Interviews / Presse





Informationen
Titel: MASTERS OF REALITY
Datum: 1987
 
Text

Interview mit Joey DeMaio
Herausgegeben von: "Metal Forces" Uk n° 22
Interviewer: Dave Reynolds
Herausgegeben in: 1987
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MASTERS OF REALITY

Manowar sind zurück!

Joey DeMaio gibt Dave Reynolds einen Bericht über das Vorhaben der Band im Jahre 1987 ab. Einen neuen Kreuzzug gegen False Metal? Lest weiter…

Dave: Ich habe sehr viel Zeit für Joey DeMaio übrig. Für einen Mann, dem man den größten Respekt entgegen bringen sollte. Viele lästern über den Mann und seine Band mit ihrem Image und deren Gothic Metal Ausrichtung, aber wenn alles gesagt und getan ist, muss man feststellen, dass sich MANOWAR schon immer geweigert haben einen Kompromiss einzugehen. Sie sind KEINEN langsamen Tod durch ihre Kritiker gestorben, sondern sind dieses Jahr mit einem neuen Album unter dem mächtigen und weltweiten Label Atlantic, zurückgekehrt. Joey DeMaio war vor ein paar Monaten in London unterwegs, um mit den örtlichen Vertretern des Labels aus dem UK zu sprechen. Er hat sich aber auch Zeit genommen, um sich mit seinen Befürwortern aus der englischen Metal Presse für ein paar „inoffizielle“ Interviews, zu treffen. Ich sehe es als Kompliment an, dass er mich gebeten hat, einen kompletten vor veröffentlichungs- Bericht über das Album im Metal Forces abzudrucken, obwohl er weiß, dass unsere Publikationstermine unberechenbar sind (Hey, es ist nicht leicht bei einem limitierten Budget solch eine Arbeit abzuliefern) und somit der Bericht wahrscheinlich erst zum Veröffentlichungstermin erscheinen wird. Aber, zunächst einmal…
Wer ist eigentlich der Typ bei Metal Forces, der uns nicht ausstehen kann?” donnert es von den Lippen des New Yorker. „Vermutlich versteckt er sich hinter dem Vorhang vor dem unsäglichen „Black Wind“ von MANOWAR“, antworte ich ihm. Es ist sicher zu behaupten, dass MANOWAR bislang nicht allzu viel Publicity auf diesen Seiten genossen hat. Außer einem Bericht von Bernard Doe, welcher im MF2 veröffentlicht worden ist und ein paar Album Rezensionen, war bislang Ebbe (Ich habe schon mal Joey und seine Jungs nach dem das monumentale Album „Hail To England“ veröffentlicht worden ist, interviewt, aber es wurde nie gedruckt). Was jedoch Joey meint, ist die Rezension zum Album „Sign Of The Hammer“, welche von Dave Constable geschrieben wurde. Dieser Artikel war nicht sehr schmeichelhaft, aber um Dave gerecht zu werden, muss man sagen, dass er ehrlich geschrieben war und MF seinen Lesern immer einen ehrlichen Bericht abgeliefert hat. Wie auch immer bis ihr das hier lest, sollte das neue MANOWAR Album schon veröffentlicht worden sein - und in Kürze, es ist fabelhaft! Die Songs, die ich von Joey und Sue bei WEA zu hören bekommen habe, sind wirklich beeindruckend, mit einem unglaublichen Schlagzeug von Scott Columbus, welches seit „Creatures Of The Night“ von KISS nicht mehr zu hören war – nur 100 mal mächtiger. Und nun folgt, in den Worten Joey DeMaios, die Geschichte hinter dieser Scheibe (ach ja, der Titel ist „Fighting The World").



Joey DeMaio: „Wir versuchen immer auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben und versuchen damit immer die besten Alben zu produzieren, solange es nicht den „Power“, den wir kreieren, beeinträchtigt. Wir haben dieses Album digital aufgenommen, damit wir auf diese Weise mehr Sound einfangen konnten, ohne das Ganze zu überladen – eine normale analoge Aufnahme kann da nicht mithalten.“



Dave: Das Album wird wohl ein paar Köpfe sprengen!



Joey DeMaio: „Yeah, um das geht es, Dave! Weißt du, wenn du ein Album auflegst und dann ein anderes, ohne die Lautstärke zu verstellen, wird das eine lauter sein. Dieses Album wird das maximale an Lautstärke haben, denn neben der digitalen Anlage, haben wir obendrauf das „Direct Metal Process“ benutzt. So werden die Kids das Album so hören wie auf dem Master Tape. Und die CD Version, vergiss es! Sie wird mehr als BEEINDRUCKEND sein!”



