Interviews / Presse





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Titel: Jeder Auftritt wie der Superbowl
Datum: 10 Juli 1998
 
Text
MANOWAR gastierten während ihrer 'Hell On Stage'-Tour seit langer Zeit mal wieder in kleineren Locations, die sie normalerweise wahrscheinlich eher als Umkleidekabine nutzen. Nach den Erfolgen, die die Band mit ihren letzten beiden Alben feiern konnte und den brilianten Live-Shows, war es für uns an der Zeit, den Jungs mal interview-technisch auf den Leib zu rücken. Scott Columbus stellte sich unseren Fragen und verblüffte nebenbei mit seinen Deutschkenntnissen.

Arnd Goroll:MANOWAR gastierten während ihrer 'Hell On Stage'-Tour seit langer Zeit mal wieder in kleineren Locations, die sie normalerweise wahrscheinlich eher als Umkleidekabine nutzen. Nach den Erfolgen, die die Band mit ihren letzten beiden Alben feiern konnte und den brilianten Live-Shows, war es für uns an der Zeit, den Jungs mal interview-technisch auf den Leib zu rücken. Scott Columbus stellte sich unseren Fragen und verblüffte nebenbei mit seinen Deutschkenntnissen. Ihr seid ja nun schon einige Zeit unterwegs auf der 'Hell On Stage'-Tour. Wie verlief die Tour denn bis jetzt?



Scott:"Ausgezeichnet", antwortet Scott auf deutsch. (Anm. Die Jungs sagen dies immer, wenn ihnen etwas gefällt.) "Absolut großartig. Wir hatten jeden Abend ausverkaufte Hallen, ein großartiges Publikum und haben jedesmal eine ordentliche Show abgezogen. Ach ja, außerdem nehmen wir jede Show auf, da wir ein weiteres Live-Album produzieren werden."



Arnd Goroll:Ist ja interessant zu hören...

Erzähl uns doch mal, wieso ihr dieses Mal in kleineren Hallen spielt. Man ist MANOWAR ja eher aus großen Arenen gewohnt.



Scott:Nun, die Idee ist folgende: MANOWAR spielen ihre Musik für ihre Fans und viele Leute haben eben nicht die Möglichkeit in die großen Hallen zu fahren. Deshalb haben MANOWAR sich überlegt, mit ihrer Musik zu den Fans zu kommen.



Arnd Goroll: Was brachte denn das vergangene Jahr für MANOWAR ?



Meinst Du den Beginn von 1998?" fragt Scott zurück, worauf ich ihm deutlich mache, daß schon 1997 gemeint ist.

Scott:1997 ist doch längst Vergangenheit, dafür interessieren wir uns nicht mehr. Jetzt ist 1998 und dieses Jahr ist erfolgreich für MANOWAR. Es ist wichtig immer nach vorne, in die Zukunft zu schauen und sich nicht ständig mit Dingen aus der Vergangenheit zu beschäftigen.



Wo er Recht hat...

Arnd Goroll:Wie wird sich denn diese Tour von der letzten (oh, schon wieder!) Tour, hinsichtlich der Songauswahl und des Ablaufs unterscheiden?



Scott:Es wird viel mehr neue Songs zu hören geben. Songs, die wir entweder noch nie live gespielt haben, oder seit einer langen Zeit nicht mehr. Das letzte Live-Album enthielt mit 21 bzw. 22 Songs bereits recht viel Material, das neue Album wird Songs aus allen Studio-Alben enthalten, die wir bis heute produziert haben. Ich kann leider im Moment noch nicht so viele Details verraten. Aber soviel vorweg: 'Blood Of My Enemies' und 'Army Of Immortal' werden z.B. vertreten sein...



Hört, hört...

Arnd Goroll:Warum habt ihr eigentlich auf die letzte Live-Scheibe, Songs von Konzerten in unterschiedlichen Städten und Ländern gepackt, und kein komplettes Konzert?



Scott:Das ist ganz einfach: Wir wollten, daß die Fans aus Spanien auf der CD einen Song wiederfinden, der in ihrem Land gespielt wurde, die Fans in Südamerika sollten einen Song finden, der bei ihnen aufgenommen wurde und so weiter



Tja, die Fans liegen der Band wirklich am Herzen...

Arnd Goroll:Laß uns doch mal ein bißchen über Eure Fans reden. Ist es möglich, den "typischen" MANOWAR-Fan zu beschreiben?



Scott:Wild, verrückt und er glaubt an das, was tut.



Arnd Goroll:Gibt es eigentlich Länder in denen ihr unbedingt noch einmal spielen möchtet, wo ihr aber noch nicht aufgetreten seid?



Scott:MANOWAR spielen überall dort, wo die Leute Heavy-Metal mögen. Spezielle Länder gibt es also eigentlich nicht



Arnd Goroll:Wo glaubst Du ist die Grenze zwischen "Fan sein" und Fanatismus?



Scott:Oh, ich glaube das ist eine sehr feine Grenze. So dünn wie ein Haar. Die Übergänge können da sehr fließend sein.



Arnd Goroll:Was ist denn das positivste bzw. negativste Erlebnis, das euch während einer Tour widerfahren ist?



Scott:Laß mich überlegen... Da fällt mir spontan jetzt nichts ein. Im Grunde ist jedes Konzert ein tolles Erlebnis. So ähnlich, wie ein Fußballspiel. Du gehst raus, die Fans sind gut drauf und jubeln. Für mich ist jeder Auftritt wie der ‚Superbowl'.



Arnd Goroll:Von euren Kritikern bekommt Ihr möglicherweise zu hören, daß der wahre "Power-Metal" out ist, daß der Trend eher zu den "Alternative-Sounds" geht. Was antwortest Du diesen Leuten?



Scott antwortet ohne langes Zögern...

Scott:Die sollen dann ruhig zu Mariah Carrey gehen. Nein, aber im Ernst, das ist kein Problem für uns. Wer uns nicht mag, braucht sich unsere Musik einfach nicht anzuhören.



Arnd Goroll:Im Moment sind ja überhaupt viele True-Metal-Bands recht erfolgreich (Hammerfall sind z.B. in die Charts eingestiegen). Glaubst Du, daß MANOWAR einen ähnlichen Erfolg mit ihrer neuen CD erreichen werden?



Scott:Oh, ich bin Drummer und kein Wahrsager. Schön wär's jedenfalls.



Arnd Goroll:Wenn man wie ihr ständig auf Tour ist, vermisst man irgendwann doch bestimmt etwas? Wie sieht das bei dir aus?



Scott:Nein, absolut nicht. Es ist einfach mein Leben, auf Tour zu sein und vor unseren Fans aufzutreten.



Arnd Goroll:Womit werden MANOWAR ihre Fans denn in Zukunft überraschen?



Scott:Erstmal mit der neuen Live-CD natürlich. Anschließend werden wir uns wohl an die Arbeit zu einem neuen Studio-Album machen. Wann das sein wird, kann ich aber heute noch nicht sagen.




So, daß war's dann auch schon mit den MANOWAR-News. Scott bedankt sich für das Interview, verabschiedet sich und verschwindet in Richtung Bühne zum Soundcheck.




Quelle: nightmare-online.de