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Bild Informationen
Bandname: Immortal
Titel: Sons Of Northern Darkness
Musikstil: Black Metal
Label:Nuclear Blast Records
Homepage:http://www.immortalofficial.com
Review-Autor:son-of-odin
Punkte: 7 / 10

Düster, düsterer, Immortal!

Drei finstere Gestalten bilden die Black Metal Combo Immortal die sich im Sommer 2003 auflösten und schließlich 2006 ihre Reunion mit einem neuen Werk namens „Sons Of Northern Darkness“ feierten. Im Gegensatz zu vielen anderen Black Metal Bands handeln Immortals Texte nicht von Satanismus, sondern basieren hauptsächlich auf nordischer Thematik und Naturszenerien wie Eiswüsten, Gebirgen, Schlachten oder einfach nur der absoluten Finsternis. Einige Kritiker unterstellten der Band, dass ihr 1993 erschienenes Album „Pure Holocaust“ nationalsozialistischen Bezug habe, was Olve Eikemo alias Abbath (Sänger/ Gitarrist) jedoch zurückwies und sich offenkundig von Varg Vikernes (NSBM Band: Burzum) und dessen Äußerungen distanzierte.

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Die Scheibe beginnt mit dem Up- Tempo Hammer „One By One“ der von Beginn an nur so dahin brettert und mit dunklen Riffs und Abbath´s typisch rauer, widerwärtiger Stimme eine schöne Einleitung ins Album ist. Der Song handelt von einer großen Germanenschlacht und beschreibt detailliert verschiedenste Waffen, den Zusammenstoß mit den Feinden und ähnlichem. Allerdings musste ich mir schon den Songtext zur Hand nehmen, da die Vocals natürlich alles andere als clean sind und für den normalen Zuhörer dann doch eher schwer zu verstehen sind. Kein schlechter Song aber bei weitem nichts Atemberaubendes und mir sind hier die musikalischen Aspekte doch etwas zu monoton. Vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor da ich eher selten mal Black Metal lausche.

Der nächste Song beginnt ganz Black Metal untypisch und in den ersten Sekunden denkt man es folgt ein Thrash- Metal Song, denn die Drums klingen sehr danach. In der ersten Minute hebt sich „Sons Of Northern Darkness“ kaum von seinem Vorgänger ab und nur der Refrain klingt anders. „Spirit rides with the ones that know no fear – they are the sons of northern darkness.” Die Riffs sind solide und ein kurzes Gitarrensolo, dass leider unter dem gewaltigen Drumsound kaum noch zu hören ist gesellt sich zum Schluss des Songs noch hinzu. Insgesamt besser als „One By One“ aber bei weitem nicht der beste Teil dieser Scheibe.

Weiter geht es mit „Tyrants“, das sich eher als Midtempo- Song einstufen würde. Das markante Merkmal des Songs ist aber meiner Meinung eine sich dahinziehende, schleppende Melodie, die zwischenzeitig von Trommelattacken unterbrochen wird. Dunkle Riffs ertönen ab der dritten Minute des Songs zu hören und eine düstere „Melodie“ macht sich breit. Der Songs hat keinen wirklichen Refrain, es wird lediglich zum Ende des Tracks „remebring the tyrants time“ immer wiederholt. Guter Song, dem es leider an einem starken Refrain und damit auch an Wiedererkennungswert mangelt.

Dämonisch geht es jetzt zu Sache! Ein gewaltiger Kampfschrei leitet den Song ein, worauf sofort donnernde Gitarren ertönen. „Demonium“ ist wieder eine Tempo- Attacke übelster Sorte! Da kommt der schnellste Headbanger nicht mehr in Rhythmus mit. Hier gefällt mir zwar die Monotonie nicht aber ein brutales, diesmal besser zu hörendes Solo rettet den Song, dann doch noch und bringt ihn wenigstens noch auf ein mittelmäßig- bis gutes Level.

