Interviews / Presse





Informationen
Titel: Eric Panzer Magazine 2002
Datum: September 2002
 
Text
Interview mit Eric Adams
Herausgegeben von: panzer-magazine.com
Interviewer: Jorge Botas
Herausgegeben im: SEPTEMBER 2002
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MANOWAR braucht keine Vorstellung, sind sie doch fest verschweißt mit Harley Davidson, Schwerter und Bier. Sie machen seit 20 Jahren die lauteste Musik der Welt, und nun sind sie, die unbestrittenen Kings of Metal, im Jahre 2002 mit „Warriors Of The World, ihrem ersten Studioalbum seit 6 Jahren, zurück. Es hat den Anschein, dass es sich um ihr bestes Werk handeln könnte.
Wir haben uns mit Manowars legendärem Sänger, Eric Adams, unterhalten, der uns alles über das neue Album, das Benutzen von digitaler Technologie während der Aufnahme und über das Gefühl in einer Band zu sein, die auf lederne Kopfkissen nächtigt, erzählt hat...


Interviewer: Ihr habt schon einige Auftritte dieses Jahr gehabt. Wie sind sie gelaufen?



Eric: Wir waren 6 Wochen in Amerika unterwegs, sind nach Übersee und hatten Fernsehauftritte in Deutschland, 2 Konzerte in der Tschechei, eins in Ungarn und haben auf dem Gods Of Metal Festival in Italien gespielt. Sie waren fantastisch, Brother. Es ist einfach geil wieder on Tour zu sein. Es ist 6 Jahre her seit unserer letzten Veröffentlichung und es macht einfach Spaß wieder on Tour zu sein. Es war eine wirklich verrückte Menge – egal wo wir spielen, da geht’s einfach ab.



Interviewer: Ihr habt eine neue Scheibe “Warriors Of The World” veröffentlicht. Seid ihr damit zufrieden?



Eric: Klar, ich bin sehr glücklich darüber, sonst wären wir ja noch im Studio (lacht). Weißt du was ich meine Jorge? (lacht) Wenn wir mit dem Resultat nicht zufrieden wären, dann würden wir noch daran arbeiten. Es wurde erst veröffentlicht, als es das Beste war, was wir bieten konnten. So arbeitet Manowar. Und so wie es scheint, mag die ganze Welt unser neues Album. Das Beste was wir bis dato gemacht haben.



Interviewer: Auf diesem Album habt ihr das Neueste an digitalem Equipment benutzt, was es derzeit auf dem Markt gibt. Was war das für eine Erfahrung für euch das Album mit komplett digitaler Ausrüstung aufzunehmen und zu mischen?



Eric: Na ja, es ist eigentlich nicht unsere erste digitale Aufnahme… Es ist immer geil, den besten Sound, den man hören kann, zu bekommen. Wir haben dann das Album in Belgien in den Galaxy Studios mit Ronald Prent fertig gestellt. Er hat es für uns endgemischt. Ich bin mit dem Resultat mehr als zufrieden, insbesondere das Schlagzeug… it kicks ass! Es hat den besten Sound, den Manowar je hatte.



Interviewer: Ich glaube der Sound ist perfekt. Ich meine, du kannst auf dem Album wirklich jedes Instrument bis ins Detail hören…



Eric: Danke brother! Das weiß ich zu schätzen. Er hat einen super Job beim Mischen geleistet. Hast du die Super Audio Edition oder die normale CD gehört?



Interviewer: …Ich glaube es ist die normale CD…



Eric: Ja, weil es nämlich als SA CD erscheinen wird…hast du schon mal was davon gehört?



Interviewer: Nein.



Eric: Es ist echt cool. Wir können dem Zuhörer das Gefühl vermitteln auf der Bühne zu stehen. Das Schlagzeug hinter, der Gesang direkt vor dir, die Gitarre rechts und der Bass links...echt cool. 5.1 Technologie, das ist die Zukunft!



Interviewer: Also hört es sich wie eine digitale DVD an?



Eric: Ganz genau! It’s very, very cool!



Interviewer: Auf diesem Album habt ihr zwei besondere Lieder aufgenommen. Das Erste war das Meisterstück von Puccini, “Nessun Dorma”. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, dieses Opernstück aufzunehmen?



