Hintergründe / Wagner





Richard Wagner

Lebenslauf



Kindheit und Jugendzeit

Der Komponist wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig als neuntes Kind des Polizeiaktuarius Carl Friedrich Wagner (1770-1813) und der Bäckerstochter Johanna Rosine Wagner, geb. Pätz (1774-1848), geboren. Sechs Monate nach seiner Geburt, am 23. November 1813, starb der Vater an Typhus. Im August 1814 heiratete Wagners Mutter den Schauspieler und Dichter Ludwig Geyer, der sich der Familie nach dem Tod des Vaters angenommen hatte, und den Wagner sehr schätzte. Spekulationen, wonach Geyer der leibliche Vater Richard Wagners gewesen sei, sind weder bewiesen noch klar widerlegt. Die Vermutung, Geyer sei auch möglicheweise Jude gewesen, die möglicherweise auch W. selbst hatte, ist heute widerlegt. Noch 1814 übersiedelte die Familie nach Dresden. Am 16. Februar 1815 wurde Richards Halbschwester Cäcilie geboren.

Richard Wagner
Richard Wagner

Im Jahr 1817 wurde Wagner eingeschult. Zwei Jahre später erkrankte der Stiefvater Ludwig Geyer und starb am 30. September 1821 in Dresden. Richard kam zu seinem Onkel Karl Geyer in Eisleben in Pflege. Unter dem Namen Wilhelm Richard Geyer besuchte er ab 22. Dezember 1822 die Kreuzschule in Dresden. 1826 übersiedelte die Familie nach Prag. Richard blieb weiter in Dresden, besuchte aber die Familie in Prag, das erste Mal 1826, 1827 ein zweites Mal. Ab Weihnachten war er wieder bei seiner Familie in Leipzig. Hier lernte er 1828 bis 1830 unter dem Namen Wagner an der Nikolaischule sowie an der Thomasschule. Er stand zu dieser Zeit unter dem Einfluß seines Onkels Adolf Wagner. Richard Wagner las Shakespeare und die Romantiker, z.B. E.T.A. Hoffmann. Mit 16 Jahren erlebte Wagner Wilhelmine Schröder-Devrient in Beethovens Fidelio. Von nun an stand für ihn fest, dass er Musiker werden wollte, und er verfasste bald erste Sonaten, ein Streichquartett sowie den unvollendeten Opernversuch „Die Hochzeit“. Ab 1831 studierte er an der Universität Leipzig Musik, außerdem nahm er Kompositions-Unterricht beim Thomaskantor Christian Theodor Weinlig, dem er auch sein erstes Werk (Klaviersonate in B-Dur) widmete. Im Jahr 1832 komponierte Wagner die C-dur-Symphonie und unternahm seine dritte Böhmen-Reise.

Er wurde beim Corps Saxonia Leipzig aktiv. Allerdings wurde er nachdem er später aufgrund seiner Finanzsituation mehrfach die Pension seiner Mutter veruntreute ausgeschlossen. Er kommentierte dies mit den Worten:"Ich bin ein Genie! Für mich gelten andere Werte!"

1833 wurde Wagner durch den Schriftsteller und Publizisten Heinrich Laube von den Ideen des Jungen Deutschland, einer revolutionär orientierten literarischen Bewegung des Vormärz, beeindruckt. Gleichzeitig begann er mit der Komposition der Feen, nachdem er als Chordirektor vom Würzburger Theater engagiert worden war. In Laubes Zeitung für die elegante Welt erschien bald darauf sein Aufsatz Die Deutsche Oper. Mit Theodor Apel unternahm er die vierte Böhmen-Reise. Als musikalischer Leiter der Sommersaison in Bad Lauchstädt und des Theaters in Magdeburg lernte er die Schauspielerin Minna Planer (*5. September 1809 in Oederan, † 25. Januar 1866 in Dresden) kennen.

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Reifejahre

1835 arbeitete Wagner an der Oper Das Liebesverbot und leitete die zweite Magdeburger Spielzeit. Am 29. März 1836 fand die Uraufführung der Oper Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo in Magdeburg statt. Über Berlin reiste Wagner nach Königsberg. Am 24. November heiratete er Minna Planer. Am 1. April 1837 wurde er Musikdirektor in Königsberg. Der Theaterbetrieb brach allerdings kurz darauf wegen der Direktion zusammen. Wagner geriet in Schulden. Im Juni 1837 gelang es ihm, eine Dirigentenstelle in Riga zu erlangen, wo er vor seinen deutschen Gläubigern sicher war. Hier entstand 1838 der Text und der Beginn der Partitur des Rienzi. Am 12. Oktober 1837 starb die Schwester Rosalie. 1839 verlor Wagner seine Stellung in Riga bereits wieder. Aus Furcht vor seinen Gläubigern überschritt er heimlich die russisch-ostpreußische Grenze und fuhr gemeinsam mit seiner Frau auf dem kleinen Segelschiff „Thetis“ nach London. Die stürmische Überfahrt brachte erste Inspirationen für den Fliegenden Holländer. Anschließend fuhren sie weiter nach Paris.

Richard Wagner in Bayreuth
Richard Wagner in Bayreuth

Wagner verbrachte die Jahre 1840 und 1841 unter ärmlichen wirtschaftlichen Bedingungen in Paris: Er vollendete den Rienzi (1840) und den Fliegenden Holländer (1841). Er lernte Heinrich Heine und Franz Liszt kennen. In diese Zeit fiel auch die Beschäftigung mit Ludwig Feuerbachs atheistischer Philosophie und den Theorien des französischen Frühsozialisten und frühen Theoretikers des modernen Anarchismus Pierre Joseph Proudhon, die auf seine ersten Vorstellungen vom Nibelungendrama abfärbten. 1842 verließ Wagner Paris und kehrte nach Dresden zurück. Den Juni verbrachte er in Teplitz-Schönau. Auf dem Schreckenstein entstand der erste Tannhäuser- Entwurf. Die Uraufführung des Rienzi fand am 20. Oktober in Dresden statt. Franz Liszt war zu dieser Zeit Hofkapellmeister in Weimar.

