Alben





Bild Informationen
Bandname: Grave Digger
Titel: Excalibur
Musikstil: Heavy Metal
Label:GUN Records
Homepage:http://www.grave-digger.de
Review-Autor:son-of-odin
Punkte: 8 / 10

Die Legende des Schwertes!

Grave Digger gehören unumstritten zum Urgestein des Heavy Metals. In diesem Review möchte ich über ihr 1999 erschienendes Album „Excalibur“ schreiben, da es neben „Tunes Of War“ zurzeit mein Lieblingsalbum der Gladbecker Totengräber ist. Schon das Coverartwork ist, wie ich finde, sehr gelungen. Es zeigt ein Skelett das mit erhobenem Schwert (es handelt sich die wie der Titel des Albums schon verrät um das Schwert „Excalibur“) vor einer mittelalterlichen Stadt posiert.

Ich muss zugeben, dass Chris Boltendahls Stimme allgemein nicht besonders gut klingt und er stellenweise unverständlich singt aber die Musik macht einfach total Laune – Power/Heavy Metal wie er verdammt noch mal zu klingen hat! Textlich orientiert sich das Album wie so oft am Mittelalter, den Rittern der Tafelrunde, Lancelot und natürlich an der Legende des sagenumwobenen Schwertes Excalibur, dass dem Träger übermenschliche Kräfte verleiht und ihn unverletzbar werden lässt.

Nun zu den Songs ...

Eingeleitet wird die Scheibe mit „The Secrets Of Merlin“, einem mystisch klingenden Intro, dass den Hörer mit einer Akustik- Gitarre und Flötenklängen ganz nach Art der Baden zurück ins Mittelalter katapultiert. Wirklich ein sehr gelungenes Intermezzo, dass zum Schluss noch mit einigen marschähnlichen Trommeln in das erste richtige Lied des Albums übergeht.

Eine dämonische Stimme ertönt, harte Riffs und einen donnerndes Getöse beginnt, dass aber schnell in einen eingängigen Rhythmus wechselt der es zu mehr als 100 % in sich hat. Unwillkürlich wird der Hörer hier gezwungen seine Matte zu schütteln und verfallt spätestens ab dem Refrain dem geilen Rhythmus und Melodie dieses Überhammers. „Pendragon“ ist eine Nummer die ich nächstes Jahr auf dem Wacken Open Air (ja, Grave Digger sind bestätigt Wink unbedingt mit in der Setlist sehen will! Ab Minute 2:25 wird es kurz still doch die Ruhe täuscht! Ein fettes Gitarrensolo beginnt, dass den Song in Sachen Power noch um einiges bestärkt. Einfach nur geil dieser Song!

Wer jetzt glaubt es folgt ein schwacher Song, den muss ich leider schwer enttäuschen. Es geht ebenso genial weiter wie es aufgehört hat. Der Titelsong erschallt – „Excalibur“ kann mit schönen Riffs zu Beginn und einem ebenfalls sehr eingängigem Rhythmus sowie Refrain überzeugen. „Excalibur, sword of the kings, take me on your wings back where I belong, Excalibur!“ An diesem Lied weden alle langhaarigen Kopfwackler wieder ihren verdiensten Spaß haben. Ein harmonisches Gitarrensolo kommt in Mittelpart auch noch oben drauf. Einfach traumhaft! In den Text kann man hier stellenweise zwar vieles hinein interpretieren, da hier der Gesang sehr undeutlich bei Hörer ankommt, aber keine Angst wenn man den Text mal einmal durchgegangen ist wird einem alles klar ... eben nicht „Cheese that growl“ sondern „Take the crown“ Wink

„The Round Table“ beginnt mit orchestralen Klängen die sehr nach Filmmusik klingen und wird nach einiger Zeit zu einer schönen Midtempo- Nummer, die sofort mit den typischen Grave Digger Sound, schweren Gitarren und einem hymnengleichen Refrain überzeugt. „Together we stand, steel in our hand, forever we stand, forever we fight!” Ein mittelmäßiges Gitarrensolo das sich eine Weile hinzerrt folgt und der Refrain wird noch einige Male wiederholt. Insgesamt eine stabile Nummer, aber kein Oberhammer.

Klänge einer Akustikgitarre und schöner Gesang leiten „Morgane La Fay“ ein. Es ertönen Trommeln und stählerne Riffs zu Beginn des Songs geben den Song so langsam eine richtige Struktur. Der Refrain ist auch hier wieder sehr eingängig und das besondere an diesem Song sind die vielen schnell- langsam Wechsel, die sehr komplex wirken aber nach öfteren Hören sehr gut zum Song passen. Auf jeden Fall eine Nummer die man sich öfter geben sollte.