Eric: Wir haben es auf dem Gods of Metal 1999 als letztes Lied gespielt, um unseren italienischen Fans Tribut zu zollen und es hat eingeschlagen wie eine Bombe. Joey kam Backstage auf mich zu und fragte mich: „Eric hast du die Menge gesehen, nach dem wir Nessun Dorma gespielt haben?“ Und ich sagte: „Oh ja, ich habe sie gesehen!“ Daraufhin sagte er: “Man, wir sollten das Lied auf unserem nächsten Studioalbum aufnehmen!” Dabei haben wir es belassen, bis zu dem Zeitpunkt, als wir uns an die Arbeit machten, das nächste Studioalbum aufzunehmen. Wir unterhielten uns darüber und entschlossen uns es zu tun. Dieses Album hat sehr viele symphonische Elemente, weshalb es super dazu passt.



Interviewer: War es schwierig für dich zu singen?



Eric: Es ist ein sehr anspruchsvolles Stück – da brauche ich dich nicht anzulügen (lacht). Es ist gut, weil ich auf der Bühne nicht nur die Musik spüre, sondern über sie nachdenken muss. Ich muss mich wirklich sehr konzentrieren jede Note zu treffen.



Interviewer: Ich bin ja schon lange ein Manowar Fan und ich weiß, dass du eine grandiose Stimme hast, aber ich hätte dir nicht zugetraut ein Opernstück zu singen! Es klingt unglaublich...



Eric: Oh Mann, danke! Vielen Dank Jorge!



Interviewer: Als ich das erste Mal hörte, dass du ein Opernstück singen wolltest, dachte ich mir, klar, er hat eine großartige Stimme, aber er wird’s nicht schaffen. Aber als ich das Lied hörte, erkannte ich, das ich Unrecht hatte. Der Typ kann’s tatsächlich singen…



Eric: (Lacht) Danke! Das nächste Mal, wenn wir in Portugal auftreten, werden wir es live spielen! Es ist wirklich sehr gut live…wir haben es schon des öfteren live gespielt und es hat super funktioniert.



Interviewer: Das andere Lied ist “An American Trilogy”, welches von Elvis berühmt gemacht worden ist. Warum habt ihr diesen Song ausgewählt?



Eric: Es war etwas was wir schon immer tun wollten und dieses Album war auch hierfür perfekt. Dieses Jahr jährte sich der Tod von Elvis zum 25. Mal, was der Sache auch ihren Sinn gab. Es ist ein gutes Stück. Es singt über den Norden, über den Süden und das letzte Stück der Trilogie handelt über die Kriegsopfer, ein Gebet. Ich spreche nicht nur von den Kriegsopfern des amerikanischen Bürgerkriegs, sondern von den Opfern aller Kriege auf der ganzen Welt. Ich meine Jorge, sehen wir den Tatsachen ins Auge, wir leben in einer beschissenen Welt zur Zeit.



Interviewer: Meine nächste Frage ist dahingehend, dass das Album während den Geschehnissen des 11. Septembers aufgenommen worden ist. Wie hat das die Band und die Aufnahmen zum Album beeinflusst?



Eric: Alle Lieder wurden schon vor den Ereignissen des 11. Septembers geschrieben. Nach dem 11. September wollten wir nicht, dass die Leute unser Album anhörten und dabei dachten: “Ah, deshalb, haben sie die Lieder geschrieben, sie wollten auch auf den Zug aufspringen“. Das ist verdammter Mist! Das haben wir nie getan. Schau dir “Courage” an, das Lied würde doch auch passen. Bei “Fight For Freedom” haben wir uns entschlossen, es den Familien zu widmen, die Opfer hatten. Der 11. September hat so viele Menschen in Amerika und auf der ganzen Welt berührt.



Interviewer: Ich glaube es berührt uns immer noch. Wer weiß was die Zukunft bringen wird...



Eric: Brother, das weiß keiner. Aber ich kann dir sagen, dass einiges auf dieser Welt durcheinander geraten ist. Wir können nur das Beste hoffen, Brother. Wir gehen da raus und machen unser Ding und wenn sich die Leute gegenseitig in Ruhe lassen würden, dann wäre es eine bessere Welt.