1843 wurde Wagner zum Königlich-Sächsischen Kapellmeister an der Dresdner Oper ernannt. Der fliegende Holländer wurde am 2. Januar in Dresden uraufgeführt. Freundschaft mit August Röckel, mit dem er vor allem Gespräche über Politik führte. Hier befreundete er sich auch mit dem russischen Anarchisten Michail Bakunin. 1844 arbeitete Wagner weiter an der Oper Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Im Juli 1845 hielt sich Wagner in Marienbad auf. Er entwarf eine Skizze zu den Meistersingern und arbeitete an der Oper Lohengrin. Uraufführung des Tannhäuser am 19. Oktober in Dresden. Ludwig II. wurde am 25. August geboren. 1846 dirigierte Wagner Beethovens neunte Symphonie und begann mit der Komposition des Lohengrin.

Wagners Mutter starb am 9. Januar 1848. Wagner bekannte sich zu den Bestrebungen der März-Revolution. Er befreundete sich mit Liszt in Weimar. Die Nibelungen-Konzeption entstand. Reise Wagners nach Wien. 1849 musste er als Revolutionär, wegen der Teilnahme am Dresdner Maiaufstand, im späteren Verlauf der Märzrevolution im Königreich Sachsen fliehen und wurde, wie auch sein Freund Gottfried Semper, von der Polizei steckbrieflich gesucht. Seine Flucht führte ihn, nach einem kurzem Aufenthalt in Paris, ins Exil nach Zürich. Dort entstanden die Zürcher Kunstschriften. Wagner hatte eine Affäre mit Jessie Laussot in Bordeaux. Lohengrin wurde am 28. August in Weimar uraufgeführt. Wagner verfasste die musiktheoretische Schrift Oper und Drama.

Wagner lernte 1852 Otto und Mathilde Wesendonck kennen und vollendete die Dichtung zum Ring des Nibelungen. Im Mai 1852 gab Wagner Konzerte in Zürich. Im Juli besuchten ihn die Liszts, bei dieser Gelegenheit kam es zum Bruderschaftstrunk mit Liszt und Georg Herwegh. Italien-Reise. Er konzipierte das Rheingold-Vorspiel. Am 10. Oktober war Wagner bei Liszt in Paris und sah Cosima zum ersten Mal. Beginn der Rheingold-Komposition.

1854 las Richard Wagner Schopenhauers Hauptwerk, Die Welt als Wille und Vorstellung. Im gleichen Jahr begann er mit der Konzeption von Tristan und Isolde. 1855 gab Wagner mehrere Konzerte in London. 1856 richtete er ein Gnadengesuch an den sächsischen König. Zwischenzeitlich lebte er auf dem Grünen Hügel neben der Villa Wesendonck in Zürich und komponierte die Wesendonck-Lieder. Die Komposition am Ring des Nibelungen wurde in dieser Zeit unterbrochen, dafür begann Wagner mit der Komposition am Tristan. Hans von Bülow und Cosima wurden am 18. August in Berlin getraut und unternahmen ihre Hochzeitsreise nach Zürich. 1858 spitzte sich Wagners Affäre mit Mathilde Wesendonck zu. Er reiste nach Venedig, seine Frau Minna nach Dresden. Nachdem Minna seine schwärmerische Freundschaft zur verheirateten Mathilde Wesendonck aufgedeckt hatte, trennte sich Wagner von seiner Frau. 1859 hielt er sich in Luzern auf und vollendete den Tristan. Danach weilte Wagner in Paris, wohin Minna ihm nachfolgte. Dort und in Brüssel gab Wagner Konzerte. Im August 1860 konnte Wagner nach Teilamnestie durch den sächsischen König zum ersten Mal wieder nach Deutschland reisen. Cosima von Bülows Tochter Daniela wurde am 12. Oktober geboren.

Siegfried (Heinrich Gudehus) schmiedet Nothung
Siegfried (Heinrich Gudehus)
schmiedet Nothung

1861 war das Jahr des Pariser Tannhäuser-Skandals. Wagner hielt sich in Karlsruhe, Wien, Venedig, Mainz und Paris auf. Er begann mit der Arbeit an Die Meistersinger von Nürnberg. Im Jahr darauf verließ Wagner Paris. Er hielt sich mit Minna in Biebrich auf, wo es zur endgültigen Trennung zwischen den beiden kam. Im gleichen Jahr erließ der König von Sachsen eine vollständige Amnestie. Wagner unterhielt Beziehungen zu Mathilde Maier und Friederike Meyer. Im Juli traf er sich mit den Bülows, danach blieb er in Wien.

1863 gab Wagner Konzerte in Sankt Petersburg, Moskau, Budapest, Prag und Karlsruhe. Am 28. November bekannten sich Wagner und Cosima in Berlin gegenseitig ihre Liebe. Cosimas Tochter Blandine von Bülow wurde am 29. März geboren. 1864 verließ Wagner Wien und besuchte Eliza Wille in Mariafeld bei Zürich. Am 4. Mai 1863 wurde Wagner von König Ludwig II. in München empfangen, der ihn in den nächsten Jahren immer wieder unterstützte. Im Juni und Juli des gleichen Jahres weilte Cosima bei Wagner im Haus Pellet am Starnberger See. Damit war ihre Liebesbeziehung besiegelt. Isolde, Cosima von Bülows und Wagners erstes gemeinsames Kind, wurde am 10. April 1865 in München geboren. Die Uraufführung von Tristan und Isolde war am 10. Juni in München. Am 17. Juli begann Wagner an seiner Autobiographie Mein Leben zu schreiben.

