Interviews / Presse





Informationen
Titel: Interview mit Joey DeMaio von Manowar
Datum: Januar 1998
 
Text
Interview mit Joey DeMaio
Herausgegeben von: heavymetal.miningco.com
Interviewer: MB
Herausgegeben im: Januar 1998
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Interview mit Joey DeMaio von Manowar
Vom 02.01.1998


Interviewer: Wann wusstest du, dass du Musik machen wolltest?



Joey: Wann? Vermutlich als ich die High School verließ. Mir wurde klar, dass du irgendwas für den Rest deines Lebens tun musst. Also, sollte es was sein, was du liebst, denn es sollte eben für den Rest deines Lebens sein.



Interviewer: Wer hat dich in musikalischer Hinsicht am stärksten beeinflusst?



Joey: Weißt du, Heavy Metal im Allgemeinen. Deep Purple, Black Sabbath, Bands wie diese.



Interviewer: Ich habe gehört, dass du eine zeitlang Roadie bei Black Sabbath warst.



Joey: Ich war eigentlich nicht Roadie. Ich habe verschiedene Dinge gemacht. Ich war nicht...ich hatte keine starre Aufgabe. Ich war halt da und tat verschiedene Dinge. Ich habe mich um Geezers Bass Equipment gekümmert.



Interviewer: Cool.



Joey: Ich habe echt verschiedene Sachen gemacht. Ich war auch deren Pyro Techniker.



Interviewer: Was hältst du davon, dass Black Sabbath in Originalbesetzung kürzlich ein paar Konzerte gegeben hat?



Joey: Ich glaube das passt schon. Ich wünschte, dass Bill Ward immer noch Schlagzeug spielen würde. Das wäre echt klasse.



Interviewer: Ich weiß ihr seid die großen Verfechter des "True Metal". Wie würdest du das beschreiben? Was bedeutet "True Metal" für dich?



Joey: "True Metal" ist eine Musik, die dem klassischen Stil des Heavy Metal gerecht wird. Unverdünnt, nicht mädchen- oder waschlappenhaft. Gespielt mit dem Herzen - zu 100 %.



Interviewer: Was für Bands gibt es zurzeit, die wie ihr, auf dem richtigen Weg sind?



Joey: Es gibt eigentlich viele Bands. Weißt du viele der Black Metal Sachen finde ich gut. Und Death Metal Bands. Solche Sachen, eben. Gerade jetzt, gibt es sehr viele neue Bands aus Deutschland, die wirklich sehr gute Musik machen. Bands wie Hammer Fall, Sacred Steel, und so. Zurzeit bewegt sich viel.



Interviewer: Oh, sicherlich.



Joey: Ja, es ist echt gut zu beobachten.



Interviewer: Ich weiß, dass ihr durch eure Songtexte und Alben Cover, den modernen Krieger verkörpert. Hattest du das von Anfang an vor, ein solches Image zu kreieren?



Joey: Ja. Wir wollten schon immer etwas für die Menschen darstellen. Damit die Leute uns als “wahr” zu schätzen wissen. Irgendwie sehen wir das Leben als täglichen Kampf, in dem du stets alles geben musst.



Interviewer: Glaubst du, dass es für die Menschen dadurch einfacher wird, euch zu folgen – ihr mehr Interesse wecken könnt?



Joey: Ich meine, entweder du bist dabei oder nicht, weißt du?



Interviewer: Oh, sicherlich.



Joey: Du bist ein Teil von Metal, oder nicht.



Interviewer: Oh, sicherlich.



Joey: Das war für uns schon immer die Frage. Das ist es was wir tun. Wenn es dir gefällt, gut, wenn nicht: “f**k yourself”.



Interviewer: Ich weiß, dass ihr außerhalb den USA eine große Anhängerschaft besitzt, aber in den USA werdet ihr von der Musikindustrie vergleichsweise links liegen gelassen. Wie sehr stört es euch, dass die Menschen in den USA kaum von euch Notiz nehmen und hingegen Bands wie Metallica in ausverkauften Hallen spielen?



