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Bild Informationen
Bandname: Running Wild
Titel: Port Royal
Musikstil: Heavy Metal
Label:Noise (Soulfood Music)
Homepage:http://www.running-wild.de
Review-Autor:son-of-odin
Punkte: 9 / 10

Piraterie zahlt sich aus!

Anno 1988 hämmerten die vier Jungs um Rock` N Rolf ihr viertes Studioalbum ein. Als Name wurde "Port Royal" gewählt. Es handelt sich hierbei um die damalige jamaikanische Hauptstadt, die als Standort für Freibeuter beliebt war. Das Coverartwork zeigt die vier Jungs und ihr Maskottchen saufend unter der Piratenflagge, dem sogenannten Jolly Roger. Auf der Rückseite des Covers ist die Kneipe von Außen abgebildet. Gefällt mir persönlich sehr gut und vertritt nochmals das Piratenimage von Running Wild. Die Scheibe ist aber nicht nur etwas fürs Auge sondern natürlich auch für die Ohren Wink

Also kommen wir zu den Songs ...

Es geht los mit einem Titel der sich schlicht und einfach "Intro" nennt. Nicht gerade kreativ, aber dafür ein gelungener Start in ein abenteuerliches Album. Hier bekommt man einen Einblick ins raue Piratenleben. Es ertönen Schritte und von weitem hört man Gegröhle und fröhliches Treiben, dass aus einer Kneipe (vermutlich soll hiermit die Kneipe auf dem Coverartwork gemeint sein). Ein Mann öffnet die Tür, das Gegröhle nimmt an Lautstärke zu. "Where am I?" fragt der Mann. Eine raue Pirtatenstimme antwortet "You wanna know where you are? ... in Port Royal!"

Es wird eine perfekte Überleitung in der nächsten Song geschaffen. Der Titeltrack "Port Royal" erschallt nun und melodische Riffs und vereinzelte Drums leiten das Spektakel ein. Es findet sich schnell ein eingängiger Uptempo- Rhythmus und Rock´ N Rolf fängt mit einem rauen Scream an zu singen. Im Mittelpart gibt es ein rockiges Solo, das ebenfalls überzeugt. Der Refrain regt schnell zum mitgröhlen an und macht ordentlich Laune. "Port Royal, a cry of freedom on the sea, Port Royal, a cry of freedom on the sea." Textlich geht es hier klischeehaft um das damalige Leben in Port Royal - Piraten, Rum, Freiheit, Beutezüge, Gold, alles was die Piraten ihrem Klischee nach ausmacht.

Weiter geht es mit "Raging Fire". Einige Stimmen gröhlen zu Beginn des Songs eben diese zwei Worte und wiederholen sich im Refrain, begleitet von Rock´ N Rolfs Gesang. Der Song hat zwar nicht mehr die Geschwindigkeit die sein Vorgänger "Port Royal" zu bieten hat, überzeugt aber mit einem typischen Mid- Tempo Rhythmus und einigen Soloeinlagen von Ex- Gitarrist Michael Kupper alias "Majk Moti". Insgesamt ein sehr solides Teil, sollte man sich anhören.

Jetzt geht es in die Arena - "Into The Arena" beginnt mit schrägen Riffs und einsetzenden Drums. Jetzt geht es wieder etwas schneller zu Sache, die Speedmetal- Elemente werden schnell deutlich. Der Refrain ist recht einfach gehalten, kann aber durchaus Laune verbreiten und ein geiles Gitarrensolo darf natürlich hier nicht fehlen. "Into the Arena - go down, Into the Arena - show- down now, Into the Arena - the beasts are prepared - Into the Arena." Kein schlechter Song aber auch nichts atemberaubendes.

Schwere Gitarren hauchen dem nächsten Song langsam Leben ein. Hier wartet eine geniale Hymne darauf gehört zu werden, soviel steht fest! Spätestens der Refrain dürfte den Hörer aus den Socken hauen können. Das Tempo siedelt sich genau im mittelschnellen 80´s Metal an. Um dieses Lied kommt niemand herum. Einfach super melodisch, eingängig und hart zugleich. Am Ende des Songs ertönt eine Stimme und sagt folgendes: "Only when the last tree has been felt, the last fish caught, the last river poisoned, will you know that men can not eat money." Scheint wohl einen Anspielung auf den heutigen Kapitalismus in der Gesellschaft zu sein.