Der sechste Song heißt „The Spell“ und beginnt sehr zurückhaltend, was aber schell in eine schöne Heavy- Melodie wechselt. Dann wird der Song wieder langsamer Chris Boltendahl singt einen kurzen Part der gleichzeitig von langsamen Drums begleitet wird. Insgesamt bleibt der Song im langsamen bis mittel schnellen Teilen die immer wieder abwechseln. Der Refrain gefällt mir auch sehr gut. „I feel the end is near, I thing I have to die, I pay a high price feeling lust between her thights.” Ein schönes Solo darf natürlich auch nicht fehlen. Wieder eine gelungene Nummer.

„Tristan´s Fate“ macht von Beginn an Laune. Stimmen singen den Refrain des Songs und werden nach einiger Zeit von schnellen Trommeln und typisch harten Riffs begleitet. Stefan Arnold vergewaltigt sein Schlagzeug wie es sich für eine Uptempo- Nummer dieser Sorte gehört. In Mittelpart ertönt ein rockiges Solo, dass sich hervorragend ins Gesamtbild des Songs einfügt. Der Refrain wird einige weitere Male in Begleitung aller Instrumente wiederholt und der Songs verabschiedet sich mit einem langgezogenem Riff. Eine herrliche Powernummer!

Rockig wird es jetzt – Der Beginn erinnert mich an guten alten Hard- Rock mit seinen typischen Klängen. Ein wenig nimmt das Lied dann aber doch noch an Geschwindigkeit zu und überzeugt mit einem kraftvollen Refrain und eingängigen Strophen. „Lancelot“ hat insgesamt aber leider keinen großen Widererkennungswert und geht ein wenig im Liedmischmasch unter. Der gute Refrain und ein solides Solo helfen dem Song aber auf ein zufriedenstellendes Level zu kommen.

Es folgt „Mordred´s Song“. Den Titel kennen vielleicht viele von euch von Blind Guradian´s „Mordred´s Song“, hat er mit dieser art von Song gar nichts gemeinsam. Um genau zu sein wartet hier wieder ein typischer Grave Digger Song. Der sich meiner Meinung nach zu wenig von seinen Vorgängern abhebt und leider hat man das Gefühl man hätte ihn auf diesem Album schon einmal gehört. Nicht gerade einer meiner Lieblingssongs der Scheibe.

Der nächste Song heißt „The Final War“ und böllert von Anfang an gut los. Auch hier wieder ein Up- Tempo Song. Dieses Exemplar klingt allerdings nicht so ausgelutscht wie der Vorgänger, wenn er auch wieder mit ungefähr dem selben Tempo voran prescht. Der Refrain und die Strophen können überzeugen, die Drums qualmen auch hier wieder und Uwe Lulis, Gitarrist von 1986- 2001, lässt seine Seiten glühen. Auf keinen Fall ein schlechter Song aber nicht das beste was Grave Digger auf dieser Schiebe liefern!

Ein Klavier begleitet Chris Boltendahls Stimme. Was kann das nur heißen? Richtig, es gibt auch eine Ballade auf diesem Album und diese heißt „Emerald Eyes“ und kann trotz kratziger Stimme überzeugen. Nach all den schnellen Nummern mal eine Abwechslung die es in sich hat. Der Refrain lautet folgendermaßen „You are my queen, choose who is worthy of you, you are my queen, your warm heart´s shining through, you are my queen.” Schöne Abwechslung!

Kommen wir zum letzten Song der Scheibe. Dieser trägt den Namen „Avalon“ und überzeugt mit einem tollen Rhythmus und ruhigen Stimmen, die teilweise zwischen den Strophen auftauchen. Chris Boltendahl versucht sich an einigen höheren Stimmlagen und Screams was ihm hier auch gut gelingt. Immer noch keine Glanzleistung aber besser als in manch andern Songs. Am Ende des Songs ertönt eine einsame Flöte, die ein paar letzte Melodien trällert und dann immer leiser wird. Ein gelungenes Ende eines insgesamt sehr gut gelungenen Albums.

Wer Grave Digger kennt wird sicher auch auf dieser Album gestoßen sein. Für alle die auf Heavy/ Powermetal der alten Schule stehen ist dieses Album unumgänglich! Wer Grave Digger noch nicht kennt sollte schnell zum nächsten CD- Händler seines Vertrauens pilgern und sich etwas von den Gladbeckern zulegen! Andere Alben die ich wärmstens empfehlen kann sind „Tunes Of War“ oder „Knights Of The Cross“.

Für „Excalibur“ vergebe ich 8/10 Punkten


Tracklist:

01. The Secrets Of Merlin
02. Pendragon
03. Excalibur
04. The Round Table
05. Morgane La Fay
06. The Spell
07. Tristan´s Fate
08. Lancelot
09. Mordred´s Song
10. The Final War
11. Emerald Eyes
12. Avalon
13. Parcival (Ltd. Digipack Bonus Track)