eine tolle Melodie steht sollte dieses Lied unbedingt mal gehört haben.

„All Gone To Hell“ heißt der nächste Song, der zu Beginn schon mit fetzigen Riffgitarren zu überzeugen weiß. Aber nichts kommt an die Melodie heran, die den Refrain begleitet – das ist Motörhead pur! Ein eingängiges, diesmal etwas längeres Solo kommt wird dem Hörer ungefähr auf der Mitte des Liedes geboten. Es kommt zwar nicht an das Solo aus „Dog Face Boy“ heran, ist aber trotzdem nicht zu verachten. Ganz zum Ende wird die Lautstärke der Musik abgesenkt bis nur noch Lemmy zu hören ist, der noch ein letztes Mal „All Gone To Hell!“ wiederholt.

Trommeln leiten „Make Em´Blind“ ein. Dann gesellt sich nach einiger Zeit Lemmy dazu, der für Motörhead- Verhältnisse schon fast ruhig singt. Der Refrain wird hier kurz wiederholt und man hat hier beim ersten hören wirklich keine Ahnung in welche Richtung das Lied hier geht. Der Rhythmus scheint nicht ganz herauszukommen. Dafür das es das längste Lied der Scheibe ist, hätte ich etwas mehr erwartet. Auch wenn der Song musikalisch nicht schlecht ist, will er bei mir einfach nicht zünden – selbst nach öfteren Hörens nicht.

Den nächsten Song würde ich als rockigsten Song der Scheibe beschreiben. Hier sind die Wurzeln des Rock´ N Roll zum greifen nah. Das ganze Lied erinnert ein wenig an alte Saloon- Musik, denn es wird von einem klimmpernden Klavier begleitet. Nur die Geschwindigkeit des Songs passt nicht in dieses Bild – aber Laune macht es trotzdem! Der Refrain wird schnell gesungen und ist sehr schnell eingängig. Die Melodie macht von Beginn an Spaß und ein Solo, dass sich sehr nach Blues anhört und auch von einem Klavier begleitet wird, verpasst dem Lied seinen letzten Schliff.

Titel Nummer 10 trägt den Namen „In Another Time“, und so fühlt man sich hier auch ... Motörhead untypische Riffs leiten den Song ein, der dann aber doch noch eine typische Melodie bekommt. Dieser Song besitzt, in Vielzahl vertretene, kurze, Soli. Der Refrain ist zwar zu hören aber verleiht leider kein Gänsehautgefühl. Dafür entwickelt sich das Riffing sehr sauber und Schlagzeuger Mikkey Dee lässt ordentlich die Sau raus. Auch wenn der Song noch ein typisches, brachiales, Trommelende hat, ist es leider kein Highlight und wirklt teilweise etwas eintönig auf mich.

Kommen wir zum letzten Lied. „Out Of The Sun“ heißt dieses, das mit ruhigen Riffs und leisem Gesang beginnt und nach einiger Zeit, zwar nicht viel, aber etwas an Tempo gewinnt. Dafür hat dieser Song ein phenomenales Gitarrensolo, dass sehr überzeugt. Der Refrain ist leider etwas schwach, dafür ist das nachfolgende Riffing um so schöner … Weil es der letzte Song der Scheibe ist, wird zum Ende noch mal gezeigt wo es lang geht und ein weiteres Solo wird aus dem Zylinder gezogen. Kein schlechter Song aber auch nicht besonderes.

Insgesamt ein tolles, ausgewogenes Album, dass eine Mischung aus schnellen, aggressiven und mittelschnellen bis langsamen Stücken zu bieten hat. Diese Platte hat einige Highlights zu bieten, die man auf jeden Fall mal gehört haben sollte und die sicher jeden Hard Rock oder Metal- Fan begeistern werden. Die erste Hälfte des Albums ist ganz klar die stärkere für mich und kann mit schöneren, ausgereifteren Melodien und Rhythmen überzeugen. Leider ist in manchen Liedern Lemmy Stimme schwer zu hören, da sie unter Begleitung der anderen Instrumente etwas abtaucht, was ich aber aufgrund schöner Soli und tollen Drums verzeihen kann.

Meine Punkte: 8/10


Tracklist:

1. Sacrifice
2. Sex & Death
3. Over Your Shoulder
4. War For War
5. Order/ Fade To Black
6. Dog Face Boy
7. All Gone To Hell
8. Make Em´Blind
9. Don´t Waste Your Time
10. In Another Time
11. Out Of the Sun