Interviews / Presse





Informationen
Titel: Eric planet.tt 2002
Datum: November 2002
 
Text
Interview with Eric Adams
Published by : planet.tt
Interviewer : Christian Erlitz
Published on : November 2002
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Wieder einmal war es soweit: Papa kommt mit seinen Jungs live nach Wien. Das freute mich natürlich sehr, denn seit dem Besuch in Belgien habe ich Papa und Co. nicht gesehen. Umso mehr freute ich mich, als mir Andi Appel ein nettes Intie mit Eric, dem Shouter der Amis arrangierte.


Interviewer: Es scheint ja so als ob du ziemlich viel Stress hast, viele Interviews, die Vorbereitungen für das Konzert und vieles mehr! Wie sah denn dein Tag in Wien heute aus?



Eric: Ha, so wie die meisten Tage auch. Wir hatten gestern einen freien Tag zur Verfügung und da haben wir auch nichts Besonderes gemacht. Heute bin ich so um 10 aufgestanden, bin dann ins Fitnesscenter gegangen und habe mein tägliches Programm absolviert. Danach habe ich mich schon auf das Konzert vorbereitet. Wir haben ja sehr viele Dinge, wie zum Beispiel die Harleys, die vorbereitet werden müssen. Ich habe eigentlich den Großteil des heutigen Tages hier in der Halle verbracht.



Interviewer: Da hattest du aber nicht besonders viel Zeit, um Wien unsicher zu machen, es sei denn ihr habt morgen auch einen freien Tag!



Eric: Das wäre schön, aber wir fahren nach der Show gleich nach Rom weiter. Vielleicht werden wir noch ein oder zwei Drinks nach der Show nehmen, aber ich nehme an, dass wir ziemlich bald abhauen werden.



Interviewer: Das Wien-Konzert steht ja ziemlich am Anfang eurer Tour, oder?



Eric: Das stimmt, das heutige Konzert wird das vierte sein, wir haben unsere Tour also gerade erst begonnen. Wir waren vor ungefähr 1 ½ Wochen in der Tschechischen Republik, um die Details unserer Show, also Lichteffekte, die Harleynummer und all das andere Zeugs, zu besprechen und durchzuproben. Es ist der Beginn einer sehr langen Tour, denn wir werden bis kurz vor Weihnachten auf Achse sein, dann kurz zu Hause Weihnachten feiern und dann geht es auch schon wieder weiter in Brasilien und Japan.



Interviewer: Es scheint so, als ob es dir beziehungsweise euch nicht viel ausmacht, weit von zu Hause weg zu sein, oder?



Eric: Wenn ich die Musik und die Leute, mit denen ich diese Art von Musik mache, nicht lieben würde, dann hätte ich diesen Beruf schon lange aufgegeben! Ich lebe für diese Musik und für mich ist es ganz normal, nicht zu Hause zu sein, denn ich bin auch im Bus oder im Hotel zu Hause, auf eine andere Art und Weise selbstverständlich. Und ich kann dir sagen, die Zeit vergeht so schnell, dass du es oft gar nicht mitbekommst, dass du schon einige Monate auf Tour bist. Du spielst jeden Abend in einer anderen Stadt, vor anderem Publikum, du triffst immer wieder nette Menschen, da vergeht die Zeit wie im Flug!



Interviewer: Als wir uns das letzte Mal sahen, hörten wir in Belgien die neuen Songs. Was sind denn die Unterschiede zwischen den Mixes und der finalen Versionen, die wir auf CD hören können?



Eric: Es gibt eigentlich keine großen Veränderungen, es sind vielmehr die kleinen Details, die Ronald Prent, der die Songs mischte, welche die CD von den Mixes unterscheiden. Ronald ist so ein Typ, der dreht ein bisschen an seinen Knöpfen rum und dann klingt das plötzlich wahnsinnig gut, obwohl es aber nur zu einer minimalen Veränderung kam. Das mögen wir an Ronald und ich kann dir versichern, dass wir das nächste Album wieder mit ihm aufnehmen werden, weil er ein sehr guter und ambitionierter Produzent ist.



Interviewer: Lass uns doch mal über euren Aufenthalt in den Galaxy Studios sprechen! Wie lange wart ihr insgesamt dort und wie sah der typische Tagesablauf von euch aus?



