Alben





Bild Informationen
Bandname: Manowar
Titel: Sons Of Odin EP
Musikstil: True Metal
Label:Magic Circle Music
Homepage:http://www.manowar.com
Review-Autor:metallkrieger
Punkte: 8 / 10

Die erste Singleauskoppelung für das – aufgrund Karl Logans Motorradunfall leider auf Anfang 2007 verschobene – neue Studioalbum "Gods of war" der sogenannten „Kings Of Metal“ ist im Endeffekt ein Tonträger im EP-Format geworden; welcher übrigens in zwei Versionen (der Unterschied besteht in einem andersfärbigen Cover und in einer Bonus-DVD, auf die ich später zurückkomme) erhältlich ist.

Laut Bandkopf DeMaio sei der Songwriting-Prozess zum neuen Album „ausgeufert“ zu einem richtigen Konzept (über die „Gods of war“), welches sich möglicherweise sogar über die nächsten 5(!) Studioscheiben erstrecken wird und um die Fans bei Laune zu halten, sei geplant, diese immer wieder zwischendurch (wahrscheinlich in EP-Form) mit neuen Songs zu versorgen.
Nun aber zur vorliegenden Veröffentlichung: Eröffnet wird diese von dem schon am letztjährigen Earthshaker Fest vorgestellten und auch dort mitgeschnittenen King of kings (samt Intro The ascension) in einer annehmbarer Live-Version. Wie meist fällt auch hier der im Vergleich zur Studioversion (nachzuhören auf der der "Hell on earth pt. IV" beiliegenden Singe) verzerrte Baß auf.

Weiter gehts mit dem orchestral-bombastischen Instrumental "Odin", welches von der Machart her Erinnerungen an "The march" vom letzten Album "Warriors of the world" weckt, bevor es dann mit "Gods of war! richtig zur Sache geht. Eines vorweg: Die drei neuen Stücke auf dieser EP sind allesamt in sogenannten „Immortal versions“ vertreten, soll heißen: MANOWAR plus „Orchester“ (es liegt die Annahme nahe, daß sich dieses nicht aus Fleisch & Blut zusammengesetzt hat...). Was natürlich, ja sogar leider zulasten der Härte geht und wohl hauptverantwortlich dafür ist, daß die neuen Tracks (beide im hymnischen Midtempo angesiedelt & mit tollen Refrains versehen) bei den ersten Durchläufen eher Fragezeichen hinterlassen haben und nicht recht „zünden“ wollten. Nach einigen Durchläufen ist aber dann klar, daß z.b. Eric Adams eine seiner besten Gesangsleistungen der letzten 10 Jahre abgeliefert und sich in Sachen Arrangements wieder einmal selbst übertroffen hat. Textlich hat Hr. DeMaio die auf Warriors of the world begonnene (teilweise) Rückbesinnung auf die nordische Mythologie konsequent weiterverfolgt – und es selbst für meinen Geschmack dabei fast etwas übertrieben, denn hier valhallerts, odinst und thorts an allen Ecken und Enden. Überhaupt bekommt man den Eindruck, als ob MANOWAR für ihre Texte neuerdings eine Software entwickelt haben, die frühere bzw. Phrasen kräftig durchmischt und daraus automatisch neue Lyrics generiert... Sign of the hammer, Hearts of steel, Swords in the wind (dürfte es Mr. Großmaul besonders angetan haben, weils gleich in beiden Songs verwurstet wird) und auch die Valkryies dürfen wieder flyen.

Desweiteren fällt auf, daß Drummer Scott Columbus wieder einmal den Faulsack heraushängen hat lassen – ein bißchen mehr hätte es in Sachen Schlagzeugarbeit doch sein dürfen (ein Drumkit besteht nämlich auch aus Hängetoms). Dafür überrascht das abschließende "The sons of Odin" mit einem knackigen Riff; mit einem solchen hätte ich nach der ansonsten für Karl Logan üblichen „zurückhaltenden“ Gitarrenarbeit eher nicht gerechnet.

Bzgl. Sound hat man wieder auf die belgischen Galaxy Studios vertraut, soll heißen: Druckvoller Gesamtsound, aber speziell die Drums klingen doch einigermaßen künstlich bzw. überproduziert...

Offensichtlich hat man auch die Liebe zu von tiefen Erzählstimmen gesprochenen „Narrations“ (wieder)entdeckt (gabs ja früher schon auf Dark avenger bzw. Defender von Orson Welles); nach dem diese EP einleitenden "The ascension" ist auch "The sons of Odin" mit so einem Sprechpart (diesmal aber am Songende) versehen. Allerdings scheint es so, als wäre Sir Christopher Lee hier nicht zur Verfügung gestanden, denn irgendwie klingts, als hätte Joey DeMaio selber ans Mikro müssen und wäre seine Stimme dann künstlich „zurechtgebogen“ worden...

Ach ja, die Bonus-DVD: Enthalten sind eine Doku von der Fan Convention (das weckt Erinnerungen...), die am letztjährigen Earthshaker Fest stattgefunden hat (45 Minuten!); ein Trailer von der demnächst erscheinenden The day the earth shook-DVD sowie eine Orchester-Probe von "Heart of steel", aufgenommen in der Tschechei.
Nebenbei sind sämtliche Audio-Titel auch in 5.1-Versionen auf der EP zu finden.
Man darf gespannt sein, wie die Songs dann in den Albumversionen klingen werden – wobei ich die „Immortal versions“ mittlerweile schon liebgewonnen habe!