Minna Wagner starb am 25. Januar 1866 in Dresden. Wagner war zu der Zeit mit Cosima in der Schweiz, beide zogen zusammen in Tribschen ein, wo sich Cosima die meiste Zeit aufhielt. Eva, Cosimas und Wagners zweites Kind, wurde dort am 17. Februar 1867 geboren. Die Uraufführung der Meistersinger fand am 21. Juni 1868 in München statt. Wagner unternahm eine Tessin-Reise mit Cosima. Am 8. November begegnete Wagner in Leipzig Nietzsche das erste Mal. Ab 16. November lebte Cosima für immer bei Wagner in Tribschen. Sie begann am 1. Januar 1869 ihre Tagebuch-Niederschrift. Friedrich Nietzsche, damals Professor in Basel, war regelmäßig in Tribschen zu Gast. Siegfried Wagner, Cosimas und Richards drittes Kind, wurde am 6. Juni in Tribschen geboren. Am 22. September fand die Uraufführung des Rheingold in München statt.

Am 18. Juli 1870 wurde die Ehe Cosimas und Hans von Bülows geschieden, und die Uraufführung der Walküre fand am 26. Juni in München statt. Cosima und Richard Wagner wurden gleich darauf am 25. August in Luzern getraut. Wagner wählte Bayreuth als Festspielort aus und kündigt 1871 erstmals Festspiele an. Er wurde von Bismarck in Berlin empfangen. 1872 starb am 3. Januar Richard Wagners Schwester Luise. Er übersiedelte nach Bayreuth, und bereits am 22. Mai konnte der Grundstein des Festspielhauses gelegt werden.

Im Bayreuther Festspielhaus schuf Wagner ein „unsichtbares Orchester“, indem er den Orchestergraben mit einer Abdeckung zum Publikum hin abschirmen ließ. Die dramatische Handlung auf der Opernbühne blieb so der alleinige Blickpunkt, während das Orchester nicht zu sehen war. Außerdem lag ihm an der dadurch entstehenden Klangqualität. Die besondere Akustik beruht auch darauf, dass es ein Holzbau ist, dass der Zuschauerraum keine Logen an den Seiten hat und die Sitze ungepolstert sind. Die Idee dazu war ihm schon in Riga gekommen, wo er in einer Art Scheune dirigieren musste, von der Akustik aber begeistert war.

Im darauf folgenden Jahr war Wagner viel auf Konzertreisen unterwegs. Bruckner und Nietzsche waren zu Besuch in Bayreuth. Am 2. August 1873 war das Richtfest des Festspielhauses. In diesem Jahr hatte auch Friedrich Nietzsche seine ersten schweren Krankheitsanfälle.

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Die letzten Jahre

Am 28. April 1874 bezogen Cosima und Richard Wagner Haus Wahnfried. Wagners Bruder Albert starb am 31. Oktober, ein halbes Jahr später, am 17. März 1875, auch die Schwester Klara. Die Partitur des Ring des Nibelungen war am 21. November 1874 beendet.

In Anwesenheit Kaiser Wilhelms I. fanden ab 13. August 1876 die ersten Bayreuther Festspiele mit dem Ring des Nibelungen statt. Im September reiste Wagner nach Italien und hatte eine letzte Begegnung mit Nietzsche in Sorrent. In den Jahren 1877 bis 1879 arbeitete Wagner am Parsifal. Während eines London-Aufenthalts wurde er durch Königin Victoria von England empfangen. Am 31. Dezember 1879 verreiste Wagner nach Italien und hielt sich im Folgejahr überwiegend in Neapel, Ravello, Siena und Venedig auf.

1881 wurde der Ring in Berlin aufgeführt. Wagner hielt sich ab November in Sizilien auf. Er vollendete am 13. Januar 1882 in Palermo den Parsifal. Die zweiten Bayreuther Festspiele mit dem Parsifal fanden ab 26. Juli statt. Ab 16. September hielt sich Wagner mit seiner Familie in Venedig auf. Dort entstanden seine letzten Schriften. Richard Wagner starb am 13. Februar 1883 im Palazzo Vendramin, am 16. Februar wurde sein Leichnam nach Bayreuth überführt, wo er am 18. Februar im Garten von Haus Wahnfried beigesetzt wurde.

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Wagners Antisemitismus

Die Wagnerwerke wurden schon im Kaiserreich und vor allem in der Hitlerzeit von nationalistischen Strömungen einseitig politisch vereinnahmt. Dabei wurde der universale Charakter seiner Werke jedoch nicht verstanden. Von seinen elf gewaltigen Musikdramen spielen nur zwei in Deutschland, die Meistersinger von Nürnberg und Tannhäuser. Die anderen Werke spielen in ganz Europa: Rienzi (Italien), Der fliegende Holländer (Norwegen), Lohengrin (Antwerpen, heutiges Belgien), Tristan und Isolde (England) und Parsifal (Spanien). Der vierteilige Ring des Nibelungen handelt von einer archaischen Urzeit und basiert auf skandinavischen Sagen, vor allem der Edda. Wagner als Reisender liebte besonders Italien, wohin es ihn immer wieder zog.

