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Bild Informationen
Bandname: Ensiferum
Titel: Victory Songs
Musikstil: Viking Metal
Label:Drakkar Records
Homepage:http://www.ensiferum.com
Review-Autor:son-of-odin
Punkte: 9 / 10

Sieges Hymnen!

Die Finnen von Ensiferum verstehen ihr Handwerk immer noch. Im Vorfeld hatte ich noch meine Zweifel was das neue Album „Victory Songs“ angeht, da ich von der 2006 erschienen EP „Dragonheads“, um ehrlich zu sein, alles andere als angetan war. Auch der Gesang kommt hier meiner Meinung druckvoller als zuvor herüber und die Songs haben endlich wieder einen richtigen Ohrwurmeffekt wie zuvor das 2004 erschienene „Iron“ oder ihr gleichnamiges Debüt „Ensiferum“.

Ein kleines Appetithäppchen konnten alle Ensiferum- Hungrigen bereits am 7. Februar in Empfang nehmen, denn die Single Auskopplung „One More Magic Potion“ stand in den Läden. Der sehr melodische Titelsong ist zwar ein Schmankerl aber wer glaubt er hätte hier das beste Lied der Scheibe zu Ohren bekommen, der täuscht sich gewaltig.

Alle die Ensiferum noch nicht live erleben durften sollten jetzt zuschlagen, denn die European Tour- „Towards Victory 07“ ist bereits im vollen Gange. Über zehn Länder werden von den Finnen betourt darunter die Niederlande, Belgien, Italien, Österreich, die Schweiz, Ungarn und natürlich nicht zu vergessen über 15 Konzerte in Deutschland.

Zum Review ...

01. Ad Victoriam:
Die Scheibe beginnt mit dem melodischen Intro „Ad Victoriam“ .Ein Gewitter tobt, der Regenprasselt auf die Erde nieder, dann erschallen Hufe. Schließlich erklingt eine mittelalterliche Melodie, die nach einiger Zeit von Marsch- Trommeln begleitet wird und sich immer dramatischer zuspitzt. Eine sehr gefühlvolle, passende Overtüre.

02. Blood Is The Price Of Glory:
Ein wahres Trommelgewitter und lossausende, schnelle Riffs leiten den Song ein. Nach kurzer Zeit ertönt ein rauer Kampfschrei von Petri Lindroos, der neben dem Gesang auch die Seiten einer Gitarre quält. Die ersten Strophen werden herausgeschleudert als ob es kein Morgen gäbe und der Refrain ist sehr schnell eingängig. Im Mittelpart des Liedes wartet ein schnelles Gitarrensolo auf den Hörer und der Schlagzeuger Janne Parviainen legt noch ordentlich einen drauf. Dann wird das Tempo des Songs mit einem Mal herabgesetzt und eine Akustik- Gitarre ist zu hören, die noch dazu von einem Chor begleitet wird. Im Hintergrund setzt zur selben Zeit ein kurzer Sprechpart ein, dann ist wieder ein Schrei zu vernehmen auf den das Lied wieder zu seinem alten, hohen Tempo zurückkehrt. Der Refrain wird erneut wiederholt und der Song endet eben so schnell wie er angefangen hat. Schon das erste richtige Lied ist ein Kracher!

03. Deathbringer From The Sky:
Auch das zweite Lied beginnt mit einem Schrei, der diesmal aber nicht rau klingt sondern sich eher einer sehr hohen Stimmlage bedient. Was sofort auffällt sind die rhythmischen Riffs die wirklich sehr schnell den Weg ins Ohr des Hörers finden. Der Refrain ist fast noch eingängiger als beim Vorgänger und kann voll und ganz überzeugen! Im Mittelpart ist auch hier wieder ein Chor zu hören, der den Gesang von Petri Lindroos begleitet. Ein typisches Merkmal für Ensiferum ist hier, das wieder viele Wechsel zwischen schnellen, sowie ruhigen melodischen Parts erfolgen. Ein weiteres Highlight, das nicht ungehört bleiben sollte!

04. Ahti:
Für einige Sekunden hört man ein Geräusch, das ich als Windesrauschen identifizieren würde. Dann setzten schnelle Drums ohne Vorwarnung ein. Zunächst klingt das ganze noch nicht wirklich ausgereift, bis schließlich Keyboarderin Meiju Enho beginnt die Tasten zu bedienen und sich eine, völkische Melodie entwickelt. Leider weiß ich nicht wer oder was Ahti sein soll aber das ist auch eher nebensächlich. Trotzdem kann der Song nicht an die beiden Vorgänger anknüpfen und kann qualitativ nicht ganz auf den Zug aufspringen. Trotzdem kein schlechtes Teil, nur gibt es hier aus meiner Sicht beim weitem Besseres!