Dave: Wie ihr wisst, wird das Album von Atlantic veröffentlicht. Was geschah mit dem letzten großen Vertrag unter 10 Records (Subunternehmen von Virgin Records), bei dem „Sign Of The Hammer“ in 1985 veröffentlicht worden ist?



Joey DeMaio: „Jeder stellt mir diese Frage. Als Erstes möchte ich anmerken, dass wir in der Zeit zwischen “Sign Of The Hammer” und dem neuen Album nicht untätig waren. Wir haben neue Songs geschrieben, waren auf Tour mit MOTÖRHEAD. Erst zum Schluss der letzten Tour hin, haben wir aufgehört Interviews zu geben, denn wir wollten nicht einfach irgendwas für die Presse erfinden und so unsere Fans, die MANOWAR und was wir darstellen lieben, ausnutzen. Im Grunde wurden wir von 10 Records fallen gelassen und hatten somit keinen Plattenvertrag mehr…es war wie damals bei EMI ( eine Anspielung auf die Geschehnisse, die nach der Veröffentlichung des Debüt Albums „Battle Hymns“ im Jahre 1982, passiert waren, als Liberty Label die Band fallen ließen, nach dem sie keine Ahnung hatten wie die Promotion laufen sollte). Als wir von EMI fallen gelassen worden sind, hielten die Fans zu uns und wir wussten, dass das wieder passieren würde. Ich habe nicht gedacht, dass es uns zwei Jahre brauchen würde, um das Schiff wieder auf Kurs zu bringen, aber wir sind zurück und nun haben wir auch wieder etwas zu sagen. Wir hatten zwei Jahre Zeit ein Album zusammenzustellen, das die Fans wollten. Wir hören ihnen bei dem was sie uns nach den Konzerten erzählen zu. Ich kenne Typen, Fans wie ihr, die wollen Double Bass Drums und schreiende qualmende Gitarren und andere wollen Mitsing-Lieder a là MANOWAR-Hymnen wie „Kill With Power“ oder „Metal Daze“, und wiederum andere wollen epische Lieder wie „Mountains“ hören. So denke ich, „Mein Gott, wir müssen jedem sein Stück anbieten, um das Publikum zufrieden zu stellen.“ Das ist echt schwierig, aber nach dem ich viel Zeit mit den Mitgliedern verbringen konnte (Das MANOWAR Lineup wird komplettiert von dem zuvor genannten Scott Columbus am Schlagzeug, Ross The Boss an der Gitarre und Eric Adams am Gesang), glaube ich, dass wir ein grandioses Album fertig gestellt haben, welches alle glücklich machen wird.“



Dave: So wie es sich anhört sind aus MANOWAR keine Waschlappen geworden.



Joey DeMaio: „Nein, und ich sag dir noch was, Dave. Atlantic haben bislang nie versucht aus uns Waschlappen zu machen oder unseren Sound umzustellen. Sie sagten, dass wir das tun sollen, was wir wollen. Wir haben das Album selbständig produziert und Atlantic hat nicht ein Mal versucht sich einzumischen bei dem was wir taten. Wir wissen, dass wir keine große Band sind. Vielleicht werden nie im Hammersmith Odeon sieben Tage hintereinander spielen, aber es braucht sieben Bands, um so viele Fans zusammen zu bekommen wie wir. Ich meine, die Fans, die wir haben – wenn du ein Teil von MANOWAR bist, dann steckt definitiv was Besonderes in dir drin, weil eben nicht jeder ein Teil von MANOWAR ist (im Gegensatz zu einem ANGEL Fan, nicht wahr?). Wenn du ein Teil von MANOWAR bist, dann bist du ein Teil von uns und das macht dich zu einem Individuum, weil du nicht der Menge hinterher läufst.“



Dave: Aber will MANOWAR nicht in die „Bundesliga“ aufsteigen?



Joey DeMaio: “Nicht wenn wir unsere Musik verändern müssen, nicht wenn wir unseren Stil ändern müssen oder das worum es uns geht – NEIN. Wir werden es nach unseren Bedingungen mit den Fans machen, die hinter uns stehen oder sonst gar nicht. Wir haben jetzt fünf Alben und würden wir uns ändern wollen, dann hätten wir es getan nach dem uns EMI gekickt hat. Stattdessen sind wir „heavier“ geworden und werden mit jedem Album noch „heavier“. „



Dave: Ihr seid definitiv immer noch die lauteste Band der Welt!



Joey DeMaio: “Yeah, es ist immer laut, daran gibt es keinen Zweifel. Ich wollte schon seit ich das Spielen angefangen habe, in der lautesten Band der Welt sein. Ich will nicht, dass man sagt, wir würden Krach machen, denn wenn ich Krach höre, dann will ich es leiser drehen. MANOWAR macht einen Sound, der eine gute Qualität besitzt, anstatt alles bis zur Verzerrung aufzudrehen.“



Dave: Da wir gerade von Verzerrung reden, ihr habt letztes Jahr eine Tour durch Europa mit MOTÖRHEAD gemacht. Warum seid ihr nie im UK aufgetreten?



