Konzerte





Informationen
Bandname: Torfrock
Ort: Bremen
Datum: 9. Dezember 2005
Review-Autor:Matthias L.(Nebelsturm)
Punkte: 8 / 10
 
Review-Text
So sollte dies nun mein erstes Torfrock-Konzert werden.
Ich, als recht stolzer norddeutscher kenne die Band seit ich laufen kann, und war somit mit der Materie entsprechend
vertraut. Ok, wir erreichten das etwas abseits gelegene Pier 2 sehr spät, dennoch konnten wir gute Plätze, direkt vor der Bühne erreichen.Das Bier war etwas teuer, aber gut, an dem Abend gab es wichtigeres. Der tolle Kontrast des Publikums findet hier nochmals besodnere Erwähnung: Gigantische Wikinger mit Bärten bis über den Bauchnabel gaben sich zusammen mit Skins, Punks, Bikern, Normalos,
Metallern und rockenden Senioren die Ehre.
Das Vorprogramm bestand aus der Folk-Punk Band "De Drangdüüwels", welche eine geniale Mischung
aus plattdeutschen Lyrics, Folk-Instrumenten und etwas moderneren Gitarren auf der Bühne daboten.
Egal ob mit norddeutschen Klassikern wie "Us Pastoor sin Koo" oder eigenen Kompositionen,
die Truppe kann Szeneveteranen wie Flogging Molly oder anderen Größen bequem das Wasser reichen.
So heizten sie das Publikum schon gut auf, verrückt Humppa tanzende Wikinger überall.

Es flogen Massig Bierbecher, eine alte Tradition auf Torfrockkonzerten, sehr zum Missvergnügen einiger etwas
gereizten älteren Damen und Herren, welche für die wild tanzenden keinerlei Verständnis hatten.
Doch dann war es letzten Endes soweit: Torfrock betraten nach lauter werdenden "Odin"-Schreien die Bühne.
Traditionell wuurde losgelegt, mit "Stech den Torf" und "Rut mitm Torf", dem traditionellen Torfrock-Opener.
Kein Klassiker wurde ausgelassen, "Rollo der Wickinger" sowie "Beinhart", kein Stück fehlte.
Lediglich "Midde Bänd" vermisste ich etwas.
Der Sound war passagenweise etwas dürftig, so quietschten die Gitarrensoli teilweise Trommelfell-zerreissend,
während man die simplen Riffs kaum hörte, aber gut, dieses sollte auch mein einziger Kritikpunkt sein.
Die Herren Voß & co. zeigen sich kein Stück hüftsteif, es wird eine gute Show geboten, wie zur alljährlichen Weihnachtsshow
eigentlich schon überall bekannt. Der Kartenpreis lag bei 22,40€, das Pier 2 mit seinen gut 2000 Stehplätzen war
gut gefüllt, dennoch konnte man jederzeit zur Bühne vor, es bildeten sich nahezu kleinere Pits, wo teilweise selbst
Mittfünfziger noch mitmischten. Die Publikumskommunikation war echt hervorragend, abgesehen von den obig erwähnten Langweilern, welche den tanzenden dann schon mal unsanft in die Rippen stießen.

Mein Schlußwort: Wenn man schon Körperkontakt vermeiden will, so sollte man sich nicht knapp vor die Bühne stellen,
und schon garnicht bei einem Klassiker wie Torfrock: Die Herren haben es auch nach mehr als 30 Jahren Bandgeschichte absolut drauf!
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