Wagners Antisemitismus zeigt sich in seinem Aufsatz Das Judenthum in der Musik (1850). Wagner vertritt darin die These, dass „der Jude“ an sich unfähig sei, weder durch seine äußere Erscheinung, seine Sprache, am allerwenigsten aber durch seinen Gesang, sich uns künstlerisch kundzugeben. Gleichwohl sei „er“ in der Musik zur Beherrschung des öffentlichen Geschmacks gelangt. Ungeachtet seiner Äußerungen hatte Wagner eine Reihe jüdischer Freunde und Mitarbeiter, unter Anderen, seine Helfer Karl Tausig, Joseph Rubinstein, Angelo Neumann, die berühmte Sängerin Lilli Lehmann. Dem Dirigenten Hermann Levi vertraute er in Bayreuth die Uraufführung seines letzten Werkes Parsifal an.

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Der Ring des Nibelungen

Der Ring des Nibelungen (fälschlich oft auch Der Ring der Nibelungen) ist ein aus vier Opern bestehender Zyklus von Richard Wagner.

Die Teile der Tetralogie sind:

  • Das Rheingold ("Vorabend")
  • Die Walküre ("Erster Tag")
  • Siegfried ("Zweiter Tag")
  • Götterdämmerung ("Dritter Tag")

Ursprünglich wollte Richard Wagner nur die bekannte Sage von Siegfrieds Tod bearbeiten. Es entstand eine Saga von Göttern und Menschen, von Treue und Betrug.

Wagner wollte mit dem Ring nicht vordergründig die Welt der germanischen Götter darstellen, sondern nimmt sie als Vorlage für eine kritische Deutung der menschlichen Gesellschaft. Der Ring und das Gold als Symbole der Macht und des Kapitals, die Macht der Verträge, die Auflehnung und das Scheitern des Helden Siegfried, der Untergang der Welt in Flammen – all das sind allgemein gültige Archetypen, die auch heute noch aktuell sind. Wagner hatte im Exil in Paris den russischen Anarchisten Michail Bakunin kennen gelernt, der die These vertrat, Paris als Hort des Kapitalismus müsse in Brand gesteckt werden. Genau das geschieht am Ende der Götterdämmerung, "auf dass eine neue, bessere Welt entstehe".

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Das Rheingold

Im Rheingold werden die grundlegenden Konflikte der Tetralogie, vor allem die Kontroverse um Macht und Liebe dargelegt.

Zu Beginn werden die Rheintöchter vorgestellt, die seit Ewigkeiten ein zauberhaftes Spielzeug besitzen und behüten, nämlich das Rheingold. Dieser Schatz ist aber nur dann nützlich, wenn der Besitzer der Liebe abschwört und einen Ring daraus schmiedet (Zitat: „Nur wer der Minne Macht versagt, nur wer der Liebe Lust verjagt, nur der erzielt sich den Zauber, zum Reif zu zwingen das Gold“).

Dem Zwerg Alberich vom Volk der Nibelungen (darum: „der Ring des Nibelungen“) gelingt ebendies, nachdem er den Rheintöchtern das Gold zuvor abgenommen hatte. Er kann die Zauberkräfte des Rings nutzen, unterwirft das gesamte Nibelungenvolk und zwingt es, für ihn in den Goldminen Nibelheims zu arbeiten.

Hunding tötet Siegmund
Hunding tötet Siegmund

Unterdessen haben die Riesenbrüder Fasolt und Fafner die Mauer um Asgard fertig gestellt („Vollendet das ewige Werk“). Heervater Wotan hatte ihnen als Gegenleistung die Göttin Freya zur Ehe versprochen, welche das Geheimnis der ewigen Jugend hütet. Seine Herrschaft ist nicht wie die, welche Alberich sich von dem Ring erhofft, auf Unterwerfung und Despotie, sondern auf Vertragstreue gegründet. Mit der Macht der Verträge ordnet Wotan die aus dem Chaos geborene Welt.

Nur Freya kann die Äpfel aus dem Garten der Jugend pflücken, die den Göttern zur Unsterblichkeit verhelfen. Zu spät merken die Götter, dass sie mit Freya zugleich auch ihre Unsterblichkeit verpfändet haben. Wotan schlägt den Riesen vor, sich einen anderen Lohn zu suchen, diese wollen sich jedoch zunächst nicht auf einen Tausch einlassen. Einen Vertragsbruch kann sich Wotan nicht leisten, ohne die Grundlagen seiner eigenen Macht zu gefährden.

Wotan sucht nun Rat und Hilfe bei Loge, der ihm seinerzeit den Vertrag mit den Riesen vorgeschlagen hatte. Loge durchstreift daraufhin die Welt, findet aber keinen gleichwertigen Ersatz für die Liebe (und damit für Freya). Nur von einem habe er gehört, der für die Macht des Rheingoldes der Liebe entsagt habe. Den Riesen ist die Macht Alberichs ein Dorn im Auge, sie sind bereit, Freya gegen das Gold zu tauschen, das der Nibelung Alberich mittlerweile angehäuft hat. Bis zu einer Lösung nehmen sie Freya als Pfand.

Zusammen mit Loge macht sich nun Wotan auf die Reise nach Nibelheim, und es gelingt den beiden tatsächlich durch List, Alberich den Nibelungenschatz samt dem Ring (dem Schlüssel zu Macht und Reichtum) abzunehmen. Alberich ist über seine Überwältigung so erbost, dass er den Ring verflucht (Zitat: „(…) den Würger zieh er ihm zu!“).