"Final Gates", ist ein Instrumental, dass mit vielen verschieden, sehr imotionalen Soli und schöner Melodie überzeugt. Ist zurzeit auch einer meiner Lieblings- Instrumentals neben "Translyvania" von Iced Earth und "In Memoriam" von Hammerfall. Ist in jedem Fall das Hören wert.

Wow, jetzt kommt ein weiterer Hammer der Scheibe! "Conquistadores" beginnt mit einer schönen Melodie eines Bass. Dann schlägt das Song plötzlich um und mutiert in ein schnelles aber im Refrain durchaus hymnenartiges Liedchen. Kraftvolle Soli im Mittelteil runden das Teil ab und setzten ihm, begleit von Rock´ N Rolfs rauer Stimme ein dicke Sahnehäupchen auf. Der Refrain ist eingängig und der Rhythmus animiert schnell zu mitwippen. Am Ende des Songs sind Kirchenglocken zu hören, die immer leiser werden und schließlich verschwinden.

Der nächste Song heißt "Blown To Kingdom Come" und beginnt mit typischem Rhythmus und Melodie Running Wild´s. Es fehlt hier ein wenig die Abwechslung aber darüber kann man leicht hinwegsehen, denn der Refrain ist wie so oft kraftvoll und voller Energie und ein fetziges Solo befreit den Song dann doch noch aus der Versenkung. Leider mit knapp über 3 Minuten etwas kurz geraten aber das kann man auch verzeihen.

"Warchild" ist ohne Frage eine der schnellsten Nummern des Albums und brettert von Beginn an ganzschön los. Außerdem ist im Hintergrund zu Anfang ein Geräusch zu hören, dass sich wie bei Manowar´s "Violence & Bloodshed" nach einem Helicopter anhört. Der Refrain wird herausgeschrieen wie eine einschlagende Bombe. "Warchild - We fought and died for it, Warchild - We cried and bleed for it!" Kein Highlight, aber trotzdem hörenswert!

Ungleichmäßiges Trommeln leitet "Munity" ein. Dieser Song bewegt sich Größenteils wieder im Up- Tempobereich und hat meines Erachtens keinen wirklichen Refrain, dafür aber sehr kraftvolle Strophen zu bieten. Ein sehr komplexes Solo triumphiert zusätzlich noch am Ende des Songs, dass von immer schneller werdenden Trommeln begleitet wird. Rock´ N Rolf wirft einige raue Screams ein und der Song endet mit einigen bizarren, verzerrten Tönen. Genauso wie "Warchild" hinterlässt dieser Song einen guten aber nicht perfekten Eindruck.

Eine Akustikgitarre erschallt und leitet mit langsamen Klängen "Calico Jack" ein. Ich sag nur, was hier kommt ist ein absoluter Oberhammer. Es folgen melodische Riffs und der Song findet zu einem schnellen, headbangergerachten Rhythmus. Der Gesang ist trotz Rock´ N Rolfs kratziger Stimme, sehr hoch und beeindruckt. Vom Songaufbau her ist der Song sehr komplex und ändert öfter sein Tempo und teilweise auch die Melodie. Es ist also wichtig sich das Ding mal öfter anzuhören, denn erst dann eröffnet sich der Song zu 100% für den Hörer. Nebenbei ist der Song auch noch der längste der Albums und bietet eine stolze Länge von über acht Minuten. Ein gelungenes Schmankerl zum Schluss eines soliden und abwechslungsreichen Albums.

Fazit:
Dieses Album überzeugt mit altem, traditionellem Running Wild Sound und hat zahlreiche Highlights zu bieten. Speed/ Heavy Metal wie er zu klingen hat! Wer Bands wie Grave Digger, Helloween und Co. mag wird auch Running Wild mögen, Piratenimage hin oder her ;-)

Meine Punkte: 9/10

Tracklist:

01. Intro
02. Port Royal
03. Raging Fire
04. Into The Arena
05. Uaschitschun
06. Final Gates
07. Conquistadores
08. Blown To Kingdom Come
09. Warchild
10. Munity
11. Calico Jack