Konzerte





Informationen
Bandname: Judas Priest
Ort: Stuttgart Porsche Arena
Datum: 8. März 2009
Review-Autor:Udo Sapper
Punkte: 10 / 10
 
Review-Text
Sonntag, 8. März, Porsche Arena, Stuttgart

Tina und ich trafen Carmen und Volker im Tower’s in Ludwigsburg bereits um 4, um gut gestärkt in den Abend zu starten. Nach einem geilen XXL Burger und einige Guinness fuhren wir nach Stuttgart und holten auf dem Weg zur Porsche Arena meine Kollegin Miri ab.

An der Halle trafen wir noch Holli und seine Freunde, sowie völlig überraschender Weise Frank und Gabi. Die Stimmung war gut und jeder war in voller Vorfreude. Das Bier trug natürlich zur Laune bei. Tina war natürlich wieder für die Bilderstattung zuständig!

Die Porsche Arena ist wirklich eine Super-Halle – sehr kompakt gebaut. Mal sehen wie der Sound werden würde…

Testament legte los und es war echt ein geiler Sound und ein guter Auftritt, obwohl ich gestehen muss, dass ich ihn mir vom Tribüneneingang angeschaut habe. Ich war eh zu aufgeregt und gespannt auf Priest.

Trotzdem ging ich dann in den Innenraum und schaute mir Megadeth an. Der Sound dort war total beschissen – anders kann man es nicht sagen. Viel zu viel Hall – die Gitarren klangen saft- und kraftlos. Also verlegte ich zu meiner Frau, die auf der Tribüne saß und zwar neben Carmen und Volker und Miri, die mega-spontan eingesprungen war und sich über meinen Sitzplatz freute. Ich freute mich dafür über die Karte für die 1. Reihe – eh, ich meine für den Innenraum – hierzu gleich mehr. Dort oben war der Sound weitaus angenehmer – die Gitarren klangen fetter – so wie es eben sein sollte. Und es war bereits sehr laut…

Dave Mustaine’s Auftritt hat mich sehr begeistert, denn das letzte Mal als ich ihn sah – vor über 10 Jahren – hatte er sich wie ein arrogantes Arschloch benommen. Diesmal stand er natürlich wieder als Frontman vorne, ließ aber seinen Mitstreitern genügend Platz um sich zu entfalten. Die Solis waren gut verteilt und die Band machte einen sehr homogenen Eindruck. Megadeth hatte eine sehr gute Songauswahl quer durch ihre Karriere und so ging ein guter Gig zu Ende.

So nun war es dann endlich soweit – ich begab mich wieder in den Innenraum, dort wo ich diesmal eigentlich gar nicht sein wollte, denn Judas Priest hatte zunächst angekündigt Nostradamus aufzuführen, was sie aber leider aufgrund der vielen negativen Fanreaktionen unterließen. Das hat mich echt angekotzt, aber die Massen entscheiden eben. Anstatt die Show von der Tribüne aus zu genießen musste ich also wieder da hin wo ich hin gehöre – in die Front Row, denn bei einem Best Of Gig wie er folgen sollte, blieb mir nichts anderes übrig. Dank Miri hat’s auch Gottseihdank geklappt.

Was für mich völlig unverständlich ist, war die Tatsache, dass nur 3500 Zuschauer anwesend waren. Priest hatte ja ihren Best Of Gig in der Presse angekündigt, Vorgruppen mit Headliner-Charakter wie Testament und Megadeth bekommt man äußerst selten serviert, die Berichte der Tour waren gigantisch gut und es war Sonntag – wo zum Teufel waren all die Headbanger?

Judas Priest legte los und wie – ich war dann bereits in der 1. Reihe und diesmal dürfte ich sogar dort bleiben – leichte Bedenken nach dem peinlichen Auftritt der Ordner auf dem letzt jährigen Bang Your Head, wo ich von 5 Securitys nach draußen begeleitet wurde, weil ein kleiner Schnulli gemeint hatte, ich hätte ihn bedroht (was totaler Schwachsinn war!) kamen bei mir auf. Es war schön mal wieder auf einem richtigen Metalkonzert zu sein, umgeben von echten Headbangern und nicht von Mama’s weinenden Lieblingen.

Über das beste Gitarrenduo der Welt gibt es eh nicht viel zu sagen – Tipton and Downing beherrschen ihr Handwerk perfekt – wer ist der bessere Leadgitarrist – ich kann’s nicht sagen. Das Zusammenspiel klappt wie ein Schweizeruhrwerk.

So spielte Priest ein Hit nach dem anderen – die Band bangte wie wild und voller Energie und der Metal God war in Höchstform. Das Geschreibsel von MetalHammer und RockHard über den alternden Mann kann man getrost abhaken. Er bewegte sich und sang wie ein Junger, stets mit einem Lächeln auf den Lippen, wie bei allen Priestern – sie waren dermaßen gut gelaunt – lag wahrscheinlich auch an dem super Publikum, hehe – nicht Quantität sondern Qualität zählte – es wurde gebangt und gebangt.

Ein sehr beeindruckendes Lied war wieder (wie auf dem BYH) Death - eben von der besagten CD Nostradamus. Halford saß zunächst auf seinem Thron und schlich dann mit Hilfe eines Gehstocks über die Bühne – eine grandiose schauspielerische und gesangliche Leistung.

Dann ertönte die Heavy Metal Hymne schlechthin – Painkiller – wer diesen Song nicht kennt, hat den Metal verpennt. Scott Travis’ Double Bass ist pure rohe Energie – der Gitarrenriff und der Gesang eine Offenbarung. Der Refrain ein Aufschrei.

Noch sollte es nicht genug sein - zum Schluss fährt Halford mit seiner Harley auf die Bühne und erklärt der Welt, dass er immer noch todgeil auf Leder steht – und man glaubt es ihm.

Ein fast perfektes Konzert aufgrund des Sounds geht zu Ende – denn der Sound war ok – es war metal-mäßig laut, aber er war nicht glasklar. Lag’s an der Porsche Arena oder an der Tatsache, dass es nur einen Jeff Hair auf der Welt gibt – wir werden es wohl nie wissen…