Alben





Bild Informationen
Bandname: Sodom
Titel: Persecution Mania
Musikstil: Thrash Metal
Label:Steamhamme (SPV)
Homepage:http://sodomized.info
Review-Autor:son-of-odin
Punkte: 10 / 10

Mit ihrem dritten Studioalbum „Persecution Mania“ schafften Sodom den Sprung in die internationale Metal- Szene und wurden 1987 vom Kultact zu einer etablierten Metalband. Man muss sagen zurecht, denn hier haben wir ein Album vorgelegt bekommen, dass es verdient den Titel als eines der besten Thrash- Alben zu tragen.

Als wichtige weitete Veränderung ist auch zu nennen, dass Sodom sich auf „Persecution Mania“ von ihrem bislang satanischen Image losrissen und Tom Angelripper nicht mehr über Hexen, Teufel oder dergleichen sang, sondern Themen wie den atomaren Vernichtungskrieg aufgriff. Deutlich wird dies auch am Coverartwork der Scheibe. Zu sehen ist ein Soldat der eine Gasmaske trägt und auf vor den Trümmern einer zerbombten Stadt steht, in der es offenbar zur Explosion einer Atombombe gekommen ist.

Zu den Songs ...

1. Nuclear Winter
Das Album beginnt mit dem Song Nuclear Winter, der sofort die Thematik des atomaren Krieges aufgreift. Nuklearer Winter. Und der schlägt zu wie man ihn sich vorstellt, nicht schleichend und leise sondern mit schnellen Riffs und einem ‚auf die Fresse’- Tempo! Angelripper´s Stimme setzt schnell und aggressiv ein und die ersten Strophen werden in bester Manier gemeistert – so muss ein Thrash- Album losgehen! Dann nach einer Weile setzt der Refrain ein und der kann was und reißt einen sofort und ohne Gnade mit.

Make us die slowly
Nuclear winter
Clouds of dust will hide the sun forever
Nuclear winter
Blows straight into your heart
Nuclear winter
Day of tomorrow we´ll go through
Make your testament
Nuclear winter

Nach ca. 1:30 wechselt das Tempo und wird schleppender, kehrt aber nach einer Weile wieder zum Ausgangstempo zurück. Natürlich darf auch ein Gitarrensolo nicht fehlen. Dann wird es plötzlich still, aber nicht lange, denn ein gewaltiger Bombeneinschlag ist zu hören – es hat begonnen! Frank Blackfire lässt seine Gitarre aufheulen und Chris Witchhunter beginnt wie ein irrer sein Schlagzeug zu versohlen. Ein letztes mal ist der Schreib „Nuclear Winter!“ zu hören worauf das Lied endet.

2. Electruction
Es folgt der Song „Electrocution“. Und hier wird der Fuß natürlich auch nicht von Pedal genommen, ganz im Gegenteil. Die Lyrics handeln über die bestialischen Taten eines Sexualmörder und dessen Fantasien. Nach ca. einer Minute wird
das Tempo ein wenig heruntergefahren, die Riffs sind jetzt deutlicher zu hören und ziehen sich quietschend dahin. Dann setzt ein kurzes, schnelles Gitarrensolo, das nach einigen Sekunden wiederholt wird.

Bei knapp über drei Minuten ist der Song dann zuende. Nicht sonderlich lange, dafür ist das Tempoaber schnell und der Song nicht unnötig in die Länge gezogen. Guter Song, allerdings kommt er meiner Meinung nach nicht an „Nuclear Wiinter“ heran.

3. Iron Fist
Dieser Song beginnt anders als seine Vorgänger nämlich Rock´n Roll lastiger und nicht in einer dermaßen hohen Geschwindigkeit. Dies liegt daran, dass es sich hierbei um ein Motörhead- Cover handelt, die Sodom soundtechnisch, genauso wie Venom sehr beeinflusst haben.

Coverversionen sind keine Seltenheit im Hause Sodom. Es existiert abseits den üblichen Sodom- Stils sogar eine Coverversion von Udo Jürgen´s Evergreen „Aber bitte mit Sahne!“

„Iron Fist“ endet leider schon bei 2:40 Minuten, man hätte hier echt noch Lust weiterzuhören aber das Original ist ja auch nicht länger Wink Klasse Song!

4. Persecution Mania
Kommen wir zum Titeltrack „Persecution Mania“. Hier geht es wieder im sodomtypischen Stil, sowie Tempo weiter. Thema ist hier der Vietnamkrieg was schon in der ersten Strophe bzw. schon in der ersten Zeile erkennbar ist:

Command to Vietnam
Back into the jungles depth
Armed to the teeth
Cold blooded experienced
Mercenary paid to slaughter
Sector madness kill and destroy

Bei Minute eins gibt es einen Tempowechsel und es setzten andere Riffs ein. Dann endlich der geniale Refrain: „Persecution Mania – driven me mad ...!“
Das Lied ist ein absoluter Anspieltipp und bislang, neben „Nuclear Winter“, der beste Track der Scheibe. Wow!