Joey DeMaio: „Das war eigentlich so ein Last Minute Ding. Wir erhielten einen Anruf, ob wir nicht eine fünf Tagestour mit MOTÖRHEAD als Headliner spielen wollten und haben zugesagt, weil wir nie eine Chance auslassen, um in Europa aufzutreten. Wir haben nicht im UK gespielt, weil es keine Termine gab und weil es MOTÖRHEADs Tour war. Wenn es welche gegeben hätte, dann hätten wir sie auch gespielt, weil wir nie eine Chance auslassen würden, um hier aufzutreten.“



Dave: Es scheint, dass ihr hier im UK und in Europa eine viel größere Anhängerschaft besitzt, wie in den Staaten.



Joey DeMaio: „Das ist wahr. Amerika befindet sich in dem Stadium, wo sich die UK vor drei Jahren befand. Derzeit herrscht in den großen amerikanischen Städten eine große Begeisterung für uns, da wir Boden in Europa gut gemacht haben. Aber wir hatten schon immer viele Freunde bei der Presse hier und hatten so gut wie keine Presse in den Staaten, weil wir, ganz offensichtlich, noch nie einen amerikanischen Plattenvertrag hatten. Und somit macht es für die amerikanische Presse keinen Sinn über das zu schreiben was in Europa passiert, weil sie damit keine Zeitschriften verkaufen können."



Dave: Jetzt wo ihr einen größeren Plattenvertrag an Land ziehen konnten (diesmal auch in den Staaten), ist euer Kreuzzug gegen False Metal noch im Gange?



Joey DeMaio: „Na klar, wir müssen doch immer noch dagegen ankämpfen, oder?“



Dave: So wie manche Bands jedem Trend folgen müssen.



Joey DeMaio: „Das ist richtig. False Metal ist für mich wenn Bands etwas tun, an was sie nicht glauben. Du hast schon solche Bands gesehen, die zwar Gitarren haben, sie aber nicht spielen können.“



Dave: Man hat MANOWAR schon vorgeworfen, sie wären wegen der Tierhautkleidung, die sie auf der Bühne tragen, so etwas wie ein Witz.



Joey DeMaio: „Du musst verstehen, dass ihr Engländer schon so viel Mythologie gesehen habt, weil es so eine großartige Geschichte über Britannien gibt, dass ihr, die hier leben, davon genug habt. Aber für uns Amerikaner – wir lieben dieses Markenimage. Es ist eigentlich nur eine Frage des Geschmacks, wirklich. Das ist unser Image und wir bleiben dabei. Warum sollten wir es ändern? In welche Richtung sollen wir gehen? Wir würden nur wie alle anderen aussehen und das ist nicht unser Stil. Entweder lieben uns die Leute oder sie hassen uns.“



Dave: Für die, die euch lieben, wie wird die neue Show aussehen?



Joey DeMaio: „Power, Burning und alles was die anderen nicht tun.”



Dave: Sowie das Hantieren mit Schwertern?



Joey DeMaio: „Oh, wir werden schon ein paar zum Schluss der Show auf der Bühne haben, so wie immer eben. Sonst wäre es ja kein MANOWAR Konzert.“



Dave: Die Tour, ein weltweiter Angriff, wird im Februar beginnen, um die Veröffentlichung des gewaltigen neuen „Fighting The World“ Albums zu promoten.
So wie mich Joey gefragt hatte: „Gibt es eine Band, die einen großen Plattenvertrag unterzeichnet hat und so klingt wie wir es tun? Ich meine, überleg doch mal. Wer würde schon die Eier dazu besitzen, nach dem man zwei Mal fallen gelassen worden war, anschließend ins Studio zu gehen, um selber eine Platte zu produzieren und dann mit einem solchen Werk dazustehen?“
Vielleicht SLAYER….



Joey DeMaio: “Yeah, SLAYER hat die Selbe Attitüde wie wir. Wir sind was wir sind und wenn du uns magst, dann gut, wenn nicht, dann Pech. Wenn du fünf Alben hast und die haben alle die Selbe Attitüde, dann ist das Dynamit.“



Dave: Dynamit könnte ein Wort sein, welches man sehr schnell in Verbindung mit dem Album „Fighting The World“ bringen könnte. Und wenn du glaubst ich rede einen Scheiß raus, dann bin ich mal gespannt was du zu „Black Wind, Fire And Steel“ sagen wirst, wenn DU es das erste Mal gehört hast. Köpfe werden ohne Zweifel rollen und zwar richtig.