Wotan möchte nur den Hort (das Gold) des Nibelungen (Alberich) gegen Freya tauschen und den Ring für sich behalten. Die Riesen bestehen jedoch auch auf dem Ring des Nibelungen. In dieser Situation taucht Erda auf und warnt Wotan vor dem Fluch des Ringes. Nachdem Wotan auch den Ring an die Riesen übergeben hat, zeigt der Fluch erstmals seine Wirkung, denn einer der Riesen (Fafner) erschlägt beim Teilen der Beute habgierig seinen Bruder (Fasolt).

Am Ende der Handlung können die Götter die Burg Walhall endlich in Besitz nehmen ("Abendlich strahlt der Sonne Auge"). Wotan möchte von dort aus seine auf freiem Miteinander gegründete Herrschaft beginnen. Doch die Gefahr von Ring und Fluch ist noch nicht gebannt: Sollte Alberich sich jemals wieder seines Ringes bemächtigen können, drohte den Göttern und der ganzen Welt ein dunkler Tag („Götterdämmerung“). Dieser Gefahr zu begegnen, hat Wotan einen genialen Einfall, der musikalisch in der 4. Szene des Rheingolds bereits dargestellt ist (Nothung, das Schwert), dessen Umsetzung jedoch den weiteren Werken des Zyklus vorbehalten bleibt.

Die Verbindung des Rheingoldes mit den folgenden Werken Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung – von Wagner als erster, zweiter und dritter Abend bezeichnet – ist nicht zu leugnen: vor allem in den großen Dialogen zwischen Wotan und Fricka bzw. Wotan und Brünnhilde im zweiten Aufzug der Walküre, im Gespräch zwischen Wotan (Wanderer) und Mime im ersten Siegfried-Aufzug und in der Nornen-Szene der Götterdämmerung wird auf die Handlung des Rheingold immer wieder Bezug genommen. Gleichwohl haben zeitgenössische Regisseure diesen Bezug zu leugnen versucht und das Rheingold als bloßes Satyrspiel begreifen wollen. Eine tragfähige Interpretation der Ring-Parabel ist daraus aber noch nicht gelungen.

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Die Walküre

Erster Aufzug
Im ersten Aufzug der Walküre erscheint Siegmund unter dem Namen Wehwalt bei Sieglinde, der Gattin Hundings. Siegmund und Sieglinde sind Zwillingskinder, von Wotan gezeugt, den sie unter dem Namen Wälse kennen. Da Sieglinde schon früh geraubt und Hunding zur Ehe gegeben wurde (das ungefragt Schächer ihm schenkten zur Frau), erkennen die Zwillingsgeschwister einander zunächst nicht.

Heimgekehrt erfragt Hunding die Herkunft des Gastes und stellt fest, dass zwischen Siegmund und seiner Sippe Feindschaft besteht. Zwar zwingt ihn das Gastrecht, Siegmund für die Nacht zu beherbergen, doch bestimmt er, dass am anderen Morgen der Zweikampf zwischen ihm und Siegmund entscheiden solle.

Hunding legt sich schlafen (Sieglinde: ich würzt ihm betäubenden Trank). Sieglinde schleicht sich zu Siegmund und erzählt ihm von dem Schwert, das in der Esche, die in dem Raum steht, steckt. Das wäre dem bestimmt, der es da herausziehe. Siegmund zieht das Schwert, das er Nothung nennt, aus dem Stamm. Darüber hinaus entbrennen sie in Liebe zu einander. Sie erkennen ihre Beziehung als Zwillinge. In der inzestuösen Vereinigung der Geschwister (so blühe denn Wälsungenblut) wird Siegfried gezeugt.

Wotan und Brünhilde
Wotan und Brünhilde

Zweiter Aufzug
Der zweite versetzt uns in göttliche Sphären, wo sich Wotan mit Brünnhilde berät. Wotans Plan, den er am Ende des Rheingolds gefasst hatte, war inzwischen weiter umgesetzt worden. Helden, die im Kampf gefallen sind, werden von den neun Walküren, Wotans Töchtern, auf die von den Riesen errichtete Burg Walhall gebracht, um Wotan zur Seite zu stehen, falls Alberich jemals einen Angriff auf die Herrschaft der Götter unternehmen sollte.

Der zweite Teil des Planes Wotans richtet sich auf die Wiedererlangung des von Alberich geschmiedeten Ringes. Er selbst darf gegen Fafner nicht antreten (mit dem ich mich vertrug, den darf ich nicht treffen), so wünscht er sich einen unabhängigen Helden, der den Ring für ihn zurückgewinnen könnte. In dieser Rolle sieht er Siegmund.

Fricka jedoch verlangt von ihm, im Zweikampf für Hunding einzutreten. Wotan, der Wahrer der göttlichen Ordnung, kann den Ehebruch, den Siegmund und Sieglinde begangen haben, letztlich nicht rechtfertigen. Außerdem erkennt er, dass Siegmund eben nicht unabhängig ist, denn das Schwert stammt von Wotan. Fricka fordert und erhält den Eid Wotans, Siegmund im Kampf nicht zu unterstützen.

Als Brünnhilde von Wotan den Auftrag erhält, das Kampfeslos zu Gunsten Hundings zu wenden, ist sie verzweifelt. Sie erscheint Siegmund in der fünften Szene des zweiten Aufzugs, der sogenannten Todesverkündung. Tief gerührt stellt sie fest, dass Siegmund mehr an Sieglinde als an Walhall, dem Traum aller Helden, hängt. Sie versucht, sich Wotans Befehl zu widersetzen und Siegmund zu helfen, doch führt dies nur dazu, dass Wotan selbst eingreifen und den Kampf für Hunding entscheiden muss.

Dritter Aufzug
Der dritte Aufzug führt uns auf den Walkürenfelsen, dessen Darstellung ein Charakteristikum jeder werkgetreuen Ring-Inszenierung ist.