Interviewer: Lass uns das Thema wechseln, ihr ward oder seid immer noch die lauteste Band der Welt…



Eric: Das sind wir!



Interviewer: …habt ihr also vor, weitere Rekorde zu brechen?



Eric: Nein! Es gibt keinen Grund dafür! Wir sind immer noch die Lautesten und die Stolzesten… wir haben damals so viel Equipment dafür gebraucht, sollte irgendeiner behaupten, dass sie uns geschlagen haben…das ist Mist! (lacht). Um unseren Rekord zu brechen, müssten sie das Doppelte an Equipment aufbieten. Und wir hatten eine Wand 60 Fuß breit und 40 Fuß hoch, die nur aus Lautsprecher bestand, welche alle angeschlossen waren. Ich sage dir, wir mussten ja sogar die obere Schicht der Lautsprecher einfliegen, damit das ganze überhaupt funktioniert hat. Also, wenn irgendjemand daher kommt und sagt, dass sie diesen Rekord brechen würden, dann sind das ein Haufen Dummschwätzer. (lacht) Wir müssen niemanden beweisen, dass wir die lauteste Band sind, denn unsere Fans wissen es! Sollten Manowar Fans zum Konzert ohne Öhrstöpsel kommen, dann wäre das eine Beleidigung (lacht)!



Interviewer: Es ist schon 20 Jahre her seit der Veröffentlichung eures Debütalbums “Battle Hymns”. Hast du dir damals schon vorstellen können in 20 Jahren immer noch Metal Musik zu machen?



Eric: Weißt du, ich habe mir noch nie darüber Gedanken gemacht, weil ich Tag für Tag lebe. I live for the fucking day. Gestern Abend bin ich bei schönem Wetter auf meinem Motorrad herumgeheizt...das ist es, was ich tun will! Vor 20 Jahren als wir Battle Hymns“ aufgenommen hatten und Joey wollte, dass ich bei Manowar singe, habe ich auch von Tag zu Tag gelebt, dann kam das nächste Album und ein weiteres und bevor ich es gemerkt hatte, waren es 9 plus 150.000 Bootleg Alben. Und ich bin immer noch auf der Selben Straße (lacht). 20 Jahre später machen wir immer noch Musik und zwar erfolgreicher denn je...wer da draußen möchte nicht so ein Leben führen können, Brother?



Interviewer: Was sind deine besten und schlimmsten Erinnerungen der letzten 20 Jahre deines Metal Daseins?



Eric: Also, ich glaube die beste Erinnerung ist die, wenn wir spielen und die Fans kommen zu uns auf die Bühne. Es kamen immer wieder Gitarristen, Sänger oder sogar Bassisten zu uns auf die Bühne. Es ist wirklich das Beste unsere Fans auf der Bühne zu haben, denn das zeigt von wahrer Brüderlichkeit und das ist der beste Teil des Abends. Schlechte Erfahrungen habe ich eigentlich keine. Meine peinlichste Situation entstand dadurch, dass mein Bühnenoutfit, welches ich ohne anzuprobieren in Europa anziehen musste, nicht passte. Mein Reißverschluss war nicht richtig vernäht und als ich einen Fuß auf die Monitorbox setzte, hüpften meine Eier aus der Hose. Ich habe erst gar nicht geblickt worauf die ganzen Frauen mit ihren Fingern zeigen, aber als ich meine Eier durch den Wind segeln sah, war das ganz schön peinlich. Aber die hatten wenigstens ihre Show (lacht). Später im Hotel haben wir alle darüber gelacht!



Interviewer: Wo wird euch die Tour noch hinführen?



Eric: Wir planen für den Herbst eine ausgiebige Tour durch Europa und danach kommt der Rest der Welt...wir werden sehen was passiert.



Interviewer: Lass uns noch eine Botschaft da…



Eric: Wir werden nie unsere Fans vergessen. Wir sind eine Familie von True Heavy Metal People und wir sind stolz die Fahne des Heavy Metal hochzuhalten mit euch, unseren Soldaten! Also ich seh euch alle auf der Tour, denn das ist worauf es ankommt!