Joey: Na ja, weißt du, für uns stellte sich schon immer die Frage, ob wir Kompromisse eingehen sollen oder nicht. We play Metal pure, you know. We don’t play radio bullshit. We don’t suck ass. Das ist es was für uns wichtig ist.



Interviewer: Oh, sicherlich.



Joey: Das ist das Wichtigste schlechthin – Punkt. Das ist die ganze Geschichte. Ich meine, wenn es uns ums Geld ginge, würden wir fröhliche Liebeslieder spielen. Aber das ist nicht das, was wir tun werden.



Interviewer: Glaubst du, dass sich in den Staaten eine Metal Gemeinschaft bilden kann, wie in Europa geschehen?



Joey: Ich hoffe es. Irgendwas muss bald passieren.



Interviewer: Das wäre super.



Joey: Das wäre es, sicherlich.



Interviewer: Wie handhabt ihr es eure Musik zu schreiben. Ich meine, durch was werdet ihr hauptsächlich inspiriert? Wie macht ihr ein Ganzes daraus?



Joey: Wir drehen auf. Das ist es. We just plug in and blast. Das ist unser Geheimnis.



Interviewer: Cool.



Joey: Wir leben Metal, weißt du. We are here to rock, drink, and f**k. Und das ist alles. The power is in the music.



Interviewer: Cool. Ich habe gehört, dass ihr alle außerdem Body Building betreibt und du auch noch Karate. Ist das richtig?



Joey: Ja, wir trainieren alle. Trainieren, um fit zu bleiben. Das macht Spaß. Und weißt du, wenn du immer harte Partys feierst, dann musst du hart trainieren.



Interviewer: Das stimmt sicherlich. Ist es das was ihr neben der Musik am meisten genießt?



Joey: Weißt du, wir lieben es unser Leben zu leben. Das ist es…einfach das Wichtigste für uns – sei du selbst. Sei glücklich. Mache keinen Ärger und schere dich einen Dreck, um das was andere sagen. Sei du selbst. Das ist eigentlich genauso wie wir leben. Das war schon immer unsere Basis. Lass die anderen. Sei du selbst.



Interviewer: Was motiviert dich weiter zu machen, zu touren, neue Musik zu schreiben?



Joey: Wir glauben einfach, dass es da draußen eine Menge Leute gibt, die für gute harte Musik leben...for True Metal, you know. Und wir wollen diese Menschen nicht enttäuschen. Das sind unsere Leute. Weißt du, um die geht es - They’re what we’re all about, you know.



Interviewer: Oh, sicherlich.



Joey: Verstehst du, was ich sage?



Interviewer: Vollkommen.



Joey: Das ist das wofür wir leben.



Interviewer: Ich weiß, dass zurzeit viele Bands, die aufgehört hatten, wieder auf die Bühne zurückkehren. Bands wie Exodus, Kreator, usw. Glaubst du, dass das ein Teil des “Wiederauflebens” ist? Glaubst du, dass es für den Metal gut ist, wenn diese Bands zurückkommen und wieder aktiv werden? Oder glaubst du die versuchen nur auf den Zug aufzuspringen, der gerade losfährt?



Joey: Ich weiß es nicht. Ich weiß einfach nicht was sie vorhaben und was sie tun. Wer weiß das schon? Weißt du was ich glaube? Ich weiß es wirklich nicht. Und um ehrlich zu sein, interessiert es mich überhaupt nicht. Ich weiß was ich tue. I’m into our fans. I’m into our music. Und alles andere ist unwichtig für mich.



Interviewer: Sicherlich.



Joey: Ich kann mir doch keine Gedanken darüber machen, was andere tun. Ich bin hier um maximale Power ab zu liefern. Und um Gesichtslähmungen hervorzurufen.



Interviewer: Oh, sicherlich.



Joey: Das ist unsere Bestimmung.