Wotan verfolgt Brünnhilde, die nach ihrer Tat mit Sieglinde geflohen war, um sie dafür zu bestrafen, dass sie sich seinem Auftrag widersetzt hatte. Brünnhilde gelingt es noch, Sieglinde den Weg zur Flucht zu weisen, wobei sie der Frau auch verkündet, dass sie einen Sohn gebären wird (den hehrsten Helden der Welt hegst du, o Weib, im schirmenden Schoß!). Das Schwert Siegmunds, das bei dem Zweikampf zerstört worden war, gibt sie ihm für diesen Sohn als väterliches Erbteil mit.

Danach stellt sie sich dem Zorn Wotans, der ihr verkündet, dass sie fortan nicht mehr als Walküre existieren kann. Menschlich soll sie dem nächsten Manne folgen, der sie findet. Brünnhilde erreicht indes die Zusage Wotans, dass dies nur ein Held sein solle, wobei sie an den Sohn Sieglindes denkt. Wotan befiehlt Loge, ein Feuer um Brünnhilde zu errichten und bestimmt zum Abschluss der Walküre: Wer meines Speeres Spitze fürchtet, durchschreite das Feuer nie!

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Siegfried

Erster Aufzug
Siegfried, Sieglindes Sohn, ist im Wald von dem Schmied Mime, Alberichs Bruder, großgezogen worden. Mime hofft, der Knabe würde ihm den Ring aus dem Rheingold erbeuten, den Fafner, der sich in einen Drachen verwandelt hat, bewacht. Allerdings zerschlägt Siegfried jedes Schwert, das Mime ihm anbietet. Mime hat immer noch die Trümmer von Nothung, weiß aber nicht, wie daraus wieder ein Schwert werden kann. In Siegfrieds Abwesenheit bekommt er Besuch: Wotan. Der weiß, wie Nothung neu entsteht: Nur wer das Fürchten nie erfuhr, schmiedet Nothung neu. Siegfried zerspant die Trümmer und schmiedet sich Nothung neu.

Zweiter Aufzug
Alberich hält vor Fafners Höhle Wacht. Es gibt ein Geplänkel mit Wotan. Dann kommen Mime und Siegfried. Mime zieht sich (aus Respekt vor Fafner) zurück. Siegfried genießt den Wald, den Gesang der Vögel etc. Dabei weckt er versehentlich Fafner, den er ersticht. Fafners Blut gerät auf Siegfrieds Zunge, da versteht er den Gesang der Vögel. Der Waldvogel rät ihm, den Ring und den Tarnhelm aus dem Schatz zu nehmen. Siegfried befolgt den Rat – zu Mimes und Alberichs Entsetzen. Siegfried erkennt, dass Mime ihn nur benutzen und dann umbringen wollte – und erschlägt ihn.

Dritter Aufzug
Wotan weckt Erda, von ihr erhofft er sich Rat, wie zu hemmen ein rollendes Rad – er weiß nicht mehr, wie es weitergehen soll. Auch Erda kann ihm nichts raten.

Wotan trifft auf Siegfried, er erhofft sich eine letzte Chance, den Ring von ihm zu erhalten, und so seinen eigenen Untergang zu verhindern, was ihm nicht gelingt. Siegfried zerschlägt ihm den Speer.

Siegfried zieht weiter, um den Brünnhildenfelsen zu finden, von dem ihm der Waldvogel berichtet hat. Dort fände er das herrlichste Weib. Er findet Brünnhilde hinter dem Feuer und verliebt sich unendlich.

Er, der ausgezogen war, das Fürchten zu lernen, den die Tiere des Waldes und der Drachen nicht geschreckt hatten, der lernt nun endlich das Fürchten in der Liebe zum Weibe und „vergaß es nun ganz“.

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Götterdämmerung

Zu Beginn der Handlung erleben wir die Nornen am Fuße der Weltesche das Schicksalsseil spinnend. Sie berichten die Geschehnisse vom Anbeginn der bewussten Handlung an. Als sie sich der Gegenwart nähern, reißt das Seil. Die Nornen fliehen zu Erda – das Schicksal der Welt ist offen.

Brünnhilde und Siegfried hatten sich vermählt. Brünnhilde lässt ihren Helden jedoch "zu neuen Taten" ziehen und gibt ihm ihr Pferd Grane mit.

Am Hofe der Gibichungen hat unterdes Hagen das königliche Geschwisterpaar Gunther und Gutrune darauf hingewiesen, dass sie ihren Ruhm mehren könnten, wenn sie angemessene Ehen schlössen. Gunther soll nach Hagens Plan um Brünnhilde freien, Gutrune sich mit Siegfried vermählen.

Als Siegfried auf seinen Reisen den Rhein abwärts an den Gibichungenhof kommt, sorgt Hagen mit Hilfe eines Vergessen bewirkenden Zaubertranks dafür, dass Siegfried die Erinnerung an seine bisherigen Taten und vor allem an Brünnhilde verliert. Durch dieses Vergessen ist Siegfried frei, sich in Gutrune zu verlieben. Um diese zu gewinnen, schließt er mit Gunther Blutsbrüderschaft und verspricht diesem, bei seiner Werbung um Brünnhilde zu helfen.

Unterdes besucht Waltraute, eine der Walküren, ihre Schwester Brünnhilde auf dem Walkürenfelsen und versucht sie zur Herausgabe des Ringes zu bewegen, den sie von Siegfried erhalten hatte. Brünnhilde weist das Ansinnen von sich.