5. Enchanted Land
Bei der Hälfte des Albums angekommen, wartet nun „Enchanted Land“, ein wechselhafter, häufig umschlagender Song bei dem es zunächst nicht einfach fällt eine klare Struktur auswendig zu machen. Er beginnt mit einem kurzen Riffing, vereinzelten Drums und gewinnt dann mit einem mal an Geschwindigkeit. Das Schlagzeug wird in den ersten Minuten erst mal gut bearbeitet, wie es sich gehört.

Nach einiger Zeit ist wieder das Riff von Anfang des Songs zu hören diesmal mit
Gemindertem, schleppendem Tempo um den Refrain druckvoller zu gestalten.

Zum Ende des Songs gibt es noch mal einen netten Trommelwirbel und bei ca. vier Minuten ist Ende. Für mich kein Überhammer, trotzdem gutes Lied, das vielleicht ein paar Durchläufe in Anspruch nehmen kann.

6. Procession to Golgatha
Hier ist zunächst ein komisches, lauter werdendes Summen zu vernehmen, dann ein hallender Trommelschlag. Gitarre und Drums setzen nach zehn Sekunden ein und ein langsamer, schleppender Rhythmus wird kreiert.

Es handelt sich hier um ein rein instrumentales Stück, deswegen auch die kurze Spielzeit von nur zwei Minuten, dafür ist es aber mit einer geilen Atmosphäre und einem soliden Gitarrensolo ausgestattet. Viel mehr kann man eigentlich nicht zu dem Song sagen.

7. Christ Passion
Jetzt gibt es wieder großes Kino, denn „Christ Passion“ kann einiges. Ein geiles Riffing, geht ins andere über und wird dann von rhythmischen Trommeln begleitet. Auch hier gibt es wieder langsamere und schnelle Passagen und Angelripper´s Stimme brüllt in aggressiver, geladener Stimmlage den Refrain. Dieser ist nicht der kreativste der Jungs, dafür aber eingängig und voller Power: „Christ Passion, Christ Passion!“

Jetzt folgt ein hammerschnelles Solo, bei dem Blackfire seine Gitarrenarbeit unter Beweis stellt. Super Song und wieder ein Anspieltipp mehr Wink

8. Conjuration
„Conjuration“ beginnt mit einem merkwürdig klingenden Drumsolo, worauf aber bald alle Instrumente einsetzten. Angelrippers Stimme hört sich hier teilweise richtig
dämonisch an, was vielleicht durch den im Studio eingearbeiteten Hall liegt.

Hier kann man an vielen Stellen den Bass sehr klar heraushören und die Gitarren klingen gut heavy. Kurz vor Ende gibt es noch ein langes, eingängiges Solo und dann endet der Song mit einem Trommelwirbel ähnlich wie auch bei „Enchanted Land“ zu hören ist.

Leider kann sich der Song nicht so richtig gegen die andren behaupten, was irgendwie an der Monotonie im Rhythmus liegt, nur das Solo kann den Song noch etwas aus dem Matsch ziehen.

9. Bombenhagel
Jawohl, hier geht’s ab! Der Name ist Programm sozusagen. Wer hier aber deutschsprachige Texte erwartet den muss ich leider enttäuschen, nur der Refrain trägt einen deutschen Titel. Der Gesang ist hier mal wieder erste Klasse und super aggressiv. Und was für ein Gitarrensolo!

Dann nach fast drei Minuten wird es für eine Sekunde still und der Hörer könnte glauben, dass das Lied hier zuende ist. Falsch gedacht kann ich da nur sagen, denn das markante Riff das zu Beginn des Songs schon einmal zu hören war wiederholt sich jetzt.

Jetzt wartet eine ungeahnte Überraschung. Statt deutsche Texte gibt es hier gleich die Melodie der deutschen Nationalhymne auf die Ohren, die als Stromgitarren- Version mal echt geil klingt. Daumen hoch, unbedingt reinhören!

10. Outbreak Of Evil
Nun sind wir schon beim letzten Track angelangt und hier wird zum Abschied noch einem alles gegeben. „Outbreak of Evil“ stellt noch einmal alles davor gewesene in
den Schatten!

Hier wird auch nicht lange gezögert, es geht vorwärts und der Gesang setzt sofort und ohne Kompromiss ein. „It´s time to die!“ (Für den Song gerne! Wink
Der Refrain setzt noch mal einen oben drauf:

Shrill cries
Angeil dies
Shrill cries
Outbreak of Evil

Hier stimmt einfach alles!

Fazit:
Ein geniales Album und neben „Agent Orange“ momentan mein Lieblingsalbum der Gelsenkirchener Kapelle. Wer auf guten alten Oldschool Thrash- Metal steht dem brauch ich aber vermutlich eh nichts mehr zu erzählen, denn der wird das Ding vermutlich schon im Schrank stehen haben.

Auf dem ganzen Album befindet sich nur ein mittelmäßiger Song, alles andere sind gute bis sehr gute Sachen. Wegen Kult gibt’s von mir aber noch letzten Stern obendrauf.

Meine Punkte: 10/10

Tracklist:

01. Nuclear Winter
02. Electrocution
03. Iron Fist
04. Persecution Mania
05. Enchanted Land
06. Procession To Golgatha
07. Christ Passion
08. Conjuration
09. Bombenhagel
10. Outbreak Of Evil