Alben





Bild Informationen
Bandname: Dawnrider
Titel: Fate Is Calling (Pt. 1)
Musikstil: True Metal
Label:Massacre Records
Homepage:http://www.dawnrider.de
Review-Autor:Thulsadoom
Punkte: 9 / 10

Dawnrider... hier hat man es mit keiner eigenständigen Band zu tun, sondern mit einem wild zusammen gewürfelten Haufen der sich an einem gemeinsamen Konzept versucht. Bekannte Beispiele für ähnliche Projekte der Vergangenheit sind hier sicher Avantasia oder Probot.

Die Vorgabe für das Konzept stammt in diesem Fall vom Majesty Frontmann Tarek "Metalson" Maghary. So lieferte er sowohl die Geschichte auf denen das Album aufbaut, als auch jeden einzelnen Song.

Ich hatte ehrlich gesagt nicht all zu viele Erwartungen an das Projekt, da ich nicht der Meinung war dass Tarek mit der Bekanntheit von Majesty all zu talentierte Künstler organisieren könnte. Nachdem ich aber doch über einige positive Kommentare in Bezug auf das Album gestolpert bin, habe ich beschlossen mich selbst zu überzeugen.

Als dann die CD ein paar Tage später ankam, die erste Enttäuschung. Die Geschichte zu den Songs steht nicht wie in früheren Interviews bzw. der Amazon-Kunden-Rezension behauptet im Booklet. Entweder findet sich das nur in einer Limited Version oder es musste aus Zeitgründen eingespart werden. Ich tendiere fast zu zweiterem. Aber ist ja nur halb so wild, was wirklich zählt sind ja die einzelnen Songs.

Gleich beim ersten Mal durchhören im heimischen Autoradio (wo fast alle CDs ihren ersten Testlauf haben, da ich bei 45 Minuten einmaliger Strecke ein Album so gut wie komplett hören kann) war ich begeistert. Damit die Songs ihr Feuer erst wirklich entfalten muss man sie natürlich öfters hören.

Damit zu den einzelnen Songs.

The Awakening Of Kerodet:
Hier kann man nicht all zu viel sagen. Ein 23-Sekunden-Track der eigentlich nur die Einleitung zum nächsten Song darstellt. Ich versteh nicht warum man dafür einen eigenen Track hergibt. Wohl um die Songanzahl künstlich in die Länge zu ziehen (obwohl jeder wissende Metalhörer weiss dass die Anzahl gar nichts über die Qualität eines Albums aussagt).

When Our Troops Unite:
Dieser Song ist einfach nur geil! Hat mir von der ersten Sekunde an gefallen. Hier wurde alles richtig gemacht. Die Drums starten, und ein melodischen Gitarrenriff setzt kurz danach ein. Charlie Steinhauer (Paradox) singt in der Rolle eines gewissen Gregory die Strophen während Tarek den Chorus übernimmt (als ein gewisser Meriad). Das passt perfekt zusammen und der Chorus lädt einfach zum Mitsingen ein. Auch wenn ich textlich wie bei Majesty schon öfters nicht vollends überzeugt bin. "The spirit is in our blood, and that means a lot" hört sich für mich einfach etwas banane an. Aber davon abgesehen einer der geilsten Tracks des Albums wenn nicht sogar der beste.

They Conquered:
Hier hilft Bryan "Hellroadie" Patrick von Manilla Road aus. Inhaltlich ist der Song sehr düster. Die Familie eines gewissen Jossorian wurde dahingeschlachtet, sein ganzes Land liegt in Trümmern und ihr sieht nur mehr Erlösung in der Schlacht um die Mörder zu töten. Patricks Stimme passt perfekt zum dunklen Inhalt. Man kann den Hass in seiner Stimme förmlich riechen. Zwischendurch streut Mark Shelton (ebenfalls Manilla Road) ein episches Solo ein. Hört sich richtig gut an.

Fate is calling:
Hier wird Tarek wie schon bei Hellforces von Johanna Mott (Midnight Symphony) unterstützt. Und wie auch schon bei Hellforces kann ich nur sagen dass ich dieses Zusammenspiel perfekt finde. Mancher mag sie als billige Kopie von Ex-Nightwish-Tarja bezeichnen, aber teilweise finde ich ihre Stimme sogar angenehmer. Es folgt auch ein kleines Solo was dieses mal von Tarek persönlich stammt. Begleitet wird der Song vom Klavier weshalb mich vor allem der Anfang stark an den Majesty-Track "Heroes" erinnert. Ich hoffe es gibt bald musikalischen Output von Midnight Symphony (abseits von Konzerten), denn ich bin neugierig wie sich Fräulein Mott ohne Tareks Begleitung macht.