Durch den Tarnhelm nimmt Siegfried Gunthers Gestalt an. Ihm gelingt, was ihm schon einmal gelang, was Gunther jedoch nie vermocht hätte, nämlich das Feuer, das um den Walkürenfelsen lodert, zu durchschreiten. Er erobert Brünnhilde für Gunther.

Anlässlich der Konfrontation der Beteiligten kommt es zu einem Eklat: Brünnhilde bezichtigt Siegfried, sich ihr genähert zu haben, was dieser, noch immer unter der Wirkung des Vergessenstrankes, bestreitet. Gunther, der glaubt, von Siegfried verraten worden zu sein, schmiedet mit Brünnhilde und Hagen ein Komplott, in dessen Ausführung Siegfried auf der Jagd von Hagen ermordet wird.

Als die Leiche Siegfrieds an den Hof zurückgebracht wird, entbrennt ein hässlicher Streit um den Ring. Hagen will ihn als gerechte Beute an sich nehmen, Gunther beansprucht ihn als Gutrunes Erbe und wird deswegen von Hagen sofort getötet.

An dieser Stelle tritt Brünnhilde, die zwischenzeitlich durch die Rheintöchter über die Zusammenhänge aufgeklärt wurde, hervor, nimmt den Ring an sich und schenkt ihn den Rheintöchtern zurück, die ihn wieder zum Rheingolde auflösen. Brünnhilde selbst hat einen starken Scheiterhaufen errichten lassen, in dessen Feuer sie sich selbst und das Pferd Grane zum Opfer bringt. Hagen stirbt bei dem Versuch, den Ring aus den Fluten des Rheines zu retten.

Mit der erlösenden Weltentat Brünnhildes endet die Handlung, die Parabel von Macht und Liebe hat ihre Lösung gefunden: alle Helden sind tot.

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Zeittafel

1813
Wilhelm Richard Wagner wird am 22.05.1813 als Sohn der Polizisten Friedrich Wagner und der Tochter des Bäckermeisters Johanna Rosine geboren. Am 23. November stirbt sein Vater.


Am 28.08.1814 heiratet Wagners Mutter den der Familie bereits bekannten Ludwig Geyer und siedelt nach Dresden um.

1822 - 1833
Richard Wagner besucht mit sieben Jahren die Dresdner Kreuzschule. 1828 kehrt die Familie wieder nach Leipzig zurück. Wagner verstärkt sein Interesse für Musik bringt im Klavierspiel aber keine hervorstechenden Leistungen hervor.

1833 - 1834
Richard Wagner wird 1833 Chordirektor in Würzburg. Schließlich wird Wagner Musikdirektor am Theater in Magdeburg.

1836
Am 29. März leitet Richard Wagner die Uraufführung des "Liebesverbots" in Magdeburg. Am 24. November heiratet er Minna Planer in Tragheim bei Königsberg.

1837
Am 1. April wird Richard Wagner Musikdirektor am Theater in Königsberg. Am 21. August trifft er in Riga ein und hat dort bis Anfang 1839 die Stellung des Musikdirektors am Theater inne.

1840 - 1842
Wagner unternimmt eine Schiffsreise nach London, dort erscheint ihm die Idee zu der Oper "Der fliegende Holländer". In London kann er aber mangels Interesse nicht fuß fassen. Daraufhin geht er nach Paris wo er den Komponisten Giacomo Meyerbeer kennen lernt.

Richard und Cosima Wagner
Richard und Cosima Wagner

1842 - 1849
Wagner kehrt im April nach Dresden zurück. Mittels der Unterstützung von Meyerbeer wird die Oper "Rienzi" am 22. April im Hoftheater in Dresden uraufgeführt sowie "Der fliegende Holländer" am 2. Januar in Berlin. Die Opern erweisen sich als große Erfolge. Richard wird Hofkapellmeister in Dresden, unterstützt aber mit Reden und Schriften die revolutionären Gruppen und den Anarchisten Michail Bakunin. Im Mai 1849 beteiligt sich Richard Wagner an der Dresdener Revolution und wird daraufhin steckbrieflich gesucht. Er begibt sich nach Zürich ins Exil. Er reist später durch Frankreich. Am 28. August 1850 findet die Uraufführung seines "Lohengrin" am Hoftheater in Weimar durch Franz Liszt statt.

1852 - 1857
Richard Wagner lernt Otto und Mathilde Wesendonk kennen. Im Sommer 1852 reist er durch Oberitalien. 1855 leitet Richard Wagner acht Konzerte in London. Am 28. April 1857 zieht Richard Wagner in das von den Wesendonks hererrichtete "Asyl auf dem grünen Hügel" in Zürich ein. Am 31. August sind Hans und Cosima von Bülow auf ihrer Hochzeitsreise in Zürich zu Gast.

1858 - 1860
Richard Wagner verlässt das "Asyl" und reist nach Italien. Es folgen Reisen in die Schweiz und nach Paris. Im Januar und Februar gibt er drei Konzerte im italienischen Theater in Paris. Es folgen weitere Konzerte im März 1860 in Brüssel. Nach einer Teilamnestie des sächsischen Königs weilt Richard Wagner vom 11. bis zum 18. August 1860 erstmals wieder in Deutschland.

1861
Am 13. März Erstaufführung seines "Tannhäuser" in der Großen Oper in Paris. Am 15. März findet eine Uraufführung des "Lohengrin" in der Wiener Hofoper statt.