Eric: Wir waren insgesamt vier Wochen im Studio, wobei wir aber nicht immer anwesend waren. Unser typischer Tagesablauf, puh, es war eigentlich ganz normal für uns. Wir standen so ca. um 10 auf und arbeiteten dann mehrere Stunden bis uns der Magen knurrte. Dann schoben wir uns immer ein leckeres Mittagessen, das vom ansässigen studioeigenen Koch frisch für uns zubereitet wurde, rein und am Nachmittag arbeiteten wir weiter an dem Material. Es ist ein total gutes Studio und der riesige Vorteil liegt darin, dass du nicht nach draußen musst, du hast dein eigenes Wohnzimmer, einen Fitnessbereich, einen eigenen Koch und und und. Das war total wichtig für uns, denn so konnten wir wirklich ungestört arbeiten und uns auf das Material konzentrieren.



Interviewer: Ihr habt uns damals ja auch einen Teil der zweiten Dokumentation "Hell On Earth Part II" gezeigt! Wann werden wir das gute Teil in den Läden sehen?



Eric: Das wissen wir selbst noch nicht. Wir haben den zweiten und dritten Teil der "Hell On Earth" fertig im Kasten aber wahrscheinlich wartet das Label noch mit der Veröffentlichung. Außerdem haben wir auch eine Live-DVD aufgenommen, welche demnächst erscheinen wird. Sie ist im Prinzip fertig, wann sie erscheinen wird, wissen wir aber selber noch nicht.



Interviewer: Du bist ja schon sehr lange in dieser Art von Musik involviert und da hast du sicherlich schon das eine oder andere Mal daran gedacht, neben MANOWAR noch ein Sideprojekt ins Leben zu rufen, oder?



Eric: Es gab schon das eine oder andere Mal Überlegungen, solch ein Projekt zu machen, aber es mangelt am ehestens noch an der Zeit, die wir nicht haben, weil wir mit Manowar voll ausgelastet sind und eigentlich keine Zeit für solche Dinge haben. Da wir aber vor kurzem unsere eigene Plattenfirma, Magic Circle Records, gegründet haben, besteht für uns die Möglichkeit, mit anderen Richtungen der Metalmusik in Kontakt zu treten beziehungsweise im Kontakt zu bleiben. Wenn ich mich bei Manowar einmal zur Ruhe gesetzt haben werde, könnte ich mir schon vorstellen, in einer kleinen Band, welche total andere Mucke als Manowar macht, mitzuwirken.



Interviewer: Du hast ja auf dem neuen Album eine Oper zum Besten gegeben. Ist es nicht schwer, sich auf diese Art von Musik stimmlich einzustellen?



Eric: Doch, denn das Singen einer Oper ist von der Technik her ganz anders als das Shouten eines Metalsongs. Ich hatte für einige Zeit Operngesangsunterricht, ich habe mir einige Opern angesehen und mit den Sängern über ihre Atemtechnik gesprochen. Ich bin zwar nun kein perfekter Opernsänger, aber ich habe nun doch viel mehr Ahnung von dieser Materie als vorher. Und das hört man auch, glaube ich zumindest, denn wenn ich da an so manche Sänger denke, welche solch ein Stück ohne Hilfe und ohne spezielle Technik singen wollen, das klingt dann meist schrecklich!



Interviewer: Du bist ja nicht mehr der Jüngste und darum würde mich interessieren, ob du schon einmal über ein Leben nach Manowar nachgedacht hast!



Eric: Nein. Definitiv nicht, denn ich lebe mein Leben in der Gegenwart und nicht in der Zukunft. Ich denke nicht sehr weit voraus, weil ich das hier und jetzt genießen will. Und ich weiß absolut nicht, was ich machen werde, wenn ich für Manowar zu alt oder zu gebrechlich werde. Ich hoffe aber , dass ich noch lange in diesem Bereich der Musik tätig bleiben kann und wenn es dann wirklich einmal soweit ist, dann werde ich vielleicht als Studiobesitzer oder als Produzent in der Szene bleiben.



Interviewer: Na da kann man nur hoffen, dass du brav deine Multivitaminshakes trinkst, damit du und der Rest der Band uns noch lange erhalten bleiben wirst.



Eric: Da kannst du Gift drauf nehmen!