The Final Trial:
Einem Interview mit Tarek konnte ich entnehmen dass es in der Story um einen Zauberer namens Kurasark geht welcher seinen Schützling Meriad nachdem er ihm alles beigebracht hat zu dessen letzen Prüfung schickt (the final trial eben). Tarek übernimmt wie schon im restlichen Album die Rolle des Meriad, während Sven D'Anna von Wizard passenderweise den Zauberer mimt. Der Anfang ist musikalisch betrachtet für mich ein Meisterwerk. Ein Chor der Verdammten scheint den Song anzustimmen. Ich bin jetzt nicht unbedingt ein Fan von D'Annas Stimme, weshalb ich dem Song auch nicht allzu viel abgewinnen konnte. Bleibt aber trotzdem ein geiler Metal-Track.

Guarding The Gate:
Meriad muss nun anscheinend an einem Wächter vorbei, bevor er zum Dawnrider werden kann. Eine Frage muss er richtig beantworten. Nämlich was ist "much stronger than evil or hate"? Die Antwort ist passenderweise "Fate", auch wenns mir anderrum lieber gewesen wäre :-D.
Unterstützt wird Tarek diesmal von Rob Rock. Der Song klingt sehr märchenhaft. Die harten Bridges reissen einen dann kurz aus dieser zauberhaften Atmosphäre. Der Chorus setzt dem noch eins drauf. Richtig epischer Stoff der hier losgelassen wird. Tarek versucht sich wieder mal an einem Gitarrensolo, was auch nicht schlecht tönt.

Awaiting The Night:
Eigentlich find ich den Song nicht wirklich überzeugend WENN da nicht das Solo von Ross The Boss wäre, der den Song noch etwas über unteres Mittelmass heben kann.

Gift Of Dawn:
Der Song startet mit verzerrten Gitarrenriffs um dann richtig unterstützt von den Drums loszubrettern. James Rivera huldigt in der Rolle eines Relwuds dem zum Dawnrider mutierten Tarek. Der Chorus klingt wirklich wunderschön. Sehr melodisch. Die harten Riffs dazwischen passen auch sehr gut.

Assassin
Meriad wird nun von einem Meuchelmörder verfolgt und entdeckt diesen. Nachdem dieser den Schock der Entdeckung überwindet kommt es schlussendlich zum Kampf. Musikalisch rumpelt der Song sehr dumpf dahin. Klingt aber richtig gut. Allerdings finde ich die Stimme von Michael Seifert alles andere als passend. Klingt total gekünstelt. Mit einem anderen Sänger hätte hier deutlich mehr draus gemacht werden können.

Dawnrider:
Das Volk ruft bereits nach dem Dawnrider welcher zur Hilfe heran eilt. Eingeleitet von einem Chor setzt Thomas Nikolai wunderschön ein und Tarek setzt nicht weniger wunderschön fort. Klingt sehr melodisch durch diesen ruhigen Gesang. Die Stimmen ergänzen sich perfekt und der Chorus ist so schön dass man gar nicht mitsingen möchte um ihn nicht zu verhunzen. Highlight der Scheibe.

Master Of The Black:
Inhaltlich geht es wohl darum dass sich Meriad (Tarek) zum Schein von den bösen Buben gefangen nehmen hat lassen um zum Big Boss zu gelangen. Textlich gehts also darum über unaussprechliche Qualen zu singen die auf Meriad warten. Musikalisch klingt vor allem der Chorus überzeugend und der beinahe gegrowlte Interlude weiss auch zu überzeugen. Trotzdem einer der schwächeren Tracks des Albums.

Revenge:
Meriad nimmt Rache am Oberbösewicht. Die Stimme von Oliver Weinsheimer klingt sehr melodisch und lässt vor allem den Refrain sehr schön klingen. Eigentlich passt diese Stimme damit ja eigentlich nicht wirklich zu einem finsteren Schurken, aber dem Song schadets nicht, im Gegenteil.

Parce Is Free:
Wieder einmal unterstützt Johanna Mott den Metalson Tarek, und dieses Mal gefällt mir der Song noch besser. Neben Troops Unite sogar mein Lieblingstrack auf dem Album. Inhaltlich geht es hier nur mehr um das übliche "Juhu wir sind frei" nach der Schlacht, auch wenn der Text erkennen lässt dass zwar die Schlacht gewonnen ist, aber nicht der Krieg (aber das dürfte man ja schon vom Part 1 im Titel des Albums erkennen). Die Melodie klingt zu Beginn sehr verträumt und steigert sich schliesslich zu einer wundervollen Hymne wo man gar nicht anders kann als mitsingen, auch wenn das bei der hohen Stimme gar nicht so leicht ist :-D. Absolut geiler Song!!

Fazit: dieses Album kann ich jedem ans Herzen legen. Hier wird einem nie langweilig. Ich freue mich schon auf Part 2 und eventuell Tareks Roman zu dem Ganzen. Ich bereue den Kauf auf keinen Fall.