Interviews / Presse





Informationen
Titel: Born To Rock, Drink & Fuck
Datum: 1993
 
Text
Interview with Joey DeMaio
Published by : BREAK OUT MAGAZINE GERMANY
Interviewer : Chris Glaub
Published on : 1993
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Born To Rock, Drink & Fuck
Vorweg: Diese Überschrift ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern beruht auf eine Äußerung Joey DeMaios, von der er im Nachhinein so begeistert war, daß der wohl beste Viersaitenzupfer im Metal-Genre mich während unseres Gesprächs überzeugte, das bandinterne Motto zum Titel zu küren. Gesagt, getan, obgleich es irgendwie ein sonderbares Gefühl war, sich mit jemandem "offiziell" zu unterhalten, den man im Verlauf von neun Jahren – seit der "Sign Of The Hammer"-Tour ´84 persönlich kennen- und schätzengelernt hat.


Interviewer: Anscheinend mußt du eine Menge News auf Lager haben, wenn du dich so spontan nach Deutschland begibst, obwohl der Release eines brandneuen Albums noch in weiter Ferne liegt.



Joey: Ganz genau, ich habe nämlich besondere Neuigkeiten, von denen ich genau weiß, daß sie dir speziell zusagen. Vor kurzem habe ich die Originalbänder von "Into Glory Ride" und "Hail To England" neu abgemischt, die beide in einem exklusiven Package, zusammen mit einem Video, der die Geschichte von Manowar beinhaltet, im Herbst veröffentlicht werden.



Interviewer: Eine absolut fantastische Idee, keine Frage, aber wenn du schon mal Blut geleckt hast, indem du die alten Aufnahmen in einen zeitgemäßeren Sound bettest, könntest du mit "Battle Hymns" und "Sign Of The Hammer" sofort weitermachen, gleiches gilt natürlich auch für die ursprüngliche "Defender"-Version, die wesentlich intensiver rüberkommt als der "Abklatsch" von "Fighting The World".



Joey: Eine verdammt gute Idee, möglicherweise wird genau das in der Zukunft passieren. Was "Defender" betrifft, da kann ich dich beruhigen, denn das Original wurde von mir ebenfalls digital remixt.



Interviewer: Mit Geffen habt ihr gerade einen Deal abgeschlossen, da ihr von Atlantic anscheinend vor die Tür gesetzt wurdet...



Joey: Halt! So stimmt das nicht! Wir sind bei Atlantic nicht rausgeflogen, sondern wir haben die Company freiwillig verlassen. Diese gottverdammten Arschlöcher in Amerika, diese Motherfucker, diese verlogenen Bastarde haben diese Gerüchte in die Welt gesetzt. So ist es aber nicht abgelaufen! Das ist scheiße (auf deutsch!)!



Interviewer: Okay, aber dann müssen von eurer Seite her schwere Bedenken vorgelegen haben, den Vertrag zu verlängern, denn so einfach schmeißt man einen Major-Deal bei einer recht namhaften Company nicht hin.



Joey: Stimmt, aber um nur ein Beispiel zu nennen: In Deutschland haben damals die Leute unserer Plattenfirma optimal gearbeitet; sie wollten sogar noch mehr erreichen, aber diese Idioten in Amerika ließen das nicht zu, aus welchen Gründen auch immer. Stell dir vor: Diese Typen verlangten Lovesongs von uns, die wollten uns als eine Art Poserkapelle vermarkten. Aber wir machen keinen Bullshit! Wir spielen Heavy Metal für unsere Fans, und wenn es jemandem nicht paßt, tja... fuck him!



Interviewer: Kommen wir einmal auf euren letzten Deutschland-Trip zu sprechen: Eine Spielzeit von knapp achtzig Minuten ist recht mager, aber bei der "Triumph Of Steel"-Tour hattet ihr außer dem obligatorischen "Battle Hymn" keinen Klassiker im Programm – etwar "Guyana!, "Bridge Of Death", "March For Revenge (By The Soldiers Of Death)", "Defender", "Dark Avenger"... Früher gab es wenigstens in dieser Beziehung Lichtblicke wie "Mountains", "Gates Of Valhalla" oder "Secret Of Steel".



Joey: Wir sind momentan gerade an der Planung für eine Tour anläßlich der Veröffentlichung von "Into Glory Ride"/"Hail To England", wobei der Live-Set zum größten Teil aus dem Material bestehen aus dem Material dieser beiden Alben bestehen wird. Und eines kann ich dir garantieren, Chris, deine Lieblingssongs kommen bestimmt nicht zu kurz.



Interviewer: Gott vergelt´s dir, wenn du recht behältst. Aber ein Kritikpunkt muß von meiner Seite unbedingt angebracht werden: Die sogenannte "Pleasure Slave"-Party nach dem Gig in Ludwigshafen war echt enttäuschend. Ich habe mit einem echten Harem gerechnet... ein paar Nackedeis... naja, du weißt schon!



Joey: Von Stadt zu Stadt ist es halt unterschiedlich, aber in der Regel ist es so, daß in dieser Beziehung jede Nacht etwas Lustiges passiert... nackte Mädels auf dem Hotelflur, im Tourbus, ja manchmal sogar auf der Bühne. Wenn du das nächste Mal einen Gig von uns besuchst, konzentriere dich auf das Publiku direkt in der Front auf meiner Seite, da siehst du meist vier oder fünf Girls mit nacktem Oberkörper. Außerdem kennst du ja unser Motto: Born to rock, drink and fuck!



Interviewer: Dein Wort in Gottes Ohr! Aber zurück zur Musik: Welche Fortschritte macht eigentlich der Nachfolger von "Triumph Of Steel"?



Joey: Wir arbeiten zwar an neuem Material, aber momentan konzentrieren wir uns auf den Release von "Into Glory Ride"/"Hail To England", weil ich weiß, daß die Fans seit Jahren diese beiden Scheiben suchen.



Interviewer: Wer sucht, der findet, ... mittlerweile gibt es einige LP-Überspielungen als Bootlegs auf CD.



Joey: Ich weiß, aber die Qualität ist absolut scheiße! Ich hab mir selbst beide Bootlegs gekauft, insofern kann ich das beurteilen: gleiches gilt für die sogenannten "Live-Alben" von uns. Der Sound von "Into Glory Ride"/"Hail To England" ist jetzt wirklich unglaublich, sag‘ das den Fans. Sie sollen ihr sauer verdientes Geld nicht an den Bootlegs verschwenden!



Interviewer: Verknüpfen wir mal Gegenwart mit Vergangenheit. Ihr steht als "lauteste Band der Welt" im "Guiness - Buch der Weltrekorde", aber du warst damals Pyroteckniker von Black Sabbath auf der Deutschland-Tour mit "Heaven And Hell" unterwegs, hast dadurch Ross The Boss vom Support Shakin‘ Steets kennengelernt und danach eine der besten Metalbands ins Leben gerufen. Und genau bei dieser Tour dürften Shakin‘ Streets bei dem Mannheimer Gig wohl alle – ich betone alle!- Lautstärkerekorde gebrochen haben, die Zuschauer sind teilweise in die Knie gegangen, Proteste aus Vororten, die ein paar Kilometer entfernt waren, und das, obwohl alles in der Halle stattfand. Auf jeden Fall um zig Dezibel lauter als jeder Manowar-Gig, den ich erlebt habe.



Joey: Du nimmst mich auf den Arm, wie soll das den funktionieren?! Die hatten doch kaum Equipment auf der Bühne.