Alben





Bild Informationen
Bandname: Cirith Ungol
Titel: King Of The Dead
Musikstil: Epic Metal
Label:Metal Blad (SPV)
Homepage:http://www.cirith-ungol.dragonight.de
Review-Autor:Thulsadoom
Punkte: 7.5 / 10

AAAlllsoo... wie ich zu Cirith Ungol, dem genialen Geheimtipp gefunden habe, kann man ja schon meinem Review zum Erstlingswerk der Metalcombo (Frost and Fire) entnehmen (ein Danke an Benno und Eric an dieser Stelle noch einmal).

Natürlich hab ich mich umgehört welche Alben es noch so gibt, und wie diese so sein sollen. Und so stolperte ich sehr oft über die Ansicht dass die zweite Scheibe "King Of The Dead" der beste Output der Gruppe, und "One Foot in Hell" der schlechteste sein soll(auch wenn diese Scheibe noch immer über den Durchschnittsveröffentlichungen anderer Bands liegt).

Diese beiden Scheiben habe ich mir dann auch gleich auf Amazon bestellt und wie üblich landeten beide im heimischen Autoradio.

Und mein erster Eindruck konnte sich überhaupt nicht mit dieser Einschätzung decken... Bei King Of The Dead dachte ich mir nur... DAS soll das beste Album sein?? Hörte sich alles irgendwie recht sperrig an... Ich war alles andere als begeistert. Bei One Foot in Hell war es dann ähnlich. Für mich war es das beste Cirith Ungol Album dass ich bisher hören durfte. Die Songs gehen sofort ins Ohr und tönen richtig geilig. Schöne Mitsing-Hymnen und ziemlich doomig teilweise.

Gut.. Im Laufe der Zeit rotierten beide Scheiben noch öfters durch meinen Player und auch wenn sich meine Meinung zu One Foot in Hell nur minimal geändert hat, so hat sich doch die Einstellung zu King Of The Dead geändert. Dieses Album benötigt seine Zeit um sich zu entfalten. Noch mehr als bei den anderen Alben liegt hier imho das Hauptaugenmerk auf den Gitarrenparts. Tim Baker kommt verhältnismässig wenig zum Einsatz. Also richtiger geiler Stoff, aber nun zu den Songs im Speziellen:

Atom Smasher:
Der Einfangssound baut sich langsam auf (hört sich irgendwie nach einem Atombombeneinschlag an). Danach gehts auch schon mit coolen Gitarrenriffs weiter. Sehr dumpf klingt das und Bakers Stimme mischt sich rasch dazu. Die Lyrics ergeben nicht allzu viel Sinn für mich. Der Atom Smasher ist der Held des Atomzeitalters der kommt seine Rasse zu retten. Vielleicht auh eine Anspielung auf den verrückten Umgang mit atomarer Energie. Ich weiss es nicht. Zwischendurch hört man ein schönes Solo das sich zu einem gut ein-einhalb-minütigen Gitarrenpart auswächst (die wie gesagt das ganze Album dominieren).

Black Machine:
sehr düsterer Song der sich auch verdammt geil anhört. Der Refrain klingt sehr melodisch, soweit dies eben mit Bakers schriller Stimme möglich ist. Inhaltlich geht es wohl um irgendeine Höllenmaschine oder etwas in der Art. Auch hier wieder sehr langer Gitarrenpart. Zwischendurch rumpelt der Bass ordentlich. Gelungener Song.

Master Of The Pit:
dieser Song benötigt definitv etwas Anlaufzeit, aber dann prescht er nur so davon. Sehr düster und episch setzen Bass und Gitarre ein. Sehr kratzig... Man fühlt sich an einen dunklen Ort versetzt. Die Gitarre wird immer schneller. Man fühlt sich angetrieben wie durch Peitschenhiebe. Dann bricht es abrupt ab.. Bass wird alleine gezupft und wenig später setzt Baker mit dem Gesang ein (bis dahin vergehen 2 Minuten). Die Texte erinnern mich irgendwie an die Gruben Mordors wo die Orks in die Schlacht getrieben werden. Ein dunkler, unwirtlicher Ort. Der Song ist auf jeden Fall geil, und wird in keiner der 7 Minuten Spielzeit langweilig. Baker singt hier neben dem Instrumental-Track am wenigsten, was aber auch nicht stört.


