Interviews / Presse





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Titel: Interview mit Karl : "Ich wünschte es wäre mehr Gitarre auf der CD"
Datum: 24 März 2007
 
Text
Das neue MANOWAR Album „Gods Of War“ stieß nicht überall auf pure Gegenliebe. Selbst unsere Redaktion konnte sich eine Plus/Minus-Kritik nicht verkneifen. Auch einige ‚Vorfälle’ in jüngster Zeit rückten die Macho-Metaller des Öfteren ins Zwielicht. Kurz vor der fulminanten Show (siehe Rubrik ‚Live On Stage’) in der Frankfurter Festhalle hatten wir ein paar Minuten Zeit, mit Gitarrist Karl Logan das ein oder andere Thema anzureißen.

Arno B.:Lass uns zu Anfang kurz über die ‚The Day The Earth Shook – The Absolute Power’ DVD reden. Diese erhielt ja quasi durchweg hervorragende Kritiken.



Karl:Das kann man sagen, ja. Die DVD präsentiert den Gig genau so, wie er von uns geplant war und ursprünglich hätte sein sollen.



Arno B.:Deswegen die ‚Zwischenspiele’ nur im Bonusmaterial?



Karl:Viele dieser Störungen waren nicht geplant und deswegen wollten wir das auch nicht im normalen Programm der DVD haben. Wenn das Equipment ausfällt oder irgendwas schief geht, dann ist das natürlich sehr schade. MANOWAR versuchen dann das Beste daraus zu machen und wenigstens mit den Fans zu kommunizieren während der ungewollten Pausen. Auf der DVD reicht so was dann aber im Zusatzbereich.



Arno B.:Naja - manches war aber auch geplant, wie z.B. die Richard Wagner Hommage oder das Vorlesen der Tourdates! Schwamm drüber, aber warum musstet ihr die DVD eigentlich umbenennen?



Karl:‚Live at Earthshaker’ konnte das Teil nicht heißen, da ‚Earthshaker’ mittlerweile ein eingetragener Name ist und wir das so nicht benutzen durften. Wir haben dann eine ähnlich klingende Variante gewählt. Aber ich denke jeder weiß was für ein Konzert gemeint ist.



Arno B.:Wie sind deine Erinnerungen an den Event?



Karl:Gut - wie könnte es anders sein? Es war mir eine Ehre mit den Ex-Mitgliedern wie Ross, Rhino oder Donnie auf einer Bühne zu stehen. Das waren schon magische Momente, wenn die logistische Planung des Konzertes auch ein Alptraum war.- Kommt es mit einen verschmitzten Lächeln aus Karl’s Mund.



Arno B.:Euer neues Album ‚Gods of War’ wurde dann erstmal verschoben aufgrund deines Unfalls. Geht es deinem Arm nun besser?



Karl:Klar, alles ist fein. Es dauert lange bis Nerven heilen und man wieder völlig normal spielen kann. Nun ist aber wieder alles Bestens.



Arno B.:Es hieß dann das ‚Gods of War’ nur in kleinen Ausschnitten in EP Form den Fans zugänglich gemacht werden soll….



Karl:Das war ein totales Missverständnis. MANOWAR werden über mehrere Alben die Thematik der Mythologien behandeln. Das ist ein Riesenthema und wir werden mit den kommenden Alben (nicht EPs!!!) Stück für Stück dran gehen. ‚Gods Of War’ handelt von Odin und Valhalla, das nächste Album dann wahrscheinlich von Thor. Irgendjemand hat dann was falsch verstanden und verbreitet wir würden ‚Gods Of War’ nur in kleinen EPs unters Volk bringen. So ein Quark! Die ‚Sons of Odin’ EP diente dazu den Fans endlich mal neues Material vorzustellen nach all den Jahren - eine Art Appetizer für ‚Gods Of War’. Man kann die EP als eine Art Vorschau sehen, das ist alles. Deswegen hat es das Teil auch zum Preis einer Single gegeben.



Arno B.:‚Gods Of War’ schoss dann direkt in die Charts auf Position 2!



Karl:Und das nicht nur in Deutschland! Die ersten Reaktionen sind überall gut. Unsere Fans haben uns die lange Wartezeit vergeben und MANOWAR nicht vergessen. Dafür sind wir sehr dankbar und es ist fantastisch zu sehen dass die CD erfolgreich ist.



Arno B.:Die Kritiken in den Magazinen hingegen sind recht unterschiedlich…



Karl:Das wissen wir. Magazine müssen Journalisten anheuern, die irgendwas schreiben und diesmal will man uns in die Stiefel pinkeln. Vielleicht weil es so lange gedauert hat, bis das Album endlich kam? Egal – wir machen uns aus solchen Kritiken nichts. Dem Einen gefällt das Album wie keines zuvor und der Andere ist enttäuscht und hätte mehr erwartet. Unsere Fans sind das Wichtigste. Die wollten ein epischeres Album und wir gaben ihnen das epischste was machbar war. Sie bekamen ein Konzeptalbum. Das Konzept ist wie ein Film. Die Show heute Abend wird das unterstreichen. Es wird etwas Hollywood, etwas Theater und viel Musik enthalten sein. Wirklich sehr beeindruckend – warte nur bis du die Show siehst!