05. One More Magic Potion:
Ja, dieser Song war ja bereits vorab als Single erhältlich und manche werden ihn vielleicht schon kennen. Er hat den, bis jetzt, ruhigsten Einstieg und beginnt mit einer Melodie, die wie die Melodie einer Blockflöte klingt. Tatsächlich ist dieser Song, zum Verglich zu den Vorgänger, eher eine Mid- Tempo Nummer. Der Refrain wird von Backing- Vocals begleitet und ist sehr hymnisch angehaucht. Was gibt es sonst noch zu erwähnen? Es werden wieder viele orchestrale Mittel verwendet, die sich aber im Rahmen halten und zu sehr herausstechen. Gefällt mir sehr gut, auch wenn es nicht unbedingt DER überragende Song ist, auf jeden Fall um Längen besser als „Ahti“.

06. Wanderer:
Man könnte zunächst eine waschechte Ballade vermuten, denn der Song bleibt die ganze erste Minute über sehr ruhig und wird teils von einer Akustik- Gitarre und teils von einer Flöte eingeleitet. Der dominierende Rhythmus setzt erst etwas später ein. Anstatt Geballer bekommt man jetzt schwere, schleppende Gitarren zu hören, was auch mal etwas Abwechslung bietet. Die Strophen, sowie der Refrain sind clean gesungen und harmonieren wunderbar mit dem gesamten Rhythmus. Eine heldenhafte Strophe jagt die andere, der Refrain bildet die Speerspitze des Songs und setzt sich unweigerlich im Ohr ab. Absoluter Anspieltipp, großartiger Song!

07. Raised By the Sword
Auch hier ist es zu Beginn vergleichsweise ruhig was sich aber mit einem Schlag ändert, denn tobende Trommeln und rasende Riffs lassen es rappeln im Karton. Hier stellt sich mal wieder die Frage: Wie schaffen die es so schnell und gleichzeitig so melodisch zu spielen? Aber es geht! Ungefähr bei Minute 2:45 klingen die Gitarren langsam aus du vereinzeltes, dumpfes Trommeln erschallt. Der Friede hält aber nicht lange an, warum auch? Der Schlagzeuger pfeift ein weiteres Mal auf jegliche Geschwindkeitsbegrenzungen und lässt die Double- Base aufheulen. Das Lied wird immer leiser und endet schließlich.

08. The New Dawn
„The New Dawn“ knüpft vom Tempo her an die schnelleren Songs an. Musikalisch sicher auch kein schlechter Song, aber leider bleibt hier bei mir am wenigsten hängen. Einfach nichts Außergewöhnliches bis auf das schöne Gitarrensolo gibt es hier leider nichts das positiv zu erwähnen ist. Naja, ich werde dem Lied wohl auch noch ein paar Durchläufe gönnen, aber wenn dann nichts zündet, bleibe ich bei meiner Meinung.

09. Victory Song
Jetzt sind wir am Ende des Albums angelangt. Er erschallt der Titeltrack „Victory Song“. Dieser wird wieder einmal per Akustik- Gitarre und Flöte eingeleitet. Eine mitreißende Melodie hat sich auch schnell gefunden, darin sind die 5 Finnen wirklich Meister wie mir scheint. Nach in etwa Minute 1:30 gesellen sich Trommeln hinzu und etwas später auch die ersten E- Gitarren, die aber weiterhin ruhig und gelassen die Melodie und den Rhythmus der leisen Anfangsmelodie weiterführen. Stufenweise ändert sich das Tempo des Songs und erreicht schließlich eine gehobene, typische Geschwindigkeit. Ab Minute 5:40 setzt ein längeres, mal mit Gitarre, mal mit Keyboard gespieltes Solo ein. Außerdem zu erwähnen ist, das etwas später im Lied auch von Finnischen Gesangspassagen gebrauch gemacht wird. Eine einsame Geige lässt den Song schließlich ausklingen und nur noch das Rauschen des Windes ist zu hören bevor das Album endet. Mit einer Spielzeit von über 10 Minuten ist hier nicht mehr die Rede von einem Lied, sondern eher einer gewaltigen Hymne! Auch wenn das Lied den einen oder anderen Durchlauf benötigt (so war es bei mir) kann man hier getrost von einem weiteren Highlight und einem gelungenen Schluss einer gelungenen CD sprechen.

Fazit:
Die Vielfalt und Abwechslung in den Songs macht diese Scheibe zu einer lohnenden Investition. Auch wenn das Tempo überwiegend sehr schnell ist, schaffen es Ensiferum die Melodie nie aus den Augen zu verlieren und immer in die Musik mit einzubinden. „Victory Songs“ kann gut an vergangene Werke wie „Iron“ oder „Ensiferum“ anknüpfen und ist meiner Meinung nach jeden Cent wert. Das einzige Lied das aus der Reihe tanzt und mich nicht so sehr überzeugen kann ist „The New Dawn“.

Meine Punkte: 9/10

Tracklist:

01. Ad Victoriam
02. Blood Is The Price Of Glory
03. Deathbringer From The Sky
04. Ahti
05. One More Magic Potion
06. Wanderer
07. Raised By the Sword
08. The New Dawn
09. Victory Song