King Of The Dead:
Kurze, abgehackte Bassriffs leiten den Song ein. Diese werden immer schneller bis die Gitarre einsetzt. Wieder eine sehr doomige Atmosphäre, wenn auch etwas agressiver dieses mal. Inhaltlich besingt Baker hier den König der Toten "Crown upon his head! King of the Dead!". Sicher kein schlechter Song. Baker schreit sich im Refrain teilweise die Seele aus dem Leib dass man sich schon fast Sorgen um ihn macht :-D.

Death Of The Sun:
Ein Gong ist zu hören. Kurz danach ein schnelles Gitarrenriff. Dieses bleibt einem eigentlich während des ganzen Songs erhalten, aber das ist durch nicht negativ da es ein ziemlich cooles Riff ist, was einem so schnell nicht aus dem Kopf geht. Textlich handelt es sich wohl um eine Art düstere Zukunftsvision. Die Selbstzerstörung auf die die Menschheit zusteuert. Bakers Gelächter und ein kurzes Solo beenden den Song.

Finger Of Scorn:
da war ich auch schon beim ersten Mal sehr überrascht. Denn der Song fängt an wie ich es bei sonst keinem Song der Band gehört habe. Nämlich wie eine waschechte Ballade! Vorgetragen wird dies vorerst ohne Gesang und nur durch eine akustische Gitarre (soweit ich das beurteilen kann). Wunderschöne Melodie. Aber als Bakers Stimme einsetzt ist es mit dem ruhigen Teil auch schon vorbei. Der Song ist zwar weiterhin nicht so agressiv wie andere, aber meiner Meinung nach reichen Bakers Fähigkeiten nicht aus um eine echte Ballade zu trällern , obwohl ich seine Stimme natürlich mag. Inhaltlich geht es anscheinend um irgend ein dunkles Biest welches uns seit Anbeginn verhöhnt (Scorn bedeuetet Hohn), und welches noch da sein wird, wenn der Mensch wieder auf die Stufe des Affen zurückgesunken ist. Das hört sich natürlich nicht schlecht an, aber mir wäre eine Ballade die der Anfang ja verspricht irgendwie lieber gewesen. Wäre mal was anderes gewesen. Aber so ist es natürlich auch nicht schlecht.

Toccata In Dm:
Der Instrumental-Song des Album. Hierbei handelt es sich eigentlich um ein Cover, zumindest was die Anfangsmelodie betrifft. Toccaten sind Instrumentalstücke vor allem für Orgeln. Bei der vorliegenden handelt es sich meines Wissens nach um eine Toccate von Johann Sebastian Bach die in diesem Fall auf der Gitarre interpretiert wird. Tönt ziemlich gut, aber mit so einer Vorlage kann man ja auch nicht mehr all zu viel falsch machen ;-).

Cirith Ungol:
Eine Live-Version dieses Songs fand sich ja schon auf der Frost And Fire. Und dem kann ich eigentlich nicht mehr viel hinzufügen. Lediglich dass nicht all zu viel Unterschied zu erkennen ist. Bei dieser Band klingen auch die Studio-Tracks noch richtig dreckig und hart. Deshalb gelingt es Baker natürlich leicht diese live perfekt wiederzugeben.

Last Laugh:
Wie auch schon auf der Frost and Fire findet man hier einen Live-Track als Bonus. Ich weiss jetzt nicht ob der bei der Erstveröffentlichtung schon dabei war, oder erst durch den Re-Release hinzugekommen ist. Ist ja auch egal. Guter Metal-Song aber irgendwie auch nicht mehr.

Fazit: Dieses Album braucht erst einige Anläufe bis es zündet, aber dann ist es ein kleines Feuerwerk. Textlich hat mir da noch das Erstlingswerk gefallen, aber das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Musik, und da konnten sie sich auf jeden Fall steigen. Klingt um einiges düsterer. Ich kann es jedem empfehlen.