„Within The Dark Mind“ heißt das nächste dunkle Liedgut, das genau wie der Vorgänger mit einem finsteren, aggressiven Schrei beginnt und hauptsächlich von Wasserfällen, dem Himmel, Bergen und den finstern Kräften der Natur handelt. „The dark nights landscape and only me, seas and rivers high, deeps and waterfalls, massive mountains, powerful mountains, still only me, where bergs and peeks throne, cold beneath the moon.” Dieser Song hat zur Abwechslung Widererkennungswert, klar strukturierte Strophen und einen kraftvollen Refrain. Ungefähr ab der sechsten Minute setzt ein komplexes Gitarrensolo ein. Bei mehrmaligem Hören macht der Song ordentlich Laune!

Jetzt wird wieder geknüppelt und das ohne Gnade! „In My Kingdom Cold“ ist erneut ein sehr aggressiver, schneller Song in dem ab und zu das Tempo gesenkt wird, für kurze Zeit nur Gitarren zu hören sind, aber dann wieder zur alten „diabolischen“ Geschwindigkeit zurückkehrt. Mit über sieben Minuten hat der Song eine ordentliche Länge. Ein kraftvoller, solider Refrain kommt schließlich noch oben drauf. „Forth after dark ... a time I do know, in my kingdom … I enter to my own world, open the gate … of a mountain of dark, rising with the shadow … a dark world made for me!” Erreicht nicht ganz das Level des Vorgängers aber trotzdem nicht schlecht.

Nun sind wir endlich bei meinem Favoriten angelangt! Die Reise führt zur Antarctis ... dementsprechend nennt sich dieser Song "Antarctica". Der bitterkalte Nordwind bläst hier zu Beginn des Songs durch die Boxen und es wird dem Hörer schnell „kalt“ ums Herz. Dann schlägt der Song mit einem mal um und donnernde Trommeln, sowie Riffs kommen dazu. Was für eine Atmosphäre! Ideal zum headbangen geeignet sag ich hier nur! Eine geile Strophe jagt die andere und die melodische Gitarrenarbeit macht richtig Laune. Obwohl der Song keinen richtigen Refrain besitzt, ist es mein Highlight der Scheibe. Unbedingt anhören!

Wer jetzt denkt, es käme kein guter Song mehr, den muss ich leider enttäuschen. Das letzte Lied namens „Beyond The North Waves“ kommt musikalisch fast an den Vorgänger heran – aber eben nur fast. Zu Beginn des Songs ertönt ein Geräusch wie das eines rauschenden Flusses begleitet von einer noch undefinierbaren Melodie. Nach ungefähr einer Minute erklingen tiefe Gitarren und ein schleppender Rhythmus kehrt nun ein. Der Text geht wieder intensiv auf die Germanen bzw. deren Langboote, Waffen, nordische Besinnung und Stärke ein. Eine sehr mächtige, epische Atmosphäre wird aufgebaut und in Sprechpart, vermutlich der eines Kriegers, ertönt. Teilweise erinnert mich der Song, abgesehen von Abbath´s Stimme ein wenig an Amon Amarth. Zum Schluss des über acht Minuten andauernden Spektakels hört man wieder des Rauschen des Flusses. Neben „Antarctica“ ein weiterer Anspieltipp!

Fazit:
„The Sons Of Northern Darkness“ ist kein überdurchschnittliches Album. Es gibt Höhen sowie Tiefen. Der besseren Songs befinden sich meiner Meinung nach in der zweiten Hälfte der Scheibe. Die erste Hälfte des Albums klingt leider sehr häufig zu monoton, sodass sich Lieder sehr ähneln. Mit „Antarctica“ und „Beyond The North Waves“ befinden sich aber zwei richtig gute Songs auf dem Album, was den Schnitt erheblich verbessert.

Meine Punkte: 7/10

Tracklist:

01. One By One
02. Sons Of Northern Darkness
03. Tyrants
04. Demonium
05. Within The Dark Mind
06. In My Kingdom Cold
07. Antarctica
08. Beyond The North Waves