1862 - 1864
Am 1. Februar 1862 verlässt Richard Wagner Paris und kehrt nach Deutschland zurück. Es folgen Aufenthalte in Mainz, Biberich, Karlsruhe, Dresden und Wien. 1863 gibt Wagner viele Konzerte. Im März und April Konzerte in Petersburg und Moskau, im Juli Konzerte in Budapest, im November Konzerte in Prag und Karlsruhe. Im Dezember 1863 ist Richard Wagner wieder in Wien. Am 4. Mai begegnet Richard Wagner zum ersten Mal König Ludwig II. von Bayern in der Münchner Residenz. Es folgt seine Übersiedlung nach München.

1865 - 1869
Am 10. Juni 1865 wird "Tristan und Isolde" im Münchner Hoftheater unter Hans von Bülow uraufgeführt. Am 25. Januar 1866 stirbt Richard Wagner seine Frau Minna. 15. April 1866 zieht Richard Wagner in Triebschen / Luzern ein. Am 21. Juni 1868 findet die Uraufführung der "Meistersinger" im Münchener Hoftheater wieder unter Hans von Bülow statt. Am 8. November 1868 lernt er auch in Leipzig Friedrich Nietzsche kennen. Am 6. Juni 1869 wird Siegfried Wagner als drittes Kind von Richard Wagner und Cosima von Bülow in Triebschen geboren. Es folgt am 22. September 1869 die Uraufführung des "Rheingold" in München.

1870 - 1872
Am 26. Juni 1870 wird die "Walküre" in München uraufgeführt. Am 25. August dem Geburtstag Ludwig II. von Bayern heiratet Richard Wagner Cosima von Bülow. Im April 1871 weilt Richard Wagner zum ersten Mal in Bayreuth. Am 3. Mai wird er von Reichskanzler Bismarck in Berlin empfangen. Am 22. April 1872 verlässt Richard Wagner Triebschen und lässt sich in Bayreuth nieder. Hier findet dann schließlich am 22. Mai die Grundsteinlegung zum Bayreuther Festspielhaus statt.

1874 - 1877
Richard Wagner bezieht am 28. April 1874 Haus Wahnfried in Bayreuth. Vom 13. bis zum 17. August 1876 findet die Eröffnung der Bayreuther Festspiele statt. In Anwesenheit des deutschen Kaisers Wilhelm I. wird Wagners "Ring des Nibelungen" zum ersten Male aufgeführt. Die zwei letzten Teile des Zyklus, Siegfried und Götterdämmerung wurden erst 1876 in dem von Wagner selbst geplanten Opernhaus anlässlich der ersten Festspiele aufgeführt. Am 17. Mai 1877 wird Richard Wagner von der englischen Königin Victoria auf Schloss Windsor empfangen.

1882
Am 26. Juli findet die Uraufführung des "Parsifal" im Bayreuther Festspielhaus unter Hermann Levi statt. Am 14. September reist Richard Wagner mit seiner Familie nach Venedig.

1883 Am 13. Februar stirbt Richard Wagner im Palazzo Vendarmin - Calergi in Venedig. Er wird am 18. Februar im Garten seines Hauses Wahnfried beigesetzt.

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Werke

Musikdramatische Werke

  • Die Hochzeit (1832, 226 Takte erhalten)
  • Die Feen (1834, UA: 29. Juni 1888 Königliches Hof und Nationaltheater München)
  • Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo (1834-1836, UA: 29. März 1836 Stadttheater Magdeburg)
  • Rienzi, der Letzte der Tribunen (1837-1840, UA: 20. Oktober 1842 Königlich Sächsisches Hoftheater Dresden)

Nur die folgenden zehn Werke wählte Wagner für Aufführungen in Bayreuth aus:

  • Der fliegende Holländer (1840-1841, UA: 2. Januar 1843 Königlich Sächsisches Hoftheater Dresden. Überarbeitet 1852 (Zürich) und 1864 (München))
  • Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg (1842-1845, UA: 19. Oktober 1845 Königlich Sächsisches Hoftheater Dresden. Überarbeitet 1847, 1860 (Erstdruck der Partitur, sog. „Dresdener Fassung“), 1861 (Paris, in frz. Sprache), 1875 (Wien, sog. „Pariser Fassung“))
  • Lohengrin (1845-1848, UA: 28. August 1850, Großherzogliches Hoftheater Weimar.)
  • Der Ring des Nibelungen, mit vier Teilen:
    • Vorabend: Das Rheingold (1851-1854, UA: 22. September 1869 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
    • Erster Tag: Die Walküre (1851-1856, UA: 26. Juni 1870 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
    • Zweiter Tag: Siegfried (1851-1871, UA: 16. August 1876 Festspielhaus Bayreuth)
    • Dritter Tag: Götterdämmerung (1848-1874, UA: 17. August 1876 Festspielhaus Bayreuth)
  • Tristan und Isolde (1856-1859, UA: 10. Juni 1865 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
  • Die Meistersinger von Nürnberg (1845-1867, UA: 21. Juni 1868 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
  • Parsifal (1865-1882, UA: 26. Juli 1882 Festspielhaus Bayreuth) - „Bühnenweihfestspiel“

Sonstiges

  • Symphonie C-Dur
  • Konzertouvertüren (darunter Faust-Ouvertüre d-Moll)
  • 3 Klaviersonaten
  • Wesendonk-Lieder

Schriften
Wagner hat zusätzlich zu den Inhaltsentwürfen, Textfassungen und Analysen seiner Musikdramen zahlreiche musiktheoretische, philosophische, politische und belletristische Schriften verfasst, u.a. „Oper und Drama“, (1851), ein Essay über die Theorie der Oper, „Das Judentum in der Musik“ (1850), eine Polemik gegen jüdische Komponisten und Das Kunstwerk der Zukunft (1850). Er schrieb auch eine Autobiografie „Mein Leben“ (1880).

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