Arno B.:Habt ihr Schauspieler mit bei oder was?



Karl:Abwarten! Haha, in ein paar Stunden wirst du es sehen. Es gibt einige Überraschungen und Dinge mit denen keiner gerechnet hat. Diese Show wird schon ein ganz besonderes Feeling vermitteln!



Arno B.:Zurück zu ‚Gods of War’. Die limitierte Version beinhaltet eine Bonus DVD auf der unter anderem du mit deiner neuen, selbst kreierten Gitarre zu sehen bist…



Karl:Richtig. Ich habe eine Gitarre namens ‚Heretic’ entworfen. Meine alten Gitarren waren langsam aber sicher abgenutzt und es wurde Zeit für was Neues. Da kam die Idee eine eigene Kreation zu entwickeln. Es sollte schon ein V-Shape sein, aber man sollte es auch bequem auf die Knie setzen können. Die ganzen Teile an der Gitarre sind aus edelstem Material und die Aufsätze sind die besten auf dem Markt. Ed Roman aus Las Vegas hat mir die Klampfe gebaut. Der Sound ist der Hammer und die Gitarre wurde auf der neuen CD eingesetzt und on Stage natürlich auch. Neben der ‚Heretic’ gibt es noch das Modell ‚Impaler’. Die Gitarren kann man über unsere Website beziehen. Es handelt sich hier wirklich um ganz besondere Instrumente. Deswegen haben wir uns mit Magic Circle Music entschlossen, die Teile auch zum Verkauf anzubieten. Sie sind nicht gerade billig. Aber der Preis ist für diese Art Gitarren berechtigt.



Arno B.:Karl holt nun das Modell ‚Heretic’ hervor und zeigt mir ein paar Licks und Griffe. Man merkt dem Mann an, dass er viel Freude an seinem Job hat. Nachzuhören ist dies ja beispielsweise auch auf ‚Loki, God of Fire’…



Karl:Oh, vielen Dank. Ich wünschte, ich hätte mehr solcher Riffs auf dem Album bringen können. Aber es ist nun mal ein Album, das sehr viel nach orchestralen Parts verlangte und demnach die Riffs eher simpel gehalten wurden. In ‚Loki’ spiele ich daher verschiedene Riffparts durch. Ich wünschte es wäre mehr Gitarre auf der CD, aber es gibt ja immer noch ein nächstes Mal, Ha Ha.



Arno B.:Wie kommt es zum ‚Kashmir’ (Led Zeppelin) Riff in ‚Die For Metal’?



Karl:Das fragt jeder. Aber ich bin und war nie Led Zep Fan. Das Riff war eigentlich ganz anders. Scott war im Studio als ich das Riff spielte und er hat da einfach ein Stück raus genommen, damit es nach Led Zeppelin klingt, haha. Er und Joey sind große Fans. Ich persönlich respektiere die Band sehr, aber es war nie so mein Ding. Als ich ‚Die For Metal’ schrieb hatte ich eher Whitesnake´s ‚Judgement Day’ im Kopf, haha. ‚Die For Metal’ entstand sehr spät und da es nicht in die Odin Story passte, wurde es als Bonustrack ausgezeichnet und ans Ende der CD gesetzt. Ich liebe das Stück und es ist ja nun auch unsere Single. Es gibt einen Videoclip dazu und wir spielten es bei einer Boxshow eures Senders Pro7. Es wird auch Live gespielt, ob es auch als Maxi Single CD rauskommt wissen wir momentan nicht. Jedenfalls widmete Joey den Song Götz vom Rock Hard wegen der witzigen Interviewgeschichte, hehe.



Arno B.:Macht es Spaß mit den Labelkollegen Rhapsody (Of Fire) und Holy Hell auf Tour zu sein?



Karl:Natürlich, die Stimmung untereinander ist großartig. Rhapsody kennen wir ja schon lange und Holy Hell sind die neue Band des Ex-Manowar Drummers Rhino. Er ist sehr glücklich mit dem, was er jetzt tut und es klingt ja auch verdammt cool.



Arno B.:Wird auf der Tour auch ein weiterer Teil der ‚Hell on Earth’ DVD Serie mitgefilmt?



Karl:Auf jeden Fall. Wir haben vor Jahren in Videoequipment investiert und sind dadurch in der Lage selber alles problemlos mitzufilmen und müssen kein anderes Team dafür anheuern. Deswegen wird eigentlich permanent alles mitgefilmt was MANOWAR so treiben. Fast alles, haha. Ich denke, wenn die Fans diese Show heute Abend gesehen haben, dann werden sie es kaum erwarten können den Event auf heimischen TV Geräten noch mal Revue passieren zu lassen.



Arno B.:Wird es nach dieser Europa Tour noch MANOWAR Open Airs geben?



Karl:Es finden im Moment noch einige Gespräche und Planungen statt. Ich kann da jetzt noch gar nichts dazu sagen. Das ist alles Management Business Kram und das ist auch gut so. Ich will einfach nur Gitarre spielen. Es wird aber sicher keine Ewigkeit dauern bis die deutschen Fans MANOWAR wieder zu sehen bekommen, da bin ich sicher.




Quelle: http://www.metal-district.de
Interviewer: Arno Bretträger