Alben





Bild Informationen
Bandname: Manilla Road
Titel: Crystal Logic
Musikstil: Epic Metal
Label:Iron Glory Records
Homepage:http://truemetal.org/manillaroad/
Review-Autor:Mihawk
Punkte: 10 / 10

1983 veröffentlichten die Götter des epischen Metals ihre dritte Scheibe (die vierte, wenn man das lange unveröffentlichte "Mark Of The Beast" dazuzählt).
Wer jetzt "episch" liest und sofort freudig an Bands wie Rhapsody denkt, sollte sofort aufhören zu lesen und einen weiten Bogen um dieses Album machen. Hier wird nicht diese Chöre-Geigen-Keyboard Epik fabriziert, mit der sich viele dieser neumodischen Power Metal Bands rühmen. Hier kommt es nicht auf groß, größer und nochmal größer an.
Hier wird noch echte Musik erschaffen, die Epik zeigt sich dadurch, dass dem Zuhörer einfach vermittelt wird, dass mehr hinter der Musik steckt, dass hier noch eine Seele vorhanden ist und dass man hier eine Band hört, die sich selbst stets treu sein wird.

Manilla Road sind eine Band, die schon in den 70ern gegründet wurde, unter deren Namen 14 Alben veröffentlicht wurden und die, wie so viele großartige Bands, niemals den Erfolg hatten, den sie verdient hätten.
Manilla Road haben sich stets weiterentwickelt und verändert, sind aber doch immer unverkennbar Manilla Road gewesen. Man könnte sagen, dass sie sich mehr als nur einmal neu erfunden haben.
Dass die Band trotzdem nie über den Underground hinaus bekannt wurde, dürfte wohl hauptsächlich an zwei Merkmalen der Band liegen: Zum einen wäre das der Sound. Wer auf druckvolle, glatt produzierte Alben steht, dem werden sich hier die Haare sträuben. Die Qualität dürfte man heutzutage wohl auf jeder Demo so hinbekommen. Dennoch übt dieser "klassische" Sound einen gewissen Reiz aus, dem man sich als geneigter 80er Jahre Metalfan nur schwer wird entziehen können.
Zum anderen haben Manilla Road einen Sänger, an dem sich die geister scheiden: Mark "The Shark" Shelton singt, als ob er den ärgsten Schnupfen aller Zeiten hätte und ist absolut unverkennlich. Das allein ist in der heutigen Zeit schon sehr viel Wert und wer den ersten "Schock" überwunden hat und sich der Musik in all ihrer Genialität öffnet, der wird hier in den Metal Himmel aufsteigen.

"Crystal Logic" bietet ein paar der besten Songs, die im Metal Bereich jemals geschrieben wurden.
Der Titeltrack ist ein unsterblicher Klassiker und wenn Mark hier zum Refrain ausholt wird jedem ein eiskalter Schauer über den Rücken laufen.
Zwischen dem kauzigen "Necropolis" und dem Titeltrack schleicht sich dann doch ein Schwachpunkt ein: "Feeling Free Again" ist ein absolut schwacher Rock Song, unwürdig auf so einer Platte zu stehen.
Doch was solls? Über diesen Makel kann man hinwegsehen, wenn man Werke wie das langsame, beinahe schon doomige "The Veils Of Negative Existence" serviert bekommt! Was für ein Song, "The Shark" läuft hier zu absoluter Hochform auf.
Doch das herausragende Stück dieser Göttergabe kommt bildet den Abschluss. Beim zwölfminütigen Epos "Dreams Of Eschaton" bieten die Jungs aus Wichita ihr ganzes Können auf und schaffen sich ihr eigenes Denkmal. Der Song beginnt recht ruhig, so hört man Manilla Road selten. Doch schnell schlägt die beinahe balladeske Stimmung um und die typischen Manilla Road Riffs setzen ein und Mark erzählt uns eine Geschichte von Mythen und Legenden und setzt diesem Meisterwerk noch die Krone auf.

Jeder, der etwas für absolut eigenständigen, trendfreien, ehrlichen und erhabenen Metal übrig hat, sollte hier sofort zugreifen. Taucht ein in eine Welt voller Sagen und lasst euch von unvergleichlichen Geschichten verzaubern. Manilla Road haben hier wahrhaft Großes vollbracht.